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Kiebitzregenpfeifer

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Tierart – Vögel > Vögel – heimisch (weitere)

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Pluvialis squatarola
  • Ordnung: Regenpfeiferartige (Charadriiformes)
  • Familie: Regenpfeifer (Charadriidae)
  • Gattung: Pluvialis
  • Lebensraum: Arktische Tundra (Brutgebiet), Wattenmeer, Küsten und Flussmündungen (Überwinterung und Durchzug)
  • Größe: 27–31 cm Körperlänge, Flügelspannweite 71–83 cm
  • Gewicht: 170–320 g, je nach Jahreszeit und Fettreserven
  • Lebenserwartung: bis zu 20 Jahre, im Durchschnitt etwa 10–12 Jahre

Aussehen & Merkmale

Der Kiebitzregenpfeifer ist der größte Vertreter der Gattung Pluvialis und zeigt je nach Jahreszeit ein stark unterschiedliches Gefieder. Im Prachtkleid, das die Vögel während der Brutzeit tragen, fällt die kontrastreiche Unterseite auf: Kehle, Brust und Bauch sind tiefschwarz gefärbt, seitlich von einem breiten weißen Streifen eingefasst. Die Oberseite ist silbergrau bis schwarz gemustert, mit hellen Tupfen, die dem Gefieder ein geschecktes Erscheinungsbild verleihen.

Im Schlichtkleid, das außerhalb der Brutzeit angelegt wird, wirkt der Vogel deutlich unauffälliger. Die Unterseite ist dann weißlich bis blass grau, die Oberseite graubraun mit schwach angedeuteten hellen Flecken. In diesem Kleid ähnelt der Kiebitzregenpfeifer dem verwandten Goldregenpfeifer (Pluvialis apricaria), lässt sich von diesem aber durch die schwarzen Achselfedern unterscheiden, die im Flug gut sichtbar werden. Dieses Merkmal ist das sicherste Unterscheidungskriterium im Feld.

Der kräftige, relativ kurze Schnabel ist schwarz, die Beine grau bis grünlich-grau. Am Hinterzeh besitzt der Kiebitzregenpfeifer eine rudimentäre, kaum sichtbare Kralle – ein anatomisches Detail, das ihn von allen anderen Regenpfeifern der Gattung Pluvialis abgrenzt und ihm im Englischen den Beinamen „Black-bellied Plover" eingetragen hat, während der ältere Name „Grey Plover" in Großbritannien gebräuchlich ist.

Lebensraum & Verbreitung

Das Brutgebiet des Kiebitzregenpfeifers erstreckt sich über die hocharktische Tundra, zirkumpolar von Nordsibirien über Alaska bis in den Nordwesten Kanadas. Die Art brütet in trockenen, flechtenreichen Tundrabiotopen mit spärlicher Vegetation, meist in Küstennähe oder auf höher gelegenen Plateaus.

Außerhalb der Brutzeit ist das Verbreitungsgebiet außerordentlich weit gefasst. Kiebitzregenpfeifer überwintern an Küsten nahezu aller Kontinente – von Westeuropa und Afrika über Südasien bis nach Australien und Südamerika. In Mitteleuropa tritt die Art als regelmäßiger Durchzügler und Wintergast auf. Das Wattenmeer der Nordsee stellt dabei eines der bedeutendsten Rastgebiete in Europa dar. Hier halten sich vor allem im Herbst und Frühjahr teils mehrere Tausend Individuen gleichzeitig auf. An Binnengewässern wird der Kiebitzregenpfeifer dagegen nur selten beobachtet – er ist weit stärker an marine Habitate gebunden als etwa der Goldregenpfeifer.

Ernährung

Die Nahrung setzt sich überwiegend aus wirbellosen Tieren zusammen. Auf den Wattflächen der Küsten erbeutet der Kiebitzregenpfeifer vor allem Borstenwürmer (Polychaeten), kleine Muscheln, Schnecken und Krebstiere. In der Tundra frisst er während der Brutzeit Insekten und deren Larven, Spinnen sowie gelegentlich Beeren.

Die Nahrungssuche erfolgt nach typischer Regenpfeifer-Manier: Der Vogel läuft in kurzen Sprints über das Substrat, verharrt, beobachtet die Oberfläche und pickt dann gezielt nach sichtbarer oder ertasteter Beute. Dieses „Stop-and-Go"-Verfahren unterscheidet ihn von Schnepfenvögeln, die eher kontinuierlich stochern. Die Aktivität bei der Nahrungssuche richtet sich stark nach dem Tidezyklus; bei Ebbe sind die Vögel auf den freiliegenden Wattflächen aktiv, bei Hochwasser ziehen sie sich an Hochwasserrastplätze zurück.

Verhalten & Lebensweise

Kiebitzregenpfeifer sind außerhalb der Brutzeit gesellig und rasten oft in lockeren Trupps, mischen sich aber auch unter Schwärme anderer Watvögel wie Alpenstrandläufer oder Knutts. Ein ausgeprägtes Revierverhalten zeigen sie dagegen sowohl im Brutgebiet als auch an den Nahrungsflächen im Winterquartier, wo einzelne Individuen kleine Bereiche im Watt gegen Artgenossen verteidigen.

Der Ruf ist ein charakteristischer, dreisilbiger, wehmütig klingender Pfiff – häufig transkribiert als „tlü-ii-üi" – der auf dem Zug und im Winterquartier oft zu hören ist. Im Brutgebiet fliegt das Männchen auffällige Balzflüge mit langsamen, schmetterlingsartigen Flügelschlägen und singendem Ruf.

Der Zug erfolgt über weite Strecken, teils nonstop über offenes Meer. Einzelne Vögel legen dabei mehrere Tausend Kilometer am Stück zurück. Die Art zieht sowohl tags als auch nachts.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Brutzeit beginnt im Juni. Das Nest ist eine flache Mulde am Boden, sparsam mit Flechten und Pflanzenstücken ausgepolstert. Das Gelege umfasst in der Regel vier Eier, die oliv- bis grünbraun gefärbt und dunkel gefleckt sind – eine Tarnfärbung, die sie auf dem Tundraboden nahezu unsichtbar macht.

Beide Elternvögel brüten, wobei das Männchen überwiegend tagsüber und das Weibchen nachts auf dem Gelege sitzt. Die Brutdauer beträgt 26–27 Tage. Die Küken sind Nestflüchter: Sie verlassen das Nest kurz nach dem Schlupf und suchen selbständig Nahrung, werden aber von den Altv