Hakengimpel
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Pinicola enucleator
- Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
- Familie: Finken (Fringillidae)
- Gattung: Pinicola
- Lebensraum: Boreale Nadelwälder, Taiga
- Größe: 20–22 cm (Körperlänge)
- Gewicht: 50–65 g
- Lebenserwartung: ca. 5–9 Jahre in freier Wildbahn
Aussehen & Merkmale
Der Hakengimpel ist der größte europäische Vertreter der Familie der Finken und übertrifft in seiner Körpergröße selbst den Kernbeißer deutlich. Namensgebend ist der kräftige, hakenförmig gebogene Oberschnabel, der an der Spitze deutlich über den Unterschnabel hinausragt. Dieser robuste Schnabel ist perfekt an das Aufbrechen harter Samenkapseln und Zapfen angepasst.
Das Gefieder der Männchen zeigt eine auffällige, leuchtend karminrote bis himbeerrote Färbung an Kopf, Brust und Rücken, die mit zunehmender Anzahl an Mauserzyklen intensiver wird. Junge Männchen tragen zunächst ein eher orangegelbes Federkleid. Die Flügel und der gegabelte Schwanz sind dunkelbraun bis schwärzlich gefärbt, wobei zwei helle Flügelbinden ein charakteristisches Erkennungsmerkmal darstellen. Weibchen und Jungvögel sind deutlich unauffälliger gefärbt: Ihr Gefieder zeigt olivgrüne bis goldgelbe Töne an Kopf und Bürzel, während die Unterseite graugrünlich wirkt. Der sexuelle Dimorphismus ist beim Hakengimpel somit stark ausgeprägt.
Die Körperhaltung wirkt insgesamt gedrungen und rundlich. Die Beine sind kurz und kräftig, die Zehen mit starken Krallen versehen, die ein sicheres Klettern an Zweigen und Zapfen ermöglichen.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet des Hakengimpels erstreckt sich als zirkumpolarer Gürtel über die gesamte Nordhalbkugel. In Europa besiedelt die Art die borealen Nadelwälder Skandinaviens und des nördlichen Russlands. Weitere Populationen finden sich in Sibirien, Alaska und dem nördlichen Kanada. Die bevorzugten Habitate sind dichte, zusammenhängende Taigawälder, die von Fichten, Kiefern, Lärchen und Birken dominiert werden. In Gebirgsregionen kann die Art auch in subalpinen Nadelwäldern auftreten.
In Mitteleuropa – und damit auch im deutschsprachigen Raum – ist der Hakengimpel kein regulärer Brutvogel. Er tritt hier als seltener und unregelmäßiger Wintergast auf. In sogenannten Invasionsjahren, wenn das Nahrungsangebot in den nordischen Brutgebieten zusammenbricht, können einzelne Vögel oder kleine Trupps bis nach Deutschland, Österreich und in die Schweiz vordringen. Solche Einflüge werden meist durch weitreichendes Ausbleiben der Zapfenmast in Skandinavien ausgelöst und treten statistisch nur alle paar Jahre auf.
Ernährung
Der Hakengimpel ernährt sich überwiegend von pflanzlicher Kost. Den Hauptanteil seiner Nahrung bilden Samen von Nadelbäumen, insbesondere von Fichten, Kiefern und Lärchen. Mit seinem kräftigen Hakenschnabel öffnet er geschickt die Zapfen und löst die darin verborgenen Samen heraus. Ergänzend frisst er Knospen, Beeren – darunter Vogelbeeren, Wacholderbeeren und Preiselbeeren – sowie junge Triebe und Blütenknospen verschiedener Laubbäume.
Während der kurzen nordischen Sommermonate ergänzt tierische Kost den Speiseplan. Insekten und deren Larven spielen vor allem in der Aufzuchtphase der Jungvögel eine wichtige Rolle, da der Proteinbedarf der Nestlinge hoch ist. Bei der Nahrungssuche bewegen sich Hakengimpel häufig papageienartig kletternd durch das Geäst und hängen dabei oft kopfüber an Zweigen und Zapfen.
Verhalten & Lebensweise
Hakengimpel sind tagaktive Vögel, die außerhalb der Brutzeit in kleinen Gruppen oder lockeren Trupps umherstreifen. Ihr Verhalten gegenüber dem Menschen ist auffallend vertraut – Vögel, die in ihren weitgehend menschenleeren Brutgebieten kaum Kontakt mit Menschen hatten, lassen sich oft auf wenige Meter Entfernung beobachten und zeigen kaum Fluchtverhalten. Diese geringe Scheu hat ihnen im Schwedischen den Namen „dumme Dompfaff" eingetragen.
Der Gesang des Männchens besteht aus kurzen, flötenden Strophen, die an den Gesang des Gimpels (Pyrrhula pyrrhula) erinnern, aber lauter und melodischer klingen. Die Rufe sind weich pfeifend und werden häufig im Flug geäußert. Das Flugbild zeigt einen wellenförmigen, für Finken typischen Verlauf mit abwechselnden Phasen von Flügelschlag und angelegten Flügeln.
Je nach Nahrungsverfügbarkeit kann die Art als Standvogel, Strichvogel oder Invasionsvogel auftreten. In guten Mastjahren verbleiben die meisten Individuen ganzjährig in ihren Brutrevieren.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Brutzeit beginnt in den nordischen Verbreitungsgebieten im Mai und erstreckt sich bis in den Juli. Hakengimpel führen eine monogame Saisonehe. Während der Balz präsentiert das Männchen sein leuchtendes Gefieder in ritualisierter Weise und füttert das Weibchen – ein Verhalten, das als Balzfütterung bezeichnet wird und die Paarbindung stärkt.
Das napfförmige Nest wird vom Weibchen gebaut und befindet sich gewöhnlich in dichtem Nadelholz, meist auf waagerechten Ästen in mittlerer Höhe. Als Baumaterial dienen Zweige, Flechten, Gräser und Moos, die Nestmulde wird mit feinen Halmen und Haaren ausgepolstert. Das Gelege umfasst in der Regel drei bis fünf Eier, die blaugrünlich gefärbt und mit dunklen Flecken versehen sind. Das Weibchen be