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Brillenpinguin

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Tierart – Vögel > Flugunfähige & Laufvögel

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Spheniscus demersus
  • Ordnung: Pinguine (Sphenisciformes)
  • Familie: Pinguine (Spheniscidae)
  • Gattung: Brillenpinguine (Spheniscus)
  • Lebensraum: Küstenregionen und vorgelagerte Inseln im südlichen Afrika
  • Größe: 60–70 cm
  • Gewicht: 2,5–4 kg
  • Lebenserwartung: 10–15 Jahre in freier Wildbahn, bis zu 30 Jahre in menschlicher Obhut

Aussehen & Merkmale

Der Brillenpinguin ist ein mittelgroßer Vertreter der Familie Spheniscidae. Seinen deutschen Namen verdankt er einem auffälligen, hufeisenförmigen Streifenmuster im Gesicht, das die Augen umrahmt und an eine Brille erinnert. Die nackte, rosafarbene Hautpartie oberhalb der Augen dient der Thermoregulation: Bei steigender Körpertemperatur wird sie stärker durchblutet und gibt Wärme an die Umgebung ab.

Das Gefieder zeigt die für Pinguine typische Gegenschattierung – schwarze Oberseite und weiße Unterseite. Über die Brust verläuft ein schmales schwarzes Band, das sich an den Flanken nach hinten zieht. Jedes Individuum besitzt ein individuelles Muster schwarzer Flecken auf der weißen Bauchseite, anhand dessen sich einzelne Tiere zuverlässig unterscheiden lassen. Die Federn sind kurz, dicht und wasserabweisend; sie bilden eine nahezu geschlossene Isolationsschicht gegen Kälte und Nässe. Wie alle Pinguine ist Spheniscus demersus flugunfähig. Die Flügel sind zu starren, paddelförmigen Flossen umgebildet, die als Antrieb beim Schwimmen dienen.

Jungtiere tragen zunächst ein graubraunes Daunenkleid, das nach etwa zwei bis vier Monaten durch das Juvenilgefieder ersetzt wird. Dieses ist oberseits blaugrau und unterseits heller als beim Altvogel, ohne das charakteristische Brustband. Mit der ersten vollständigen Mauser im Alter von etwa einem Jahr nehmen die Jungvögel die adulte Färbung an.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Brillenpinguins erstreckt sich entlang der Küsten des südlichen Afrikas – von Namibia im Westen bis zur Algoa Bay in der östlichen Kapprovinz Südafrikas. Er ist die einzige auf dem afrikanischen Kontinent brütende Pinguinart und wird daher im Englischen auch als „African Penguin" bezeichnet. Alternative deutsche Bezeichnungen sind Schwarzfußpinguin und Afrikanischer Pinguin.

Sein Habitat umfasst felsige Küstenabschnitte, vorgelagerte Inseln und sandige Buchten. Die Brutkolonien befinden sich überwiegend auf 24 Inseln vor der süd- und südwestafrikanischen Küste, darunter Robben Island, Dassen Island, St. Croix Island und die Inseln der Saldanha Bay. Seit den 1980er-Jahren haben sich zudem mehrere Festlandkolonien etabliert, etwa bei Boulders Beach nahe Simons Town und in der Betty's Bay.

Die kalte, nährstoffreiche Benguela-Strömung an der Westküste sowie die Agulhas-Strömung im Osten bilden die ökologische Grundlage für das Vorkommen dieser Art, da sie für einen hohen Fischbestand in den Küstengewässern sorgen.

Ernährung

Brillenpinguine ernähren sich vorwiegend von kleinen Schwarmfischen. Sardinen (Sardina pilchardus) und Sardellen (Engraulis encrasicolus) stellen die wichtigsten Beutetiere dar. Ergänzt wird der Speiseplan durch Makrelen, Heringe, Tintenfische und gelegentlich Krebstiere. Die Jagd erfolgt tauchend in Küstennähe, wobei die Vögel Tiefen von 30 bis 60 Metern erreichen und bis zu zweieinhalb Minuten unter Wasser bleiben können. Im Durchschnitt legen Brillenpinguine bei Nahrungsflügen Strecken von 20 bis 40 Kilometern zurück, in nahrungsarmen Zeiten auch deutlich mehr.

Das Körpergewicht schwankt erheblich je nach Jahreszeit und Nahrungsverfügbarkeit. Vor der jährlichen Mauser, während der die Tiere etwa drei Wochen an Land fasten, fressen sie sich beträchtliche Fettreserven an.

Verhalten & Lebensweise

Brillenpinguine sind tagaktiv. Sie verlassen ihre Kolonien in den frühen Morgenstunden, um auf Nahrungssuche zu gehen, und kehren am späten Nachmittag oder Abend zurück. An Land bewegen sie sich watschelnd auf ihren kurzen Beinen; im Wasser sind sie dagegen wendige und schnelle Schwimmer mit Geschwindigkeiten von bis zu 20 km/h.

Die Art lebt gesellig in Kolonien, die wenige Dutzend bis mehrere Tausend Brutpaare umfassen. Die Tiere kommunizieren über ein breites Repertoire an Lautäußerungen. Besonders charakteristisch ist der laute, eselsartige Ruf, der dem Brillenpinguin im Englischen den Beinamen „Jackass Penguin" eingebracht hat. Dieser Ruf dient der Partnererkennung, der Revierverteidigung und der Kontaktaufnahme zwischen Brutpartnern.

Brillenpinguine sind weitgehend standorttreu. Außerhalb der Brutzeit unternehmen sie jedoch ausgedehnte Wanderungen auf See, wobei einzelne Individuen hunderte Kilometer von ihrer Kolonie entfernt nachgewiesen wurden.

Fortpflanzung & Aufzucht

Brillenpinguine sind überwiegend monogam und kehren in der Regel zum selben Partner und zur selben Niststelle zurück. Die Balz umfasst gegenseitiges Kopfnicken, Lautäußerungen und Gefiederpflege. Die Brutzeit variiert regional: An der Westküste liegt der Schwerpunkt zwischen Februar und September, an der Südküste eher zwischen November und März.

Das Gelege besteht aus zwei annähernd gleich großen Eiern, die in Bodenmulden, unter Büschen, in Felsspalten oder – wo vorhanden – in selbst gegrabenen Höhlen im Guano abgelegt werden. Historisch nutzten viele Paare dicke Guanoschichten als Nistsubstrat, doch der industrielle Guanoabbau im 19. und 20. Jahrhundert hat dieses Bruthabitat weitgeh