Felsenpinguin
FTierart – Vögel > Flugunfähige & Laufvögel
Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Eudyptes chrysocome (Südlicher Felsenpinguin); Eudyptes moseleyi (Nördlicher Felsenpinguin)
- Ordnung: Pinguine (Sphenisciformes)
- Familie: Pinguine (Spheniscidae)
- Gattung: Schopfpinguine (Eudyptes)
- Lebensraum: Felsige Küsten und Klippen subantarktischer Inseln, südliche Ozeane
- Größe: 45–58 cm
- Gewicht: 2–4 kg
- Lebenserwartung: ca. 10–15 Jahre in freier Wildbahn, bis zu 30 Jahre in menschlicher Obhut
Aussehen & Merkmale
Der Felsenpinguin gehört zu den kleinsten Vertretern der Gattung Schopfpinguine (Eudyptes). Sein Gefieder zeigt den für Pinguine typischen schwarz-weißen Kontrast: Die Oberseite ist schiefergrau bis schwarz, die Bauchseite reinweiß. Das auffälligste Merkmal sind die leuchtend gelben Federbüschel, die seitlich über den roten Augen entspringen und als Schopffedern nach hinten abstehen. Diese Schmuckfedern unterscheiden ihn deutlich von anderen Pinguinarten wie dem Goldschopfpinguin (Eudyptes chrysolophus), dessen gelbe Federn eine durchgehende Haube bilden.
Der kräftige, kegelförmige Schnabel ist orangerot bis bräunlich gefärbt. Die Augen sind intensiv rot. Die Füße sind kräftig und mit scharfen Krallen versehen, die dem Tier beim Klettern auf steilem Felsuntergrund guten Halt bieten. Jungvögel zeigen ein weniger kontrastreiches Gefieder; die gelben Schopffedern entwickeln sich erst mit der Geschlechtsreife.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet des Felsenpinguins erstreckt sich über einen breiten Gürtel der südlichen Hemisphäre. Der Südliche Felsenpinguin (E. chrysocome) brütet auf den Falklandinseln, auf Feuerland, auf zahlreichen subantarktischen Inseln im Indischen Ozean (etwa Kerguelen, Crozet-Inseln, Heard) sowie vor der Küste Neuseelands (Campbell-Inseln, Auckland-Inseln). Der Nördliche Felsenpinguin (E. moseleyi), der bis vor einigen Jahren als Unterart geführt wurde, besiedelt weiter nördlich gelegene Inseln wie Tristan da Cunha, die Gough-Insel und die Amsterdam-Insel im südlichen Atlantik und Indischen Ozean.
Das bevorzugte Habitat sind zerklüftete, felsige Küstenabschnitte mit steilen Klippen. Anders als viele Pinguinarten, die flache Strände zum Anlanden nutzen, erklimmen Felsenpinguine regelrechte Steilwände, um zu ihren Brutkolonien zu gelangen. Teilweise liegen diese Kolonien bis zu 100 Meter über dem Meeresspiegel. Außerhalb der Brutzeit verbringen die Tiere mehrere Monate ausschließlich auf dem offenen Meer.
Ernährung
Felsenpinguine ernähren sich überwiegend von kleinen Krillarten (Euphausia), Sardellen, Tintenfischen und anderen pelagischen Organismen. Sie jagen tauchend in Küstennähe und erreichen Tiefen von bis zu 100 Metern, wobei die meisten Tauchgänge in Tiefen zwischen 10 und 50 Metern stattfinden. Die Jagd erfolgt in der Regel tagsüber. Während der Brutzeit unternehmen die Altvögel Nahrungsausflüge, die mehrere Stunden bis wenige Tage dauern können, je nach Verfügbarkeit der Beute. Die genaue Zusammensetzung der Nahrung variiert regional und saisonal stark.
Verhalten & Lebensweise
Der deutsche Name „Felsenpinguin" leitet sich von der charakteristischen Fortbewegungsweise an Land ab: Die Tiere bewegen sich hüpfend über felsiges Terrain, wobei sie beide Füße gleichzeitig einsetzen – ein Verhalten, das sie von den meisten anderen Pinguinarten unterscheidet, die watschelnd gehen. Im Englischen trägt die Art daher den treffenden Namen „Rockhopper Penguin".
Felsenpinguine sind ausgesprochen gesellige Vögel, die in großen, dicht gedrängten Kolonien brüten. Diese Kolonien können mehrere Zehntausend bis über Hunderttausend Brutpaare umfassen. Innerhalb der Kolonie verteidigen die Paare energisch ein kleines Revier um ihr Nest. Die Kommunikation erfolgt über laute, trompetende Rufe, die der individuellen Erkennung zwischen Partnern und zwischen Eltern und Küken dienen. Gegenüber Artgenossen und Eindringlingen verhalten sich Felsenpinguine durchaus aggressiv: Schnabelhiebe und Flügelschläge gehören zum Repertoire der Revierverteidigung.
An Land haben Felsenpinguine natürliche Feinde wie Raubmöwen (Skuas), Riesensturmvögel und verwilderte Katzen oder Ratten auf einigen Inseln. Im Wasser stellen Seeleoparden, Pelzrobben und Schwertwale eine Bedrohung dar.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Brutzeit beginnt je nach Region zwischen September und November. Die Balz umfasst ausgiebige Lautäußerungen, gegenseitiges Kopfschütteln und das Präsentieren der gelben Schopffedern. Felsenpinguine sind in der Regel monogam und kehren jährlich zum selben Brutplatz und oft zum selben Partner zurück. Das Nest besteht aus einer einfachen Mulde, die mit Gras, Moos oder kleinen Steinen ausgelegt wird.
Das Gelege umfasst zwei Eier, die in einem Abstand von mehreren Tagen gelegt werden. Das erste Ei ist deutlich kleiner als das zweite und wird in den meisten Fällen nicht erfolgreich ausgebrütet – ein Phänomen, das bei der gesamten Gattung Eudyptes auftritt und dessen evolutionäre Ursache noch diskutiert wird. Die Brutdauer beträgt etwa 32 bis 34 Tage. Beide Elternteile teilen sich Brut- und Fütterungspflichten. Das Küken wird zunächst vom Männchen bewacht, während das Weibchen Nahrung