Barnevelder
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Steckbrief
- Herkunft: Barneveld, Provinz Gelderland, Niederlande
- Rassestandard: Anerkannt durch den Bund Deutscher Rassegeflügelzüchter (BDRG) sowie den Niederländischen Geflügelzuchtverband; europäischer Standard nach der Entente Européenne d'Aviculture et de Cuniculture (EE)
- Gewichtsklasse: Schweres Huhn (Großrasse)
- Gewicht Hahn: 3,0–3,5 kg
- Gewicht Henne: 2,5–2,8 kg
- Legeleistung: ca. 180–200 Eier pro Jahr
- Eigewicht: mindestens 65 g
- Eierfarbe: Dunkelbraun bis schokoladenbraun
- Lebenserwartung: 6–8 Jahre, bei guter Haltung auch länger
- Gefiederfarben: Doppelgesäumt (braun-schwarz), schwarz, weiß, blau-doppelgesäumt, silber-schwarz-doppelgesäumt
Herkunft & Geschichte
Der Barnevelder stammt aus der niederländischen Stadt Barneveld in der Provinz Gelderland, einer Region mit langer Geflügelzuchttradition. Die Rasseentstehung begann Ende des 19. Jahrhunderts, als einheimische Landhühner mit importierten asiatischen Rassen wie Cochin, Brahma und Langschan gekreuzt wurden. Ziel der Zucht war ein leistungsfähiges Zweinutzungshuhn, das sowohl eine hohe Legeleistung als auch einen guten Fleischansatz mitbringt. Besonderes Augenmerk lag von Anfang an auf der dunkelbraunen Eierschalenfarbe, die auf dem britischen Exportmarkt sehr gefragt war.
Um 1906 wurde die Rasse erstmals auf Ausstellungen in den Niederlanden gezeigt. Die offizielle Anerkennung als eigenständige Rasse erfolgte 1921 durch den niederländischen Zuchtverband. In den folgenden Jahrzehnten verbreitete sich der Barnevelder rasch in ganz Europa und erlangte besonders in Deutschland, Großbritannien und Skandinavien große Beliebtheit. Heute betreuen mehrere Sonderzuchtvereine die Rasse, darunter der Sonderverein der Barnevelder-Züchter Deutschlands, der sich der Erhaltung und Verbesserung des Rassestandards widmet.
Aussehen & Rassemerkmale
Der Barnevelder ist ein kräftig gebautes, aufrecht stehendes Huhn mit breiter Brust und gut gerundeter Körperform. Der Rücken verläuft leicht ansteigend zur Schwanzpartie hin, was dem Tier eine elegante, aber zugleich robuste Silhouette verleiht. Der Kopf ist mittelgroß mit einem einfachen, aufrecht stehenden Kamm, der bei der Henne deutlich kleiner ausfällt als beim Hahn. Die Ohrlappen sind rot, die Augen orangerot.
Das bekannteste und beliebteste Farbenschlag ist die braun-schwarz-doppelgesäumte Variante. Hierbei zeigt jede Feder der Henne eine pfeilförmige, doppelte schwarze Säumung auf warmbraunem Grund – ein ausgesprochen dekoratives Zeichnungsmuster, das den Barnevelder unverwechselbar macht. Der Hahn ist in diesem Farbenschlag überwiegend schwarz mit braunen Schulterpartien und grünlich schillerndem Schwanzgefieder. Die Läufe sind gelb und unbefiedert, was die Rasse gut von asiatischen Vorfahren unterscheidet.
Es existiert auch eine Zwergform des Barnevelders, die vom BDRG ebenfalls anerkannt ist. Zwerg-Barnevelder wiegen beim Hahn etwa 1,0–1,1 kg und bei der Henne ca. 0,9 kg. Sie legen kleinere Eier, tragen aber dieselben charakteristischen Farbenschläge.
Charakter & Wesen
Barnevelder gelten als ausgesprochen ruhige, zutrauliche und gutmütige Hühner. Sie werden schnell handzahm und zeigen kaum Scheu gegenüber Menschen, was sie zu idealen Hühnern für Familien mit Kindern macht. Trotz ihrer Gelassenheit sind sie keineswegs träge – Barnevelder sind lebhaft, neugierig und aktiv bei der Futtersuche. Auf Freilandflächen zeigen sie ein ausgeprägtes Scharr- und Erkundungsverhalten.
Im Umgang mit anderen Hühnerrassen verhalten sich Barnevelder in der Regel friedlich und sozialverträglich. Hähne sind wachsam, aber selten aggressiv. Der Bruttrieb ist bei den Hennen unterschiedlich stark ausgeprägt – manche Linien zeigen gute Gluckeigenschaften, während in leistungsorientierten Zuchtlinien der Bruttrieb weitgehend weggezüchtet wurde. Insgesamt zeichnet sich die Rasse durch ein ausgeglichenes, verlässliches Wesen aus.
Haltung & Pflege
Barnevelder sind anspruchslose, wetterharte Hühner, die sich sowohl für die Freilandhaltung als auch für die Haltung mit begrenztem Auslauf eignen. Aufgrund ihres Gewichts und ihrer eher kurzen Flügel fliegen sie selten über Zäune, was die Einfriedung unkompliziert macht. Ein Zaun von 1,2 bis 1,5 Metern Höhe reicht in der Regel aus.
Der Stall sollte gut belüftet, trocken und zugfrei sein. Pro Tier werden mindestens 0,5 Quadratmeter Stallfläche empfohlen, idealerweise mehr. Im Auslauf schätzen Barnevelder Grasflächen mit Unterständen und Büschen, die Schutz vor Greifvögeln und Witterung bieten. Eine Fläche von mindestens 10 Quadratmetern pro Tier ist wünschenswert.
Die Gefiederpflege ist unkompliziert. Das dichte, eng anliegende Federkleid ist pflegeleicht und bietet guten Schutz gegen Kälte und Nässe. Regelmäßige Kontrolle auf Ektoparasiten wie Milben und Federlinge gehört zur Standardpflege. Ein Sandbad im Auslauf unterstützt die natürliche Gefiederpflege und beugt Parasitenbefall vor.
Ernährung
Wie alle Hühner benötigen Barnevelder eine ausgewogene Ernährung. Ein hochwertiges Alleinfutter für