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Appenzeller-barthuhn

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Rassen > Hühnerrassen

Steckbrief

  • Herkunft: Appenzell, Schweiz
  • Rassestandard: Schweizerischer Rassegeflügelzucht-Verband (SRGV); in Deutschland anerkannt durch den Bund Deutscher Rassegeflügelzüchter (BDRG)
  • Gewichtsklasse: Leichte bis mittelschwere Rasse
  • Gewicht Hahn: 1,8–2,2 kg
  • Gewicht Henne: 1,5–1,8 kg
  • Legeleistung: ca. 150–180 Eier pro Jahr
  • Eigewicht: ca. 55 g
  • Eischalenfarbe: Weiß
  • Lebenserwartung: 6–10 Jahre
  • Gefieder/Farben: Schwarz, Schwarz-Silber-Getupft, Schwarz-Gold-Getupft, Blau
  • Besonderheiten: Rosenförmiger Bart (Federbart), Rosenkamm, befiederte Läufe fehlen, sehr guter Futtersucher

Herkunft & Geschichte

Das Appenzeller Barthuhn ist eine der ältesten Schweizer Hühnerrassen und stammt aus dem Appenzellerland in der Nordostschweiz. Die Abstammung lässt sich bis ins 15. Jahrhundert zurückverfolgen, wobei die genaue Entstehungsgeschichte nicht lückenlos dokumentiert ist. Es wird angenommen, dass russische Barthuhnschläge sowie einheimische Schweizer Landhühner an der Herausbildung der Rasse beteiligt waren. Der namensgebende Federbart unter dem Schnabel ist das markanteste Rassemerkmal und wurde über Generationen züchterisch gefestigt.

Im 19. Jahrhundert war das Appenzeller Barthuhn in den Schweizer Bergregionen weit verbreitet. Bäuerliche Familien schätzten es als zuverlässiges Wirtschaftshuhn, das sich an raue Klimabedingungen hervorragend anpasste. Mit der zunehmenden Verbreitung leistungsstärkerer Hybridrassen ging der Bestand im 20. Jahrhundert jedoch drastisch zurück. In den 1980er Jahren stand die Rasse kurz vor dem Aussterben. Engagierte Züchter in der Schweiz und später auch in Deutschland und Österreich gründeten Erhaltungszuchtprogramme, die den Bestand langsam stabilisierten. Heute steht das Appenzeller Barthuhn auf der Roten Liste der gefährdeten Nutztierrassen und wird von Organisationen wie ProSpecieRara aktiv gefördert.

Nicht verwechselt werden sollte das Barthuhn mit dem bekannteren Appenzeller Spitzhaubenhuhn, das einer eigenständigen Rasse angehört und sich durch seinen markanten Federschopf unterscheidet.

Aussehen & Rassemerkmale

Das Appenzeller Barthuhn ist ein elegantes, mittelgroßes Huhn mit aufrechter Haltung und einem kompakten, leicht gestreckten Körperbau. Auffälligstes Rassemerkmal ist der namensgebende Bart – ein dichter, symmetrisch angeordneter Federbüschel, der Kehle und Vorderhals bedeckt und dem Huhn einen markanten, beinahe würdevollen Ausdruck verleiht. Der Bart verdeckt die Kehllappen weitgehend, sodass diese bei guten Rassvertretern kaum sichtbar sind.

Der Kamm ist ein Rosenkamm, der flach und fest am Kopf anliegt. Die Ohrscheiben sind klein und rot. Die Augen sind dunkelbraun bis schwarz und wirken durch den Bart besonders ausdrucksstark. Der Schnabel ist kurz, kräftig und hornfarbig bis dunkel. Der Rücken ist mittellang und leicht abfallend, die Brust gut gerundet. Die Läufe sind unbefiedert und schieferblau bis dunkelgrau gefärbt.

Im Rassestandard sind mehrere Farbschläge anerkannt. Am häufigsten ist der schwarze Farbschlag mit grünem Glanz im Gefieder. Die getupften Varianten – Schwarz-Silber-Getupft und Schwarz-Gold-Getupft – zeigen regelmäßig verteilte helle Tupfen auf schwarzem Grund und gelten unter Züchtern als besonders attraktiv. Der blaue Farbschlag ist seltener und züchterisch anspruchsvoller.

Charakter & Wesen

Das Appenzeller Barthuhn ist ein lebhaftes, wachsames und selbstständiges Huhn. Im Vergleich zu vielen modernen Rassen zeigt es ein ausgeprägtes Erkundungsverhalten und eine hohe Aktivität. Es ist ein hervorragender Futtersucher, der sich bei ausreichend Freilauf einen erheblichen Teil seiner Nahrung selbst beschafft. Diese Eigenschaft macht es wirtschaftlich interessant für die extensive Haltung.

Gegenüber vertrauten Personen zeigen Barthühner ein freundliches, wenn auch nicht übermäßig zutrauliches Wesen. Sie lassen sich mit Geduld und regelmäßigem Kontakt an den Halter gewöhnen, bleiben aber grundsätzlich etwas reservierter als typische Anfängerrassen. Die Hähne sind aufmerksam und territorial, ohne übermäßig aggressiv zu sein. Im Bestand untereinander herrscht in der Regel ein friedliches Zusammenleben, sofern ausreichend Platz vorhanden ist.

Bemerkenswert ist der ausgeprägte Bruttrieb einzelner Hennen. Obwohl nicht alle Tiere zuverlässig brüten, gibt es Linien, in denen die Hennen verlässliche Glucken sind und ihre Küken aufmerksam führen.

Haltung & Pflege

Das Appenzeller Barthuhn ist kein Huhn für reine Stallhaltung. Sein lebhaftes Wesen und sein Bewegungsdrang verlangen nach großzügigem Auslauf. Ein gut strukturierter Freilauf mit Hecken, Büschen und Bäumen kommt dem natürlichen Verhalten dieser Rasse sehr entgegen. Als ursprüngliches Berghuhn ist es ausgesprochen robust, wetterhart und kommt mit kalten Wintern und feuchtem Klima gut zurecht. Der Rosenkamm ist kaum frostempfindlich – ein klarer Vorteil gegenüber Rassen mit großem Einfachkamm.

Barthühner sind gute Flieger. Eine Umzäunung des Auslaufs sollte mindestens 1,50 Meter hoch sein, besser höher, oder durch ein Netz gesichert werden. Der Stall sollte trocken, zugfrei und gut belüftet sein. Auf Hygiene ist wie bei allen