Höhlenkauz
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Strix varia
- Ordnung: Eulen (Strigiformes)
- Familie: Eigentliche Eulen (Strigidae)
- Gattung: Strix
- Lebensraum: Dichte Laub- und Mischwälder, Sumpfwälder, bewaldete Flusstäler Nordamerikas
- Größe: 43–61 cm Körperlänge, Flügelspannweite 96–125 cm
- Gewicht: 470–1.050 g (Weibchen in der Regel schwerer als Männchen)
- Lebenserwartung: Bis zu 10 Jahre in freier Wildbahn, in Gefangenschaft über 20 Jahre
Aussehen & Merkmale
Der Höhlenkauz ist eine mittelgroße bis große Eule mit rundlichem Kopf ohne Federohren. Das Gefieder zeigt eine braun-weiße Grundfärbung mit auffälliger Bänderung an Brust und Bauch: Der obere Brustbereich weist horizontale Querstreifen auf, während der untere Bauch von vertikalen Längsstreifen durchzogen ist. Dieses Streifenmuster unterscheidet den Höhlenkauz zuverlässig von anderen nordamerikanischen Eulenarten.
Die großen, dunkelbraunen Augen sind von einem markanten Gesichtsschleier umgeben, der grau bis bräunlich gefärbt ist und von konzentrischen dunklen Ringen durchzogen wird. Anders als viele Eulenarten besitzt der Höhlenkauz keine gelben oder orangefarbenen Augen – die dunkle Iris verleiht ihm einen sanfteren Gesichtsausdruck. Der Schnabel ist gelblich, die Zehen sind bis zu den Krallen befiedert. Im Flug fallen die breiten, abgerundeten Flügel auf, die ein nahezu lautloses Gleiten durch dichte Waldbestände ermöglichen.
Weibchen sind im Durchschnitt rund 30 Prozent schwerer als Männchen, in der Gefiederfärbung unterscheiden sich die Geschlechter jedoch kaum.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet des Höhlenkauzes erstreckt sich über weite Teile Nordamerikas. Ursprünglich war die Art auf den Osten des Kontinents beschränkt – von den Laubwäldern Neuenglands über die Sumpfgebiete der Südstaaten bis nach Kanada. Im Laufe des 20. Jahrhunderts hat der Höhlenkauz sein Areal jedoch deutlich nach Westen ausgedehnt und besiedelt mittlerweile auch den pazifischen Nordwesten der USA und das südwestliche Kanada, insbesondere British Columbia.
Als bevorzugtes Habitat dienen dem Höhlenkauz alte, strukturreiche Wälder mit einem geschlossenen Kronendach. Besonders häufig findet man ihn in Sumpfwäldern, Auenwäldern entlang von Flussläufen und in alten Mischbeständen aus Laub- und Nadelgehölzen. Entscheidend für die Wahl des Biotops ist das Vorhandensein großer Baumhöhlen, die als Nistplatz dienen. Auch in stadtnahen Parks und Vorstadtgebieten mit altem Baumbestand kommt die Art gelegentlich vor.
Ernährung
Der Höhlenkauz ist ein opportunistischer Jäger mit einem breiten Nahrungsspektrum. Hauptsächlich erbeutet er kleine Säugetiere wie Mäuse, Ratten, Eichhörnchen und Kaninchen. Daneben frisst er Vögel bis zur Größe einer Taube, Amphibien – insbesondere Frösche –, Reptilien, Fische und größere Wirbellose wie Käfer und Krebstiere.
Die Jagd erfolgt überwiegend von einer Ansitzwarte aus. Der Kauz sitzt auf einem erhöhten Ast, lokalisiert Beutetiere anhand von Geräuschen und stößt dann in einem kurzen, schnellen Gleitflug herab. In Sumpfgebieten wurde beobachtet, wie Höhlenkäuze ins flache Wasser waten, um Krebse und Fische zu fangen – ein ungewöhnliches Verhalten für Eulen. Wie alle Eulen verschlingt der Höhlenkauz seine Beute häufig im Ganzen und würgt unverdauliche Reste als Gewölle wieder heraus.
Verhalten & Lebensweise
Der Höhlenkauz ist vorwiegend nachtaktiv, zeigt aber auch regelmäßig Aktivität in der Dämmerung und gelegentlich am Tag, besonders während der Brutzeit oder bei bedecktem Himmel. Tagsüber ruht er an geschützten Schlafplätzen im dichten Geäst nahe am Stamm alter Bäume.
Die Art ist standorttreu und verteidigt ein festes Revier ganzjährig. Die Reviergröße variiert je nach Nahrungsangebot zwischen etwa 100 und 400 Hektar. Der namensgebende Ruf – ein tiefes, rhythmisches „Who cooks for you? Who cooks for you-all?" – ist einer der charakteristischsten Eulenrufe Nordamerikas und über große Distanzen hörbar. Während der Balzzeit rufen Paare häufig im Duett, wobei die Stimme des Weibchens etwas höher klingt als die des Männchens.
Gegenüber Menschen verhält sich der Höhlenkauz vergleichsweise wenig scheu und lässt sich in geeigneten Lebensräumen aus relativ geringer Entfernung beobachten.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Brutzeit beginnt je nach Region zwischen Februar und März. Höhlenkäuze sind monogam und bilden dauerhafte Paarbindungen, die oft über viele Jahre bestehen. Die Balz umfasst gegenseitige Rufe, Kopfnicken und rituelle Fütterung des Weibchens durch das Männchen.
Das Weibchen legt zwei bis vier weiße, annähernd kugelförmige Eier in eine natürliche Baumhöhle, eine verlassene Spechthöhle oder gelegentlich in ein altes Greifvogel- oder Krähennest. Es baut kein eigenes Nest, sondern nutzt den vorhandenen Untergrund. Die Brutdauer beträgt 28 bis 33 Tage; während dieser Zeit brütet ausschließlich das Weibchen, während das Männchen die Nahrungsversorgung übernimmt.
Die Jungvögel verlassen die Bruthöhle nach etwa vier bis fünf Wochen, können zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht fliegen. Sie klettern in der Umgebung