T Tierlexikon.net
← Lexikon

Apfelschnecke

A

Tierart – Wirbellose > Weichtiere – Schnecken

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Pomacea spp. (häufigste Art: Pomacea diffusa, ehemals Pomacea bridgesii)
  • Ordnung: Architaenioglossa
  • Familie: Ampullariidae (Apfelschnecken)
  • Lebensraum: Süßgewässer – stehende und langsam fließende Gewässer, Sümpfe, Reisfelder, Überschwemmungsgebiete
  • Größe: Je nach Art 2,5 bis 15 cm Gehäusedurchmesser; Pomacea maculata erreicht bis zu 15 cm
  • Gewicht: Bis etwa 250 g bei großen Arten
  • Lebenserwartung: 2–4 Jahre, unter optimalen Bedingungen bis 5 Jahre

Aussehen & Merkmale

Apfelschnecken tragen ein kugeliges bis hochkonisches Gehäuse, das an einen kleinen Apfel erinnert – daher der deutsche Trivialname. Die Schale besteht aus Kalk (Calciumcarbonat) und ist in der Regel dünnwandig, aber stabil. Die Gehäusefarbe variiert stark zwischen den Arten und sogar innerhalb einer Art: Das Spektrum reicht von olivgrün und braun über gelb bis hin zu rosa und elfenbeinfarben. Zuchtformen, insbesondere von Pomacea diffusa, zeigen häufig leuchtend goldgelbe oder bläulich-violette Gehäuse.

Der Weichkörper ist dunkel pigmentiert, bei hellen Farbvarianten heller bis fast cremeweiß. Auffällig sind zwei Paar Tentakel am Kopf: ein langes oberes Paar mit Augen an der Basis und ein kürzeres unteres Paar, das als Tastorgan dient. Die Augen sind relativ einfach gebaut und erlauben vor allem die Wahrnehmung von Helligkeitsunterschieden.

Ein anatomisch entscheidendes Merkmal der Familie Ampullariidae ist der Besitz sowohl einer Kieme (Ctenidium) als auch einer lungenähnlichen Struktur (Palliallung). Diese Doppelatmung ermöglicht den Tieren, sowohl gelösten Sauerstoff aus dem Wasser als auch atmosphärische Luft zu nutzen. Der Fuß ist breit und muskulös. Viele Arten besitzen ein horniges Operculum – einen Gehäusedeckel, der bei Gefahr oder Trockenheit das Gehäuse verschließt.

Lebensraum & Verbreitung

Das natürliche Verbreitungsgebiet der Gattung Pomacea liegt in Süd- und Mittelamerika, von Argentinien bis in den Süden der USA. Verwandte Gattungen innerhalb der Familie Ampullariidae, etwa Pila und Lanistes, kommen in Afrika und Südostasien vor.

Als Habitat bevorzugen Apfelschnecken flache, stehende oder langsam fließende Süßgewässer: Tümpel, Teiche, Gräben, Sumpfgebiete und Überschwemmungsflächen. Entscheidend ist ein weiches bis mittelhartes Wasser mit Temperaturen zwischen 18 und 28 °C. Dank ihrer Doppelatmung überleben Apfelschnecken auch in sauerstoffarmen Biotopen und können kurzfristige Trockenperioden überstehen, indem sie sich in feuchtes Substrat eingraben und das Operculum schließen.

Durch den internationalen Aquarienhandel und die Nutzung als Proteinquelle wurde vor allem Pomacea canaliculata – die Goldene Apfelschnecke – weltweit verschleppt. In Südostasien, Hawaii und Teilen Südeuropas gilt sie heute als invasive Art, die in Reisfeldern erhebliche Schäden anrichtet. Die EU hat den Import und Handel von Pomacea-Arten seit 2012 verboten.

Ernährung

Die Ernährungsweise variiert innerhalb der Gattung erheblich. Pomacea diffusa, die im Aquarienhandel am häufigsten gehaltene Art, ernährt sich vorwiegend herbivor und bevorzugt abgestorbenes Pflanzenmaterial, Algenaufwuchs und Biofilme. Lebende Wasserpflanzen werden von dieser Art nur selten angefressen.

Pomacea canaliculata hingegen ist ein ausgesprochener Pflanzenfresser, der auch frische Wasserpflanzen, Reissetzlinge und andere Kulturpflanzen vertilgt – was sie als Agrarschädling so problematisch macht. Daneben nehmen Apfelschnecken gelegentlich tierische Kost auf: Aas, Insektenlarven und Fischeier stehen bei einigen Arten auf dem Speiseplan. Im Aquarium werden sie mit Gemüse (Zucchini, Gurke, Spinat), Algenwafern und proteinhaltigem Fischfutter ernährt. Eine ausreichende Kalziumversorgung ist für das Gehäusewachstum notwendig.

Verhalten & Lebensweise

Apfelschnecken sind überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv, zeigen aber auch tagsüber Aktivität, besonders bei der Nahrungssuche. Sie bewegen sich kriechend über Substrat, Pflanzen und Aquarienwände. Regelmäßig steigen sie zur Wasseroberfläche auf, um über einen siphonartigen Atemkanal – eine Verlängerung des Mantels – Luft aufzunehmen.

Die Tiere leben solitär und bilden keine sozialen Verbände. Innerhalb eines Gewässers nutzen sie keinen festen Aktionsraum oder ein Revier. Bei Gefahr ziehen sie sich blitzschnell ins Gehäuse zurück und verschließen es mit dem Operculum. Fällt der Wasserstand, können sie einen Ruhezustand (Ästivation) einlegen und mehrere Wochen ohne Wasser überleben.

Fortpflanzung & Aufzucht

Apfelschnecken der Gattung Pomacea sind getrenntgeschlechtlich – im Gegensatz zu vielen anderen Süßwasserschnecken, die Zwitter sind. Eine äußerliche Geschlechtsbestimmung ist schwierig; erfahrene Halter können das Geschlecht anhand der Form des Operculums oder durch Beobachtung des Paarungsverhaltens ermitteln.

Die Paarung findet im Wasser statt. Anschließend verlässt das Weibchen das Wasser und legt einen Laichklumpen aus mehreren hundert Eiern oberhalb der Wasserlinie ab – an Pfl