Buschuhu
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Ketupa zeylonensis
- Ordnung: Eulen (Strigiformes)
- Familie: Eigentliche Eulen (Strigidae)
- Gattung: Ketupa (Fischuhu-Verwandte)
- Lebensraum: Bewaldete Flussufer, Mangrovenwälder, feuchte Tieflandwälder in Süd- und Südostasien
- Größe: 48–58 cm Körperlänge
- Gewicht: 1.100–2.500 g
- Lebenserwartung: ca. 15–20 Jahre in freier Wildbahn, in Gefangenschaft bis 30 Jahre
Aussehen & Merkmale
Der Buschuhu ist eine große, kräftig gebaute Eule mit auffälligen, horizontal abstehenden Federohren. Das Gefieder zeigt eine Grundfärbung in warmen Brauntönen mit einer ausgeprägten dunkelbraunen Strichelung und Bänderung auf Brust und Bauch. Die Oberseite ist dunkler gefärbt, durchsetzt von helleren Flecken, die eine wirksame Tarnung im dichten Blattwerk ermöglichen. Der Gesichtsschleier, bei Eulen typisch für die Schallbündelung, ist beim Buschuhu weniger deutlich ausgeprägt als etwa beim Waldkauz.
Die Augen sind groß und leuchtend gelb bis orangegelb – ein Merkmal, das die Art von vielen anderen Eulen des gleichen Verbreitungsgebiets unterscheidet. Die Beine sind unbefiedert und weisen eine raue, grobschuppige Oberfläche an den Zehen auf. Diese Anpassung erleichtert das Greifen glitschiger Beutetiere wie Fische und Frösche. Die Krallen sind stark gekrümmt und spitz. Im Flug zeigt der Buschuhu breite, abgerundete Flügel mit einer Spannweite von etwa 125–140 cm.
Ein deutlicher Geschlechtsdimorphismus besteht hinsichtlich der Körpergröße: Weibchen sind in der Regel schwerer und etwas größer als Männchen, was innerhalb der Strigidae ein häufiges Muster darstellt.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet des Buschuhus erstreckt sich über weite Teile des indischen Subkontinents, Sri Lanka, Myanmar, Thailand, Indochina und Teile Südostasiens bis nach Malaysia. Die Art besiedelt bevorzugt Tieflandregionen unterhalb von 1.500 Metern Höhe.
Das bevorzugte Habitat umfasst dicht bewachsene Uferstreifen entlang von Flüssen, Seen und Stauseen, aber auch Mangrovensümpfe, Reisfelder in der Nähe von Gewässern sowie lichte Laubwälder mit Wasserzugang. Entscheidend für die Ansiedlung ist die Kombination aus geeigneten Nistbäumen und fischreichen Gewässern. In Indien wird der Buschuhu gelegentlich auch in der Nähe menschlicher Siedlungen beobachtet, sofern alte Baumbestände und offene Wasserflächen vorhanden sind.
Es werden mehrere Unterarten anerkannt, darunter Ketupa zeylonensis zeylonensis auf Sri Lanka, K. z. leschenaultii auf dem indischen Festland und K. z. orientalis in Südostasien. Die Unterarten unterscheiden sich vor allem in der Intensität der Gefiederfärbung und der Körpergröße.
Ernährung
Der Buschuhu ist ein opportunistischer Jäger mit einer ausgesprochen vielseitigen Ernährung. Fische bilden einen wesentlichen Bestandteil der Nahrung, was der Art den alternativen Namen „Brauner Fischuhu" eingetragen hat. Er jagt von niedrigen Ansitzwarten über dem Wasser und greift Beute mit einem schnellen Vorstoß der unbefiederten Fänge. Neben Fischen erbeutet er Krebse, Frösche, Schlangen, Eidechsen, Nagetiere, kleinere Vögel und große Insekten.
Die Jagdtechnik variiert je nach Beutetyp. Landlebende Beute wird in der Regel durch einen Sturzflug vom Ansitz aus geschlagen, während aquatische Beute häufig im Waten an seichten Uferstellen erbeutet wird. Dieses Waten im flachen Wasser ist ein Verhalten, das nur bei wenigen Eulenarten zu beobachten ist und den Buschuhu ökologisch von den meisten anderen Strigidae abgrenzt.
Verhalten & Lebensweise
Der Buschuhu ist überwiegend nachtaktiv, zeigt jedoch auch in der Dämmerung und gelegentlich am Tag Aktivität – insbesondere an bewölkten Tagen oder in dicht beschatteten Biotopen. Tagsüber ruht er gut getarnt in dichten Baumkronen, häufig in der Nähe von Gewässern.
Die Art lebt paarweise und ist standorttreu. Paare besetzen feste Reviere, die über Jahre beibehalten werden. Die Reviermarkierung erfolgt durch tiefe, dumpfe Rufe, die in der Nacht über weite Strecken hörbar sind. Der typische Ruf ist ein tiefes, zweisilbiges „bu-boo", das in regelmäßigen Abständen wiederholt wird. Außerhalb der Brutzeit sind Buschuhus eher einzelgängerisch, halten sich aber häufig in lockerer Nähe zum Partner auf.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Brutzeit variiert je nach Region. Auf dem indischen Subkontinent fällt sie überwiegend in die Monate November bis April. Die Balz ist durch gegenseitige Rufduelle und gemeinsames Sitzen am Nistplatz gekennzeichnet. Der Buschuhu brütet in Baumhöhlen, auf breiten Astgabeln alter Bäume oder in verlassenen Nestern großer Greifvögel. Ein eigentlicher Nestbau findet nicht statt; die Eier werden direkt auf die vorhandene Unterlage gelegt.
Das Gelege umfasst in der Regel ein bis zwei weiße, rundliche Eier. Die Brutdauer beträgt etwa 33–38 Tage. Während dieser Zeit wird das Weibchen vom Männchen mit Nahrung versorgt. Die Jungvögel sind anfangs mit weißem Daunengefieder bedeckt und verlassen das Nest nach etwa sechs bis sieben Wochen, werden jedoch noch mehrere Monate von den Altvögeln gefüttert und betreut, bevor sie selbstständig jagen.