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Antwerpener-bartzwerg

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Rassen > Hühnerrassen

Steckbrief

  • Herkunft: Belgien (Region Antwerpen)
  • Rassestandard: Anerkannt durch den BDRG (Bund Deutscher Rassegeflügelzüchter) sowie den europäischen Dachverband Entente Européenne d'Aviculture et de Cuniculture (EE)
  • Kategorie: Echte Zwerghühner (ohne großes Pendant)
  • Gewicht Hahn: ca. 700–800 g
  • Gewicht Henne: ca. 600–700 g
  • Legeleistung: ca. 100–160 Eier pro Jahr
  • Eigewicht: ca. 35 g, Schalenfarbe weiß bis cremefarben
  • Lebenserwartung: 6–10 Jahre bei artgerechter Haltung
  • Gefieder: Vollbefiedert mit ausgeprägtem Bart und Muff; zahlreiche Farbschläge anerkannt, darunter Wachtelfarbig, Schwarz, Blau, Gesäumt, Perlgrau, Gelb, Weiß, Porzellanfarbig, Silber-Wachtelfarbig und viele weitere

Herkunft & Geschichte

Der Antwerpener Bartzwerg zählt zu den ältesten Zwerghühnerrassen Europas und hat seinen Ursprung im flämischen Raum rund um die Stadt Antwerpen. Bereits im 17. Jahrhundert tauchen in flämischen Malereien und Schriften Hinweise auf kleine, bärtige Hühner auf, die als Vorläufer dieser Rasse gelten. Die gezielte Zucht begann vermutlich im frühen 19. Jahrhundert, als belgische Liebhaber systematisch auf den markanten Bart, die kompakte Körperform und eine möglichst große Farbenvielfalt selektierten.

Im Gegensatz zu vielen anderen Zwergrassen ist der Antwerpener Bartzwerg ein sogenanntes Urzwerghuhn – er wurde also nicht durch Verkleinerung einer Großrasse erzüchtet, sondern existiert ausschließlich als Zwergform. Diese eigenständige Abstammung macht ihn aus züchterischer Sicht besonders wertvoll. Im belgischen und niederländischen Raum wird die Rasse bis heute unter dem Namen „Antwerpse Baardkriel" geführt. In Deutschland erfolgte die Anerkennung durch den BDRG, der die Rasse in zahlreichen Farbschlägen im Rassestandard führt. Die Zuchtverbände in Belgien, den Niederlanden und Deutschland pflegen einen regen Austausch, was der genetischen Breite der Rasse zugutekommt.

Aussehen & Rassemerkmale

Das auffälligste Merkmal des Antwerpener Bartzwergs ist sein namensgebender Bart, der gemeinsam mit den seitlichen Federbüscheln – den sogenannten Muffeln oder Bärten – das Gesicht nahezu vollständig umrahmt. Der Bart sitzt unterhalb des Schnabels und bildet zusammen mit den Backenbärten einen dreiteiligen Federschmuck, der dem Tier ein unverwechselbares, fast eulenartiges Aussehen verleiht.

Der Körperbau ist gedrungen, breit und nach vorn geneigt, was eine fast kugelrunde Silhouette ergibt. Der Rücken ist kurz und fällt nach hinten ab. Die Brust tritt prominent hervor und verleiht dem kleinen Huhn eine stolze Haltung. Der Schwanz wird beim Hahn hoch getragen und zeigt gut geschwungene Sicheln. Die Läufe sind kurz, unbefiedert und je nach Farbschlag schieferblau bis fleischfarben.

Der Kamm ist ein Rosenkamm, der flach und fest am Kopf anliegt. Kehllappen sind aufgrund der Bartbefiederung kaum bis gar nicht sichtbar. Die Augen sind groß, lebhaft und dunkel. Die enorme Farbschlagvielfalt – der Rassestandard erkennt in Deutschland über 25 Varianten an – ist ein weiteres Kennzeichen dieser Rasse und macht sie für Züchter besonders reizvoll.

Charakter & Wesen

Antwerpener Bartzwerge gelten als lebhaft, neugierig und erstaunlich zutraulich. Wer sich regelmäßig mit seinen Tieren beschäftigt, wird schnell feststellen, dass sie eine echte Bindung zu ihrem Halter aufbauen. Die Hennen sind dabei oft besonders treu und folgen ihrem Pfleger bereitwillig durch den Garten.

Die Hähne zeigen ein durchaus wachsames Verhalten, sind dabei aber selten übermäßig aggressiv gegenüber Menschen. Untereinander kann es – wie bei vielen Zwerghühnerrassen – zu Rangordnungskämpfen kommen, doch insgesamt ist das Sozialverhalten als verträglich einzustufen. Die Tiere sind verspielt, aktiv und nutzen jede Gelegenheit zum Scharren und Erkunden. Trotz ihrer geringen Körpergröße sind sie robust, selbstbewusst und keineswegs schreckhaft.

Eine Besonderheit: Viele Hennen zeigen ausgeprägten Bruttrieb und sind hervorragende Glucken, die ihren Nachwuchs mit bemerkenswerter Hingabe führen.

Haltung & Pflege

Aufgrund ihrer kompakten Größe eignen sich Antwerpener Bartzwerge auch für kleinere Gärten und Grundstücke. Ein sicherer Auslauf mit abwechslungsreicher Struktur – Büsche, Sandbadeplätze, erhöhte Sitzstangen – kommt ihrem aktiven Wesen entgegen. Die Tiere sind gute Flieger, weshalb eine ausreichend hohe Umzäunung oder ein übernetzter Auslauf empfehlenswert ist.

Der Stall sollte trocken, zugfrei und gut belüftet sein. Pro Tier werden mindestens 0,25 Quadratmeter Stallfläche empfohlen, wobei mehr Platz immer besser ist. Sitzstangen dürfen bei Zwerghühnern etwas niedriger angebracht werden als bei Großrassen.

Die Gefiederpflege hält sich in überschaubarem Rahmen. Der Bart kann bei matschigen Bodenverhältnissen verschmutzen und sollte dann kontrolliert werden. Ein regelmäßig zugängliches Sandbad unterstützt die natürliche Gefiederpflege und beugt Parasitenbefall vor. Milbenkontrollen im Stall gehören zur Routinepflege.

Ernährung

Die Ernährung unterscheidet sich nicht grundlegend von der anderer Hühnerrassen, muss aber an die geringere Körpergröße angepasst werden. Ein