Alpenbirkenzeisig
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Acanthis cabaret
- Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
- Familie: Finken (Fringillidae)
- Gattung: Birkenzeisige (Acanthis)
- Lebensraum: Subalpine und alpine Zonen, Bergwälder, Zwergstrauchheiden, lichte Nadelwälder
- Größe: 11,5–13 cm
- Gewicht: 9–14 g
- Lebenserwartung: ca. 2–5 Jahre in freier Wildbahn
Aussehen & Merkmale
Der Alpenbirkenzeisig ist ein kleiner, kompakt gebauter Fink mit einem kurzen, kegelförmigen Schnabel, der gelblich gefärbt ist und eine dunkle Spitze aufweist. Das Gefieder der Oberseite zeigt ein warmes, dunkelbraunes Grundmuster mit deutlichen dunklen Schaftstrichen. Die Unterseite ist heller, rahmfarben bis weißlich, und an den Flanken kräftig dunkelbraun gestreift. Ein charakteristisches Merkmal aller Birkenzeisige ist der karminrote Scheitelfleck, der bei beiden Geschlechtern vorhanden ist. Männchen im Prachtkleid zeigen darüber hinaus eine deutlich rosa bis rötlich überhauchte Brust, die beim Weibchen fehlt oder nur angedeutet ist. Der schwarze Kehlfleck – ein kleiner, scharf abgegrenzter Latz unterhalb des Schnabels – ist ein weiteres Erkennungsmerkmal. Die Beine sind dunkelbraun, die Augen dunkel.
Im Vergleich zum nahe verwandten Birkenzeisig (Acanthis flammea) ist der Alpenbirkenzeisig insgesamt kleiner, dunkler und kürzer schwänzig. Sein Gefieder wirkt weniger kontrastreich, und die braune Streifung an den Flanken ist breiter und diffuser. Diese Unterschiede sind im Feld allerdings oft schwer zu beurteilen, weshalb die beiden Taxa lange Zeit als Unterarten einer einzigen Art geführt wurden.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet des Alpenbirkenzeisigs erstreckt sich über die Gebirgsregionen West- und Mitteleuropas. Schwerpunkte liegen in den Alpen, den britischen Inseln, den Pyrenäen sowie in Teilen Skandinaviens. In den Alpen besiedelt die Art bevorzugt Höhenlagen zwischen 1.000 und 2.200 Metern, wobei sie im Winter regelmäßig in tiefere Lagen ausweicht.
Das typische Habitat umfasst lichte Bergwälder mit Fichten, Lärchen und Birken, subalpine Zwergstrauchheiden, Erlengebüsche entlang von Gebirgsbächen und Waldränder in der Nähe der Baumgrenze. Auch verwilderte Gärten, Brachflächen und Ruderalvegetation in Bergdörfern werden als Biotop genutzt. In Großbritannien besiedelt der Alpenbirkenzeisig dagegen auch Tieflagen und ist dort in Heckenlandschaften, Weidengebüschen und an Waldrändern anzutreffen.
Im Winter zeigen Alpenbirkenzeisige ein teils nomadisches Zugverhalten. Je nach Nahrungsangebot können die Vögel in manchen Jahren weit außerhalb ihres üblichen Verbreitungsgebiets auftauchen. Solche Invasionsbewegungen sind typisch für samenabhängige Finkenarten und hängen eng mit der Fruktifikation von Birken und Erlen zusammen.
Ernährung
Die Nahrung des Alpenbirkenzeisigs besteht überwiegend aus kleinen Sämereien. Bevorzugt werden die Samen von Birken, Erlen und verschiedenen Kräutern wie Mädesüß, Löwenzahn und Ampfer. Auch Grassamen spielen eine Rolle. Im Sommer ergänzen Insekten und deren Larven – vor allem Blattläuse und kleine Raupen – den Speiseplan, was besonders während der Jungenaufzucht von Bedeutung ist.
Die Vögel sind geschickte Nahrungsakrobaten: Sie hängen sich kopfüber an dünne Zweige und Fruchtstände, um an die Samen zu gelangen. Dabei zeigen sie eine hohe Wendigkeit, die an das Verhalten von Meisen erinnert. Im Winter suchen sie häufig in kleinen Trupps auf dem Boden nach herabgefallenen Samen oder besuchen Futterstellen in Siedlungsnähe.
Verhalten & Lebensweise
Der Alpenbirkenzeisig ist ein tagaktiver Vogel mit einem ausgeprägten Sozialverhalten. Außerhalb der Brutzeit schließen sich die Vögel zu kleineren oder größeren Schwärmen zusammen, die gemeinsam auf Nahrungssuche gehen. Diese Trupps bestehen oft aus zehn bis fünfzig Individuen, können aber an ergiebigen Nahrungsquellen auch deutlich größer werden. Nicht selten vergesellschaften sie sich dabei mit Erlenzeisigen (Spinus spinus) oder Birkenzeisigen.
Der Gesang ist ein schnelles, trockenes Zwitschern, das aus Trillern und metallischen Rufen besteht. Der typische Flugruf – ein nasales, zweisilbiges „djä-djä" – ist oft das erste Anzeichen für die Anwesenheit der Art. Die Balz beginnt je nach Höhenlage und Witterung zwischen März und Mai. Das Männchen trägt seinen Gesang im langsamen Schmetterlingsflug vor, wobei es mit weit gespreizten Flügeln über dem Brutrevier kreist.
Fortpflanzung & Aufzucht
Der Alpenbirkenzeisig brütet in der Regel einmal pro Jahr, gelegentlich kommt es zu einer zweiten Brut. Das Nest wird bevorzugt in Sträuchern, dichten Nadelbäumen oder Zwergweiden in einer Höhe von ein bis vier Metern errichtet. Es handelt sich um einen sorgfältig gebauten, napfförmigen Bau aus dünnen Zweigen, Grashalmen, Moos und Pflanzenfasern, der innen mit Federn, Pflanzenwolle und Tierhaaren weich ausgepolstert wird.
Das Gelege umfasst vier bis sechs hellblaue bis blassgrüne Eier mit feinen dunkelbraunen Flecken und Kritzeln. Die Brutdauer beträgt etwa 10 bis 13 Tage, wobei ausschließlich das Weibchen brütet und vom Männchen mit Nahrung versorgt wird. Die Nestlinge werden von beiden Elternvögeln gefüttert und verlassen das Nest nach 11 bis 14