Doppelhornvogel
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Buceros bicornis
- Ordnung: Hornvögel (Bucerotiformes)
- Familie: Nashornvögel (Bucerotidae)
- Gattung: Buceros
- Lebensraum: Tropische und subtropische Regenwälder Süd- und Südostasiens
- Größe: 95–130 cm (Körperlänge), Flügelspannweite bis 180 cm
- Gewicht: 2,2–4,0 kg
- Lebenserwartung: Bis zu 50 Jahre in Gefangenschaft, in freier Wildbahn geschätzt 35–40 Jahre
Aussehen & Merkmale
Der Doppelhornvogel zählt zu den größten Vertretern der Familie der Nashornvögel. Sein auffälligstes Merkmal ist der mächtige, nach oben gebogene Schnabel, der an seiner Basis einen großen, helmartigen Aufsatz – den sogenannten Casque – trägt. Dieser Hornaufsatz ist hohl, aus einer wabenartigen Knochenstruktur aufgebaut und bei ausgewachsenen Tieren leuchtend gelb bis orange gefärbt. Die Bezeichnung „Doppelhornvogel" leitet sich von der konkaven Oberseite des Casque ab, die zwei hornähnliche Erhebungen bildet.
Das Gefieder ist überwiegend schwarz mit einem weißen Hals und weißen Schwanzfedern, die eine breite schwarze Binde aufweisen. Die unbefiederte Kehle zeigt bei Männchen eine gelbliche, bei Weibchen eine bläulich-weiße Färbung. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal der Geschlechter ist die Iris: Männchen besitzen rote Augen, Weibchen weißlich-blaue. Die Beine und Füße sind kräftig gebaut und grünlich-grau gefärbt. Die breiten, abgerundeten Flügel erzeugen im Flug ein tiefes, rhythmisches Rauschen, das auf mehrere hundert Meter Entfernung hörbar ist.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet des Doppelhornvogels erstreckt sich vom indischen Subkontinent über die Ausläufer des Himalajas bis nach Südostasien. Die Art kommt in Indien, Nepal, Bhutan, Myanmar, Thailand, Laos, Vietnam, Kambodscha, der Malaiischen Halbinsel sowie auf Sumatra vor. Als Habitat bevorzugt der Doppelhornvogel primäre tropische und subtropische Regenwälder in Höhenlagen von der Tiefebene bis etwa 2.000 Metern. Entscheidend für das Vorkommen ist der Bestand an alten, großkronigen Bäumen, die als Nahrungsquelle und Brutstätte dienen. Sekundärwälder und stark fragmentierte Waldgebiete werden nur selten besiedelt.
Das Revier eines Brutpaares kann je nach Nahrungsangebot zwischen 3 und 15 Quadratkilometer umfassen. Die Art ist standorttreu und unternimmt keine saisonalen Wanderungen, legt aber auf der täglichen Nahrungssuche teils erhebliche Strecken zurück.
Ernährung
Der Doppelhornvogel ernährt sich vorwiegend frugivor, also von Früchten. Feigen verschiedener Ficus-Arten bilden einen Hauptbestandteil der Nahrung und sind für die Art von zentraler Bedeutung. Daneben werden auch Steinfrüchte, Beeren und andere fleischige Früchte aufgenommen. Ergänzend stehen kleine Wirbeltiere auf dem Speiseplan: Eidechsen, Schlangen, junge Vögel und deren Eier sowie größere Insekten und Schnecken werden bei Gelegenheit erbeutet. Während der Brutzeit steigt der Anteil tierischer Nahrung deutlich an, da Weibchen und Küken einen erhöhten Proteinbedarf haben.
Durch den Verzehr großer Mengen an Früchten und die Abgabe unverdauter Samen über den Kot spielt der Doppelhornvogel eine bedeutende Rolle bei der Samenausbreitung in tropischen Wäldern. Einzelne Vögel können Samen über Entfernungen von mehreren Kilometern transportieren und tragen so zur Regeneration des Waldes bei.
Verhalten & Lebensweise
Doppelhornvögel sind tagaktive Vögel, die meist paarweise oder in kleinen Gruppen von bis zu zehn Individuen angetroffen werden. An ergiebigen Fruchtbäumen können sich zeitweise auch größere Ansammlungen von 20 oder mehr Tieren einfinden. Die Kommunikation erfolgt über laute, bellende Rufe, die über weite Distanzen im Wald hörbar sind und der Reviermarkierung sowie der Kontakthaltung zwischen Partnern dienen.
Ein charakteristisches Verhaltensmerkmal ist das sogenannte Sonnenbaden: Die Vögel sitzen in den frühen Morgenstunden mit ausgebreiteten Flügeln in den Baumkronen, um das Gefieder zu trocknen und Parasiten zu reduzieren. Der Flug wirkt trotz der Körpergröße erstaunlich wendig; die Vögel navigieren geschickt zwischen den Baumkronen und nutzen thermische Aufwinde bei längeren Strecken.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Brutzeit variiert regional und fällt in den meisten Teilen des Verbreitungsgebiets in die Monate Januar bis April. Doppelhornvögel leben monogam und gehen langfristige Paarbindungen ein, die oft lebenslang bestehen. Die Balz umfasst gegenseitiges Füttern, synchrone Rufe und gemeinsames Sitzen auf exponierten Ästen.
Gebrütet wird in natürlichen Baumhöhlen großer, alter Bäume. Das Weibchen versiegelt den Eingang der Bruthöhle mit einem Gemisch aus Kot, Nahrungsresten und Lehm, bis nur noch ein schmaler Spalt offen bleibt. Durch diesen Spalt versorgt das Männchen das Weibchen und später die Küken mit Nahrung. Dieser Einschluss schützt das Gelege und die Jungvögel vor Raubfeinden wie Baumschlangen und Mardern.
Das Gelege besteht in der Regel aus ein bis zwei Eiern. Die Brutdauer beträgt etwa 38 bis 40 Tage. Nach dem Schlupf bleibt das Weibchen noch weitere Wochen in der Höhle und nutzt die Zeit für eine vollständige Mauser des Großgefieders. Nach rund 72 bis 80 Tagen verlassen die Jungvögel die Bruthöhle. Das