Felsenhahn
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Rupicola rupicola (Guyanafelsenhahn) und Rupicola peruvianus (Andenfelsenhahn)
- Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
- Familie: Kotingas (Cotingidae)
- Gattung: Rupicola
- Lebensraum: Tropische und subtropische Bergwälder, felsige Schluchten, Nähe von Wasserfällen
- Größe: 28–32 cm (Körperlänge)
- Gewicht: 200–300 g
- Lebenserwartung: ca. 7–10 Jahre in freier Wildbahn
Aussehen & Merkmale
Der Felsenhahn gehört zu den auffälligsten Vögeln Südamerikas. Die Männchen beider Arten zeigen ein intensiv leuchtendes Gefieder, das je nach Art von tiefem Orange bis zu kräftigem Rot reicht. Der Guyanafelsenhahn (Rupicola rupicola) trägt ein durchgehend orangefarbenes Federkleid, während der Andenfelsenhahn (Rupicola peruvianus) ein scharlachrotes bis orangerotes Gefieder besitzt, ergänzt durch schwarze Flügel- und Schwanzfedern mit grauen Partien.
Das hervorstechendste Merkmal beider Arten ist der große, halbkreisförmige Federkamm auf dem Kopf der Männchen. Dieser Kamm erstreckt sich vom Schnabelansatz bis zum Hinterkopf und verdeckt den Schnabel bei seitlicher Betrachtung nahezu vollständig. Er ist permanent aufgerichtet und dient nicht wie bei anderen Vogelarten als fakultäres Drohsignal, sondern als dauerhaftes Schmuckelement. Die Weibchen beider Arten sind deutlich unauffälliger gefärbt: Ihr Gefieder ist überwiegend dunkelbraun bis olivbraun, der Federkamm wesentlich kleiner. Dieser ausgeprägte Geschlechtsdimorphismus steht in direktem Zusammenhang mit dem Paarungssystem der Gattung.
Der Körperbau ist gedrungen und kräftig, der Schnabel kurz und breit. Die Beine sind relativ kurz, aber kräftig und gut zum Klettern an Felsvorsprüngen geeignet. Die Augen der Männchen sind bei beiden Arten orange bis gelblich, bei den Weibchen eher dunkel.
Lebensraum & Verbreitung
Die Gattung Rupicola ist ausschließlich in Südamerika verbreitet. Der Guyanafelsenhahn besiedelt das Bergland von Guyana, Suriname, Französisch-Guayana, Süd-Venezuela und das nördliche Brasilien. Sein Verbreitungsgebiet umfasst vor allem die Tepui-Region und das Guyana-Hochland. Der Andenfelsenhahn kommt entlang der Anden von Venezuela über Kolumbien, Ecuador und Peru bis nach Bolivien vor.
Beide Arten bewohnen feuchte, tropische und subtropische Bergwälder in Höhenlagen zwischen 500 und 2.400 Metern. Ihr bevorzugtes Habitat zeichnet sich durch steile Felswände, Schluchten und die Nähe zu Wasserläufen oder Wasserfällen aus. Die Felsen bieten sowohl Nistmöglichkeiten als auch die Kulisse für die Balzplätze. Dicht bewachsene Täler mit hoher Luftfeuchtigkeit und schattigem Unterwuchs bilden das typische Biotop dieser Vögel.
Ernährung
Felsenhähne ernähren sich überwiegend von Früchten. Sie gelten als ausgesprochene Frugivore und spielen in ihrem Ökosystem eine wichtige Rolle als Samenverbreiter. Bevorzugt werden Früchte von Lauraceae, Burseraceae und verschiedenen Palmenarten. Ergänzend stehen Insekten, kleine Eidechsen und gelegentlich Frösche auf dem Speiseplan, insbesondere während der Brutzeit, wenn der Proteinbedarf der Weibchen und Jungvögel erhöht ist. Die Nahrungssuche findet vorwiegend in den mittleren und oberen Baumschichten statt, wobei die Vögel Früchte im Flug von Ästen abpflücken.
Verhalten & Lebensweise
Felsenhähne sind tagaktive Vögel, die allerdings Dämmerlicht gegenüber grellem Sonnenlicht bevorzugen. Außerhalb der Balzzeit leben sie einzelgängerisch oder in lockeren Gruppen. Die Männchen verbringen einen erheblichen Teil des Jahres an gemeinschaftlichen Balzplätzen, sogenannten Leks. Diese Plätze befinden sich oft auf halbschattigen Waldlichtungen oder an Felsvorsprüngen und werden über viele Jahre von aufeinanderfolgenden Generationen genutzt.
An einem Lek versammeln sich je nach Standort zwischen fünf und fünfzig Männchen. Jedes Männchen besetzt dort ein kleines Revier von wenigen Quadratmetern, das es von Laub und Zweigen freihält. Die Balz selbst besteht aus einer Abfolge von stereotypen Bewegungen: Die Männchen spreizen das Gefieder, senken die Flügel, ducken sich und drehen sich langsam, begleitet von krächzenden und schnalzenden Lautäußerungen. Bei Annäherung eines Weibchens intensivieren sich die Darbietungen erheblich. Es handelt sich um ein polygyn organisiertes Paarungssystem – nur wenige dominante Männchen erhalten die Mehrzahl der Kopulationen.
Fortpflanzung & Aufzucht
Nach der Paarung am Lek übernimmt das Weibchen sämtliche Aufgaben der Brut und Jungenaufzucht allein. Das Männchen beteiligt sich weder am Nestbau noch an der Fütterung. Das Nest wird an geschützten Felsüberhängen oder in Höhlungen von Felswänden errichtet. Als Baumaterial dienen Pflanzenfasern, Moos und Schlamm, der zu einer halbkugelförmigen Schale geformt und an die Felswand geklebt wird.
Das Gelege besteht aus ein bis zwei weißlichen, bräunlich gefleckten Eiern. Die Brutdauer beträgt etwa 27 bis 28 Tage. Die Küken schlüpfen mit spärlichem Daunengefieder und werden vom Weibchen mit vorgewürgten Früchten und Insekten gefüttert. Nach rund 42 bis 44 Tagen sind die Jungvögel flügge. Sie ähneln zunächst den Weibchen; die Männ