Altsteirer
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Steckbrief
- Herkunft: Steiermark, Österreich
- Rassestandard: Anerkannt durch den Österreichischen Geflügelzuchtverband; in Deutschland beim BDRG (Bund Deutscher Rassegeflügelzüchter) gelistet; europäischer Standard nach EE (Entente Européenne)
- Gewichtsklasse: Leichthuhn
- Gewicht Hahn: 2,5–3,0 kg
- Gewicht Henne: 2,0–2,5 kg
- Legeleistung: ca. 160–180 Eier pro Jahr
- Eigewicht: 55–60 g, elfenbeinfarbige Schale
- Lebenserwartung: 6–8 Jahre, bei guter Haltung auch älter
- Farbenschläge: Wildbraun, Weiß
- Besonderheiten: Wickelkamm (Schopfkamm), weißes Ohrläppchen, gefährdete Nutztierrasse
Herkunft & Geschichte
Der Altsteirer gehört zu den ältesten Hühnerrassen Österreichs und hat seine Wurzeln in der Steiermark, wo er nachweislich seit dem Mittelalter gehalten wird. Bereits im 14. Jahrhundert finden sich Hinweise auf schopftragende Landhühner im südöstlichen Alpenraum, die als Vorfahren der heutigen Altsteirer gelten. Die Rasse entwickelte sich über Jahrhunderte hinweg als typisches Landhuhn der steirischen Bauernhöfe, angepasst an das raue Klima und die extensive Haltungsform der Region.
Im 19. Jahrhundert begann die planmäßige Zucht. Auf Geflügelausstellungen in Graz und Wien wurden Altsteirer erstmals einem breiteren Publikum vorgestellt. Mit der Industrialisierung der Geflügelhaltung und dem Aufkommen von Hybridhühnern im 20. Jahrhundert ging der Bestand jedoch dramatisch zurück. Die Rasse galt zeitweise als akut vom Aussterben bedroht. Erst durch engagierte Züchter und die Aufnahme in Programme zur Erhaltung gefährdeter Nutztierrassen – unter anderem durch die ARCHE Austria und die Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen (GEH) – konnte der Bestand stabilisiert werden. Der Altsteirer wurde 2016 zur „Gefährdeten Nutztierrasse des Jahres" in Österreich ernannt.
Die Abstammung der Rasse wird auf mediterrane und orientalische Hühnertypen zurückgeführt, die über Handelsrouten in den Alpenraum gelangten. Genetische Einflüsse von Paduanern und anderen haubenförmigen Rassen sind wahrscheinlich und erklären den charakteristischen Wickelkamm.
Aussehen & Rassemerkmale
Der Altsteirer ist ein mittelgroßes, elegant gebautes Landhuhn mit stolzer, aufrechter Haltung. Der Körperbau ist gestreckt und harmonisch, die Brust gut gerundet, der Rücken mittellang und leicht abfallend. Das gesamte Erscheinungsbild vermittelt Lebhaftigkeit und Wachsamkeit.
Das auffälligste Rassemerkmal ist der sogenannte Wickelkamm – ein kleiner, nach vorn umgelegter Schopfkamm, der dem Altsteirer sein unverwechselbares Aussehen verleiht. Bei der Henne ist dieser Schopf stärker ausgeprägt als beim Hahn, der zusätzlich einen kleinen Hörnerkamm zeigen kann. Die Ohrläppchen sind weiß, ein Merkmal, das auf die gute Legeleistung hinweist. Die Augen sind lebhaft, rotbraun gefärbt.
Im Farbenschlag Wildbraun zeigt der Hahn ein prächtiges Farbenspiel: goldbrauner Halsbehang mit schwarzer Schaftstrichzeichnung, dunkelbrauner Rücken und metallisch grün-schwarz glänzender Schwanzpartie. Die Henne ist in einem gedeckten Rebhuhnbraun gehalten, das hervorragende Tarnung in der Freilandhaltung bietet. Der weiße Farbenschlag zeigt reinweißes Gefieder ohne jegliche Einlagerungen. Die Läufe sind schieferblau bis fleischfarben.
Charakter & Wesen
Altsteirer sind ausgesprochen lebhafte, wachsame und selbstständige Hühner. Ihr Temperament ist geprägt von der jahrhundertelangen Selektion als freilebende Landhühner. Sie sind hervorragende Futtersucher, die einen Großteil ihrer Nahrung selbst finden, wenn man ihnen entsprechenden Auslauf bietet. Diese Eigenschaft macht sie wirtschaftlich interessant und besonders geeignet für die Freilandhaltung.
Gegenüber ihren Haltern zeigen sich Altsteirer bei regelmäßigem Kontakt zutraulich und neugierig, bleiben aber stets eigenständig. Übermäßig anhänglich werden sie selten. Die Hähne sind wachsam und führen ihre Herde zuverlässig, ohne dabei übermäßig aggressiv zu sein. Untereinander herrscht in der Regel ein friedliches Sozialverhalten, sofern das Platzangebot stimmt.
Bemerkenswert ist die ausgeprägte Flugfähigkeit der Altsteirer. Sie sind deutlich flugfreudiger als viele schwere Rassen und überwinden niedrige Zäune mühelos. Zudem verfügen sie über einen guten Instinkt gegenüber Greifvögeln und anderen Beutegreifern, was ihre Überlebensrate in der Freilandhaltung erhöht.
Haltung & Pflege
Der Altsteirer ist ein Huhn für die Freilandhaltung. Er braucht Auslauf, Bewegung und die Möglichkeit, seinem natürlichen Futtersuchverhalten nachzugehen. Ein reiner Stallhaltung wird der Rasse nicht gerecht und führt zu Verhaltensstörungen. Eine großzügige Wiesenfläche mit Hecken, Büschen und Bäumen als Deckung entspricht den Bedürfnissen dieser Rasse optimal.
Aufgrund ihrer Flugfreudigkeit sollte die Umzäunung mindestens 1,80 m hoch sein oder der Auslauf mit einem Netz überspannt werden. Der Stall selbst kann einfach gehalten sein – Altsteirer sind robust und winterhart. Eine trockene, zugfreie Unterbringung mit ausreichend Sitzstangen genügt. Auf gute Belüftung ohne Zugluft ist zu achten.
Die Gefiederpflege übernehmen Altsteirer weitgehend selbst, sofern ein