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Anhinga

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Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Anhinga anhinga
  • Ordnung: Suliformes (Tölpelartige)
  • Familie: Anhingidae (Schlangenhalsvögel)
  • Gattung: Anhinga
  • Lebensraum: Süßwassergebiete, Sümpfe, Mangroven, langsam fließende Flüsse
  • Größe: 75–95 cm Körperlänge, Flügelspannweite 95–120 cm
  • Gewicht: 1.000–1.400 g
  • Lebenserwartung: ca. 12–16 Jahre in freier Wildbahn

Aussehen & Merkmale

Die Anhinga ist ein schlanker, langgestreckter Wasservogel mit einem auffällig langen, dünnen Hals, der ihr den volkstümlichen Namen „Schlangenhalsvogel" eingebracht hat. Der Schnabel ist spitz, dolchartig und an den Rändern fein gezähnt – eine Anpassung an das Ergreifen glitschiger Beute unter Wasser. Im Unterschied zu Kormoranen, mit denen sie häufig verwechselt wird, fehlt der Anhinga der ausgeprägte Hakenschnabel.

Das Gefieder zeigt einen deutlichen Geschlechtsdimorphismus. Männchen tragen ein überwiegend schwarz-grünlich glänzendes Federkleid mit silberweißen Streifen und Flecken auf den Oberflügeldecken und dem Rücken. Weibchen und Jungvögel sind am Kopf, Hals und der Brust hellbraun bis beige gefärbt, während der übrige Körper dunkler erscheint. Die Iris ist rötlich, die Beine und Schwimmhäute dunkelgrau bis schwarz.

Ein zentrales Merkmal der Anhinga ist ihr nur schwach ausgeprägtes Bürzeldrüsensekret. Die Federn sind daher weniger wasserabweisend als bei den meisten anderen Wasservögeln. Diese Eigenschaft reduziert den Auftrieb beim Tauchen erheblich, macht jedoch ein regelmäßiges Trocknen des Gefieders an Land oder auf exponierten Sitzwarten erforderlich. Die charakteristische Pose mit weit ausgebreiteten Flügeln – oft an Sonnplätzen über dem Wasser zu beobachten – dient genau diesem Zweck.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Anhinga erstreckt sich über weite Teile des amerikanischen Doppelkontinents. In Nordamerika brütet sie von den südöstlichen US-Bundesstaaten – insbesondere Florida, Louisiana, Texas und den Carolinas – bis nach Mexiko. In Mittel- und Südamerika reicht das Areal über ganz Zentralamerika bis nach Argentinien und Uruguay. Die nördlichen Populationen ziehen im Winter teilweise nach Süden, während tropische Bestände als Standvögel gelten.

Als Habitat bevorzugt die Anhinga ruhige, vegetationsreiche Süßgewässer. Sumpfgebiete, Altarme, Seen mit dichtem Uferbewuchs, überflutete Wälder und Mangroven bilden ihr typisches Biotop. Gelegentlich nutzt sie auch Brackwasserzonen und küstennahe Lagunen. Entscheidend für die Habitatwahl ist das Vorhandensein von Sitzwarten wie überhängenden Ästen oder abgestorbenen Bäumen in Ufernähe, die dem Trocknen des Gefieders und der Jagd dienen.

Innerhalb der Familie Anhingidae existieren drei weitere Arten: die Australische Schlangenhalsvogel (Anhinga novaehollandiae), der Afrikanische Schlangenhalsvogel (Anhinga rufa) und der Indische Schlangenhalsvogel (Anhinga melanogaster). Alle vier Arten teilen die grundlegende Körperbauform und Lebensweise, unterscheiden sich jedoch in Gefiederfärbung und Verbreitungsgebiet.

Ernährung

Die Anhinga ernährt sich vorwiegend von Fisch. Zum Beutespektrum gehören mittelgroße Süßwasserfische wie Buntbarsche, Barsche, Welse und Sonnenbarsche. Ergänzend frisst sie Krebstiere, Frösche, Wasserschlangen, Molche und gelegentlich größere Wasserinsekten.

Die Jagdtechnik unterscheidet sich grundlegend von der anderer fischfressender Vögel. Die Anhinga schwimmt mit nahezu vollständig untergetauchtem Körper, wobei nur Kopf und Hals aus dem Wasser ragen – eine Silhouette, die an eine schwimmende Schlange erinnert und den englischen Trivialnamen „Snakebird" begründet. Unter Wasser pirscht sie sich langsam an die Beute heran und stößt dann mit einer blitzschnellen Streckbewegung des S-förmig gebogenen Halses zu. Der spitze Schnabel durchbohrt den Fisch seitlich. An der Oberfläche wird die Beute in die Luft geworfen, aufgefangen und mit dem Kopf voran geschluckt. Eine speziell ausgebildete Halswirbelmuskulatur – der achte und neunte Halswirbel besitzen einen kippbaren Gelenkmechanismus – ermöglicht diese katapultartige Stoßbewegung.

Verhalten & Lebensweise

Die Anhinga ist tagaktiv. Den Großteil des Tages verbringt sie mit Jagen, Trocknen des Gefieders und Ruhen auf Sitzwarten. Frühmorgens sucht sie zunächst exponierte Plätze auf, um in typischer Spreizflügelhaltung ihr durchnässtes Gefieder in der Sonne zu trocknen. Erst danach beginnt die Nahrungssuche.

Im Flug nutzt die Anhinga Thermik und segelt oft in großen Höhen – ein Verhalten, das dem von Störchen oder Greifvögeln ähnelt und auf die breiten Flügel und den langen, fächerförmigen Schwanz zurückzuführen ist. Der aktive Flug wirkt etwas schwerfällig, da das durchnässte Gefieder das Starten von der Wasseroberfläche erschwert.

Anhingas sind gesellige Vögel. Sie brüten in Kolonien, oft gemeinsam mit Reihern, Kormoranen und Ibissen. Außerhalb der Brutzeit schlafen sie in gemischten Schlafgemeinschaften auf Bäumen über dem Wasser. Ein ausgeprägtes Revierverhalten zeigen sie vorwiegend in unmittelbarer Nestnähe.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Balz des Männchens umfasst