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Fischuhu

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Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Ketupa zeylonensis
  • Ordnung: Eulen (Strigiformes)
  • Familie: Eigentliche Eulen (Strigidae)
  • Gattung: Fischuhus (Ketupa)
  • Lebensraum: Gewässernahe Wälder, Flussauen, Mangroven
  • Größe: 48–58 cm Körperlänge, Flügelspannweite bis etwa 150 cm
  • Gewicht: 1,1–2,5 kg (Weibchen schwerer als Männchen)
  • Lebenserwartung: Bis zu 15 Jahre in freier Wildbahn, in Gefangenschaft über 20 Jahre

Aussehen & Merkmale

Der Fischuhu ist eine mittelgroße bis große Eulenart mit kräftigem Körperbau. Sein Gefieder zeigt eine Grundfärbung in verschiedenen Braun- und Ockertönen, durchsetzt mit dunklen Längs- und Querstreifen, die eine hervorragende Tarnung im Ufergebüsch ermöglichen. Die Unterseite ist heller und weist eine deutliche dunkle Strichelung auf. Auffällig sind die waagerecht abstehenden Federohren, die etwas zerzaust wirken und dem Vogel ein markantes Erscheinungsbild verleihen.

Die Augen sind leuchtend gelb bis orangegelb und relativ groß, wie es für Eulen typisch ist. Im Gegensatz zu vielen anderen Eulenarten besitzt der Fischuhu keinen ausgeprägten Gesichtsschleier. Die Fänge (Greiffüße) sind besonders kräftig und weisen eine Besonderheit auf: Die Unterseiten der Zehen tragen raue, dornige Schuppen – sogenannte Spiculae –, die das Festhalten glitschiger Fische erleichtern. Die Krallen sind stark gebogen und spitz. Der Schnabel ist dunkelgrau bis schwärzlich und hakenförmig.

Es besteht ein leichter Geschlechtsdimorphismus: Weibchen sind in der Regel etwas größer und schwerer als Männchen, in der Gefiederfärbung unterscheiden sich die Geschlechter jedoch kaum.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Fischuhus erstreckt sich über weite Teile Süd- und Südostasiens. Es reicht vom Nahen Osten (südliche Türkei, Israel) über den indischen Subkontinent bis nach Sri Lanka, Myanmar, Thailand, Kambodscha und Vietnam. Innerhalb dieses Areals werden mehrere Unterarten unterschieden, darunter Ketupa zeylonensis zeylonensis in Sri Lanka und Südindien sowie Ketupa zeylonensis leschenaulti auf dem indischen Festland.

Sein bevorzugtes Habitat sind dicht bewaldete Ufer von Flüssen, Seen, Stauseen und Bewässerungskanälen. Auch in Mangrovenwäldern, Sumpfgebieten und in der Nähe von Reisfeldern kommt die Art vor. Entscheidend für die Wahl des Biotops ist die Verfügbarkeit von fischreichen Gewässern in Kombination mit alten Bäumen, die als Nist- und Ruheplätze dienen. Der Fischuhu besiedelt Tieflandregionen bis in Höhen von etwa 1.500 Metern, vereinzelt auch höher.

Ernährung

Wie der deutsche Name bereits verrät, bilden Fische einen wesentlichen Bestandteil der Nahrung. Der Fischuhu erbeutet sie, indem er von einer niedrigen Sitzwarte am Ufer aus ins flache Wasser stößt und die Beute mit seinen rauen Fängen packt. Gelegentlich watet er auch im Flachwasser und schnappt nach vorbeiziehenden Fischen.

Das Nahrungsspektrum ist jedoch breiter als der Name vermuten lässt. Neben Fischen stehen Krebse, Frösche, Schlangen, Eidechsen, Wasserinsekten und deren Larven auf dem Speiseplan. Auch kleine Säugetiere wie Ratten und Mäuse sowie Vögel werden gelegentlich erbeutet. In der Nähe menschlicher Siedlungen nutzt der Fischuhu mitunter Fischteiche als Nahrungsquelle, was zu Konflikten mit der lokalen Bevölkerung führen kann.

Verhalten & Lebensweise

Der Fischuhu ist vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv, zeigt aber häufiger als andere Eulenarten auch Aktivität in den späten Nachmittagsstunden oder am frühen Morgen. Tagsüber ruht er gut getarnt in dichten Baumkronen oder im Ufergebüsch. Er lebt als Standvogel und ist ausgeprägt territorial. Paare besetzen ein festes Revier entlang eines Gewässerabschnitts, das sie ganzjährig verteidigen.

Die Rufe des Fischuhus sind tief und dumpf – ein charakteristisches, weittragendes „boom-boom" oder „hu-huhu", das besonders während der Balzzeit häufig zu hören ist. Paare führen oft Wechselgesänge durch, bei denen Männchen und Weibchen abwechselnd rufen (Duettgesang).

Im Flug wirkt der Fischuhu etwas schwerfälliger als viele andere Eulen. Ein Grund dafür liegt in der Beschaffenheit seines Gefieders: Im Unterschied zu den meisten Strigidae-Arten fehlen dem Fischuhu die typischen samtartigen Federränder, die anderen Eulen einen nahezu lautlosen Flug ermöglichen. Da er seine Beute jedoch nicht im Flug erlauschen muss, sondern überwiegend von Ansitzwarten aus jagt, stellt dies keinen Nachteil dar.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Brutsaison variiert je nach Region, liegt auf dem indischen Subkontinent aber meist zwischen November und April. Die Balz wird durch intensives gegenseitiges Rufen und Verbeugungen eingeleitet. Der Fischuhu baut kein eigenes Nest, sondern nutzt verlassene Horste anderer großer Vögel wie Greifvögel oder Krähen. Auch natürliche Baumhöhlen, Felsnischen und gelegentlich Klippen dienen als Brutplatz.

Das Gelege umfasst in der Regel ein bis zwei weiße, rundliche Eier. Die Brutdauer beträgt etwa 33–38 Tage. Hauptsächlich das Weibchen brütet, während das Männchen die Nahrungsversorgung übernimmt. Die Jungvögel sind anfangs mit weißlichem Daunen