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Ansitz

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Jäger- & Weidmannssprache > Jäger- & Weidmannssprache

Definition und Überblick

Der Ansitz bezeichnet in der Jägersprache eine Jagdmethode, bei der der Jäger an einem festen Platz verharrt und dort ruhig auf das Erscheinen von Wild wartet. Im Gegensatz zur Pirsch, bei der sich der Jäger aktiv an das Wild heranschleicht, oder zur Drückjagd, bei der das Wild durch Treiber in Bewegung gebracht wird, ist der Ansitz eine stationäre Jagdform. Er gilt als eine der ältesten, häufigsten und zugleich weidgerechtesten Methoden der Einzeljagd und wird in nahezu allen Revieren und auf sämtliche Schalenwildarten praktiziert.

Das Wort „Ansitz" leitet sich vom Verb „ansitzen" ab, das in der Weidmannssprache so viel bedeutet wie „sich an einem Ort niederlassen und auf Wild warten". Der Jäger, der ansitzt, wird als ansitzender Schütze oder schlicht als „Ansitzjäger" bezeichnet. Die Dauer eines Ansitzes variiert erheblich – von einer knappen Stunde bis hin zu mehreren Stunden, je nach Wildart, Jahreszeit und Tageszeit.

Einrichtungen und Ausrüstung

Für den Ansitz nutzt der Jäger verschiedene bauliche Einrichtungen, die ihm Deckung bieten und zugleich einen guten Überblick über das Gelände ermöglichen. Die gebräuchlichsten sind:

  • Hochsitz (Kanzel): Eine erhöhte, meist geschlossene oder halboffene Sitzgelegenheit auf einem Holzgestell. Der Hochsitz bietet Schutz vor Witterung und sorgt dafür, dass der menschliche Geruch über das Wild hinweggetragen wird. Er ist die am weitesten verbreitete Ansitzeinrichtung.
  • Leiter (auch Ansitzleiter): Eine offene, an einen Baum angelehnte oder freistehende Leiter mit einer kleinen Sitzplattform. Sie ist leichter und schneller aufzubauen als eine geschlossene Kanzel.
  • Drückjagdbock: Ein niedriger, transportabler Ansitzbock, der vor allem bei Bewegungsjagden zum Einsatz kommt, aber auch beim stillen Ansitz Verwendung findet.
  • Erdansitz (Schirm): Hier sitzt der Jäger ebenerdig, getarnt durch natürliche Vegetation, einen aufgestellten Tarnschirm oder eine Vertiefung im Gelände. Der Erdansitz eignet sich besonders für die Jagd auf Raubwild, Fuchs oder Schwarzwild an Kirrungen.

Zur persönlichen Ausrüstung beim Ansitz gehören neben der Jagdwaffe ein geeignetes Fernglas, bei Dämmerungsjagden häufig ein Zielfernrohr mit guter Lichtstärke sowie wetterfeste und vor allem geräuscharme Bekleidung. In den kalten Monaten sind Thermositz, Handwärmer und warme Kleidung unverzichtbar, da der Körper beim bewegungslosen Warten schnell auskühlt.

Ablauf und Technik

Der erfahrene Jäger wählt seinen Ansitzplatz nicht zufällig. Die Standortwahl richtet sich nach den Wechseln des Wildes – also den regelmäßig genutzten Pfaden –, nach Äsungsflächen, Wasserstellen, Suhlen oder Kirrungen (Futterstellen). Auch die Windrichtung spielt eine entscheidende Rolle: Der Jäger muss so sitzen, dass der Wind seinen Geruch vom erwarteten Wildeinstand wegträgt. Kommt das Wild den Jäger „in den Wind", also wittert es ihn, wird es den Bereich sofort meiden.

Der Ansitz beginnt häufig in den frühen Morgenstunden oder am späten Nachmittag, da viele Wildarten in der Dämmerung besonders aktiv sind. Dieser Zeitraum wird als Büchsenlicht bezeichnet – jene Phase, in der noch genügend Licht vorhanden ist, um das Wild sicher anzusprechen und einen weidgerechten Schuss abzugeben.

Das Ansprechen des Wildes, also das genaue Erkennen von Wildart, Geschlecht, Alter und Gesundheitszustand, ist beim Ansitz eine zentrale Aufgabe. Da der Jäger ausreichend Zeit hat, das heranwechselnde Wild zu beobachten, gilt der Ansitz als besonders selektive Jagdmethode. Der Jäger kann in Ruhe entscheiden, ob das beobachtete Stück dem Abschussplan entspricht und ob ein sicherer Schuss möglich ist.

Absolute Stille und Bewegungslosigkeit sind Grundvoraussetzungen. Selbst leise Geräusche – das Rascheln einer Jacke, ein Husten, das Klicken einer Waffensicherung – können das Wild vergrämen. Erfahrene Jäger bereiten daher alle Handgriffe vor dem eigentlichen Ansitz vor: Die Waffe wird leise entsichert, das Fernglas griffbereit abgelegt, der Sitz eingerichtet.

Jagdliche Bedeutung und Anwendungsbereiche

Der Ansitz ist die in Deutschland und Österreich am häufigsten ausgeübte Jagdmethode. Er wird auf nahezu alle heimischen Wildarten angewandt, darunter Rehwild, Rotwild, Schwarzwild, Damwild und Raubwild wie den Fuchs. In vielen Landesjagdgesetzen wird die Einzeljagd vom Ansitz aus als bevorzugte Jagdmethode empfohlen oder sogar vorgeschrieben, weil sie als besonders störungsarm und tierschutzgerecht gilt.

Besondere Bedeutung hat der Ansitz während der Blattzeit (Brunft des Rehwildes im Juli und August), wenn der Jäger durch Nachahmung des Fiepens der Ricke den Rehbock anlockt – das sogenannte Blatten. Auch bei der Kirrjagd auf Schwarzwild ist der Ansitz die Standardmethode: Der Jäger bringt an einer genehmigten Stelle geringe Mengen Lockfutter aus und wartet, bis die Sauen in der Nacht die Kirrung annehmen.

Vorteile und Grenzen

Die Vorteile des Ansitzes liegen auf der Hand: Die Methode verursacht minimale Störung im Revier, erlaubt ein sorgfältiges Ansprechen des Wildes und ermöglicht einen ruhig abgegebenen, präzisen Schuss. Dadurch sinkt das