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Augsburger

A

Rassen > Hühnerrassen

Steckbrief

  • Herkunft: Augsburg, Bayern, Deutschland
  • Rassestandard: BDRG (Bund Deutscher Rassegeflügelzüchter), anerkannt seit 2000
  • Gewicht Hahn: 2,0 – 2,5 kg
  • Gewicht Henne: 1,5 – 2,0 kg
  • Legeleistung: ca. 150 Eier pro Jahr
  • Eigewicht: ca. 55 g, weiß
  • Gefieder/Farben: Schwarz, mit grünem Glanz
  • Kammform: Becherkamm (Kronenkamm)
  • Lebenserwartung: 6 – 8 Jahre
  • Gefährdungsstatus: Extrem gefährdet (Rote Liste der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen, GEH)

Herkunft & Geschichte

Das Augsburger Huhn ist die einzige Hühnerrasse, die aus dem bayerischen Schwaben stammt, und zugleich eine der seltensten deutschen Hühnerrassen überhaupt. Die Abstammung geht auf Kreuzungen zwischen La Flèche und italienischen Lamotta-Hühnern zurück, die Ende des 19. Jahrhunderts von Züchtern in und um Augsburg vorgenommen wurden. Ziel war es, ein leistungsfähiges Zwiehuhn zu schaffen, das sowohl eine ordentliche Legeleistung als auch einen brauchbaren Fleischansatz mitbringt und dabei an das raue Klima Süddeutschlands angepasst ist.

Julius Hammerschmidt und andere Augsburger Züchter trieben die Entwicklung der Rasse voran. Um 1880 wurde die Rasse erstmals auf Ausstellungen gezeigt. Es dauerte jedoch viele Jahrzehnte, bis das Augsburger Huhn offiziell anerkannt wurde. Erst im Jahr 2000 nahm der BDRG die Rasse in den deutschen Rassestandard auf. Diese späte Anerkennung hing mit den massiven Bestandseinbrüchen zusammen, die das Augsburger Huhn im Laufe des 20. Jahrhunderts erlitten hatte. Insbesondere durch die beiden Weltkriege und die zunehmende Verdrängung durch Hochleistungshybriden schrumpfte die Population auf wenige Dutzend Tiere. Engagierte Züchter und die Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen (GEH) arbeiten seither intensiv daran, den Bestand zu stabilisieren.

Aussehen & Rassemerkmale

Das auffälligste Merkmal des Augsburger Huhns ist sein einzigartiger Becherkamm, auch Kronenkamm genannt. Dieser Kamm erinnert an eine kleine Krone oder einen Becher und unterscheidet sich deutlich von den üblichen Einfachkämmen anderer Rassen. Er entstand durch die Kreuzung des gegabelten Kamms der La Flèche mit den Kammformen der Lamotta-Hühner. Der Kamm ist mittelgroß, aufrecht stehend und bei Hähnen stärker ausgeprägt als bei Hennen.

Das Gefieder ist ausschließlich schwarz und zeigt bei guter Pflege und Haltung einen intensiven, grünlich schimmernden Glanz. Der Körperbau ist mittelgroß, gestreckt und leicht aufgerichtet, was dem Augsburger Huhn eine elegante Erscheinung verleiht. Der Rücken ist breit und lang, die Brust gut gerundet. Die Läufe sind schieferblau bis dunkelgrau, die Ohrscheiben weiß. Die Augen sind dunkelbraun bis schwarz. Der Schwanz wird beim Hahn hoch getragen und zeigt gut gebogene Sicheln.

Insgesamt wirkt das Augsburger Huhn robust und harmonisch proportioniert – ein typisches Landhuhn mit Charakter.

Charakter & Wesen

Augsburger Hühner gelten als lebhaft, wachsam und selbstständig. Sie sind ausgezeichnete Futtersucher und zeigen ein ausgeprägtes Erkundungsverhalten. Im Vergleich zu vielen modernen Rassen sind sie eher temperamentvoll und bewegungsfreudig, ohne dabei nervös oder schreckhaft zu wirken. Mit etwas Geduld und regelmäßigem Kontakt werden sie durchaus zutraulich und lassen sich an den Halter gewöhnen.

Hähne zeigen sich in der Regel wachsam gegenüber Greifvögeln und anderen Gefahren und führen ihre Herde zuverlässig. Die Hennen sind sozialverträglich und ordnen sich gut in bestehende Gruppen ein. Brutlust ist bei Augsburger Hennen mäßig ausgeprägt – sie brüten gelegentlich, sind aber keine verlässlichen Glucken. Wer Naturbrut anstrebt, sollte gegebenenfalls eine brutfreudige Ammenrasse einplanen.

Haltung & Pflege

Das Augsburger Huhn ist eine robuste Landrasse, die für Freilandhaltung prädestiniert ist. Ein großzügiger Auslauf mit abwechslungsreicher Struktur – Büsche, Bäume, Wiese – kommt dem natürlichen Bewegungsdrang und der Futterlust dieser Tiere entgegen. Reine Stallhaltung ist für das Augsburger Huhn nicht geeignet. Die Tiere benötigen Beschäftigung und die Möglichkeit, ausgiebig zu scharren und zu picken.

Der Stall sollte trocken, zugfrei und gut belüftet sein. Obwohl das Augsburger Huhn an kalte Winter angepasst ist, sollte man bei extremem Frost den Becherkamm im Auge behalten, da exponierte Kammformen grundsätzlich etwas frostempfindlicher sind als anliegende Kammtypen. Eine Schicht Vaseline auf dem Kamm kann bei starkem Frost vorbeugend wirken.

Die Gefiederpflege ist unkompliziert. Das dichte, anliegende Gefieder benötigt keine besondere Behandlung, sofern die Tiere Zugang zu einem Sandbad haben. Regelmäßige Kontrolle auf Parasiten wie Milben und Federlinge gehört zur Standardpflege.

Ernährung

In der Fütterung unterscheidet sich das Augsburger Huhn nicht wesentlich von anderen Landhühnerrassen. Ein hochwertiges Alleinfutter für Legehennen bildet die Basis. Ergänzend profitieren die Tiere von Körnermischungen, frischem Grünfutter, Gemüseresten und gelegentlich tierischem Eiweiß in Form von Mehlwürmern oder Quark. Bei ausreichend großem Auslauf decken