Araucana
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Steckbrief
- Herkunft: Chile / Südamerika (Araukanien)
- Rassestandard: BDRG (Bund Deutscher Rassegeflügelzüchter), EE (Europäischer Verband für Geflügel-, Tauben-, Vogel-, Kaninchen- und Caviazucht)
- Größe: Mittelgroßes Huhn
- Gewicht: Hahn 2,0–2,5 kg, Henne 1,6–2,0 kg
- Legeleistung: ca. 160–180 Eier pro Jahr
- Eierfarbe: Grün bis türkisblau
- Lebenserwartung: 6–8 Jahre
- Gefieder/Farben: Wildfarbig, schwarz, blau, weiß, gesperbert, gold-weizenfarbig und weitere anerkannte Farbschläge
Herkunft & Geschichte
Die Araucana zählen zu den faszinierendsten und ältesten Hühnerrassen der Welt. Ihre Abstammung geht auf die Hühner der Mapuche-Indianer zurück, die im Gebiet Araukanien im heutigen Chile lebten. Bereits lange vor der Ankunft der Spanier in Südamerika hielten die Mapuche diese Hühner – was unter Forschern zu intensiven Diskussionen über die Herkunft des Haushuhns in der Neuen Welt führte. Genetische Untersuchungen deuten darauf hin, dass die Araucana möglicherweise polynesische Vorfahren haben, die über den Pazifik nach Südamerika gelangten.
In Europa wurden die Araucana erstmals Anfang des 20. Jahrhunderts bekannt, als der chilenische Geflügelkundler Professor Salvador Castelló sie 1921 auf dem Weltgeflügelkongress in Den Haag vorstellte. Die grünlich-blauen Eier erregten sofort großes Aufsehen. In den folgenden Jahrzehnten gelangten Araucana nach Nordamerika und Europa, wo unterschiedliche Zuchtlinien entstanden. Der europäische Rassestandard unterscheidet sich dabei deutlich vom amerikanischen: Während in Europa die schwanzlose Variante mit Bommeln (auch Tuffs genannt) bevorzugt wird, kennt der amerikanische Standard auch geschwänzte Varianten. Der BDRG erkennt die Araucana als eigenständige Rasse mit klar definierten Zuchtzielen an.
Aussehen & Rassemerkmale
Das auffälligste Merkmal der Araucana ist ihre Schwanzlosigkeit – diesen Tieren fehlen die Schwanzwirbel vollständig, was ihnen eine charakteristische, kompakte Silhouette verleiht. Ein weiteres unverwechselbares Rassemerkmal sind die sogenannten Bommeln: Federbüschel, die an kurzen Hautzapfen seitlich am Kopf wachsen und abstehen. Nicht alle Araucana zeigen beide Merkmale gleichermaßen ausgeprägt, doch im europäischen Rassestandard sind Schwanzlosigkeit und Bommeln erwünscht.
Der Körperbau ist gedrungen und kräftig, mit breiter Brust und leicht abfallendem Rücken. Der Kopf trägt einen kleinen Erbsenkamm, der bei beiden Geschlechtern nur schwach ausgeprägt ist. Die Ohrlappen sind klein und rötlich. Die Läufe sind unbefiedert und je nach Farbschlag weidengrün bis schieferblau gefärbt. Das Gefieder liegt straff an und zeigt je nach Farbschlag unterschiedliche Zeichnungen. Besonders beliebt sind die wildfarbigen und die schwarz-roten Varianten.
Das wohl berühmteste Merkmal ist die Eifarbe: Araucana legen Eier in verschiedenen Grün- und Blautönen. Diese Färbung entsteht durch den Gallenfarbstoff Oocyanin, der bereits in der Schalenbildung eingelagert wird – die Farbe durchdringt die gesamte Schale, anders als bei braunen Eiern, wo die Pigmentierung nur oberflächlich aufgetragen wird.
Charakter & Wesen
Araucana gelten als lebhafte, neugierige und erstaunlich zutrauliche Hühner. Sie sind wachsam, ohne dabei nervös oder schreckhaft zu wirken. Im Vergleich zu vielen Hochleistungsrassen zeigen sie ein ausgeprägtes natürliches Verhalten: Sie scharren intensiv, nehmen ausgiebig Sandbäder und zeigen ein starkes Sozialverhalten innerhalb der Gruppe.
Gegenüber ihren Haltern werden Araucana oft überraschend zahm und lassen sich bei regelmäßigem, ruhigem Umgang problemlos aus der Hand füttern. Hennen sind dabei in der Regel umgänglicher als Hähne, die durchaus territorial auftreten können, ohne jedoch übermäßig aggressiv zu sein. Ihr aufgewecktes, verspieltes Wesen macht sie zu angenehmen Begleitern im Garten. Auch gegenüber Kindern verhalten sich gut sozialisierte Araucana in der Regel friedlich und gelassen.
Haltung & Pflege
Araucana sind robust und für die Freilandhaltung bestens geeignet. Sie brauchen ausreichend Auslauf, da sie gerne und ausdauernd auf Nahrungssuche gehen. Ein gut gesicherter Auslauf mit Grasfläche, Büschen als Deckung und Sandbademöglichkeiten entspricht ihren Bedürfnissen optimal. Die Tiere sind gute Futtersucher und verwerten Grünfutter, Insekten und Sämereien effizient.
Der Stall sollte trocken, zugfrei und gut belüftet sein. Pro Tier sind mindestens 0,5 Quadratmeter Stallfläche empfehlenswert, besser mehr. Sitzstangen in unterschiedlichen Höhen werden gerne angenommen. Die Gefiederpflege übernehmen die Tiere durch regelmäßige Sandbäder weitgehend selbst. Eine besondere Federpflege durch den Halter ist bei gesunden Tieren nicht nötig.
Da Araucana flugfreudig sind, sollte der Zaun des Freilaufgeheges mindestens 1,50 Meter hoch sein – bei besonders aktiven Tieren empfiehlt sich ein Netz als Abdeckung. Im Winter sind Araucana dank ihres dichten Gefieders gut gegen Kälte gewappnet, empfindlich reagieren sie allerdings auf dauerhafte Nässe.
Ernährung
Die Ernährung der Araucana unterscheidet sich nicht grundlegend von der anderer Hühnerrassen. Ein hochwertiges Alleinfutter für Legehennen bildet die Basis. Ergänzt wird dieses durch Körn