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Nacktschnecke

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Tierart – Wirbellose > Weichtiere – Schnecken

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Diverse Familien, u. a. Arionidae, Limacidae, Agriolimacidae
  • Ordnung: Lungenschnecken (Pulmonata)
  • Familien: Wegschnecken (Arionidae), Schnegel (Limacidae), Ackerschnecken (Agriolimacidae) u. a.
  • Lebensraum: Feuchte Wälder, Wiesen, Gärten, Äcker, Parks, Hecken
  • Größe: 1–20 cm je nach Art (Große Egelschnecke Limax maximus bis 20 cm)
  • Gewicht: 1–30 g
  • Lebenserwartung: 1–3 Jahre, selten bis 4 Jahre

Aussehen & Merkmale

Nacktschnecken sind Weichtiere aus der Klasse der Gastropoda (Schnecken), die im Laufe der Evolution ihr äußeres Gehäuse vollständig zurückgebildet oder stark reduziert haben. Bei einigen Arten – etwa den Schnegeln der Familie Limacidae – findet sich unter dem Mantelschild noch ein kleines, kalkiges Schalenrudiment, das sogenannte Interngehäuse. Dieses ist von außen nicht sichtbar und hat keine Schutzfunktion mehr.

Der Körper einer Nacktschnecke gliedert sich in Kopf, Fuß und Eingeweidesack. Der Kopf trägt zwei Paar Fühler: Die oberen, längeren Tentakel enden in einfachen Lichtsinnesorganen (Augen), die untere, kürzere Fühlerpaare dienen dem Tast- und Geruchssinn. Der gesamte Körper ist von einer dünnen, drüsenreichen Haut bedeckt, die permanent Schleim absondert. Dieser Schleim erfüllt mehrere Funktionen: Er schützt vor Austrocknung, erleichtert die Fortbewegung auf der sogenannten Kriechsohle und wehrt durch seinen bitteren Geschmack manche Fressfeinde ab.

Die Färbung variiert artabhängig stark. Die Spanische Wegschnecke (Arion vulgaris) zeigt Farben von orange über braun bis nahezu schwarz. Die Große Egelschnecke (Limax maximus) ist dagegen graubraun mit dunklen Längsstreifen oder Flecken. Der Rücken vieler Arten zeigt eine deutliche Mantelplatte (Mantelschild) im vorderen Körperdrittel, unter der die Atemöffnung (Pneumostom) liegt.

Lebensraum & Verbreitung

Nacktschnecken kommen weltweit vor, mit einem Verbreitungsschwerpunkt in den gemäßigten und feuchten Klimazonen Europas, Nordamerikas und Asiens. Ihr Habitat umfasst Laub- und Mischwälder, feuchte Wiesen, Uferböschungen, Gärten und landwirtschaftlich genutzte Flächen. Entscheidend für das Vorkommen ist eine ausreichende Boden- und Luftfeuchtigkeit, da Nacktschnecken durch das Fehlen eines schützenden Gehäuses besonders stark der Verdunstung ausgesetzt sind.

In Mitteleuropa sind rund 40 Nacktschneckenarten heimisch. Zu den häufigsten gehören die Schwarze Wegschnecke (Arion ater), die Garten-Wegschnecke (Arion hortensis), die Genetzte Ackerschnecke (Deroceras reticulatum) und die bereits erwähnte Spanische Wegschnecke. Letztere hat sich seit den 1960er-Jahren von der Iberischen Halbinsel aus über weite Teile Europas ausgebreitet und gilt heute als invasive Art (Neozoon), die in vielen Biotopen einheimische Arten verdrängt.

Ernährung

Die meisten Nacktschneckenarten sind Allesfresser mit einem Schwerpunkt auf pflanzlicher Kost. Ihr Nahrungsspektrum umfasst frische Blätter, Stängel, Blüten, Früchte, Pilze, abgestorbenes Pflanzenmaterial und Algen. Einige Arten fressen auch tierische Kost – darunter Aas, Kot anderer Tiere und Eigelege von Artgenossen oder Gehäuseschnecken. Die Große Egelschnecke gilt sogar als aktiver Jäger anderer Nacktschneckenarten und kann damit als biologischer Regulierer in Gärten eine nützliche Rolle spielen.

Nacktschnecken raspeln ihre Nahrung mit einer Raspelzunge (Radula), die mit Tausenden winziger Zähnchen besetzt ist. Die Radula arbeitet wie eine Feile und ermöglicht es den Tieren, auch härtere Pflanzenteile zu zerkleinern. In der Landwirtschaft und im Gartenbau verursachen vor allem die Spanische Wegschnecke und die Genetzte Ackerschnecke erhebliche Fraßschäden an Kulturpflanzen wie Salat, Erdbeeren, Kohl und jungen Setzlingen.

Verhalten & Lebensweise

Nacktschnecken sind überwiegend nachtaktiv und dämmerungsaktiv. Tagsüber verbergen sie sich unter Steinen, Brettern, in dichter Vegetation, in Erdlöchern oder unter Laubschichten, um sich vor Austrocknung und Fressfeinden zu schützen. Bei feuchter Witterung und nach Regenfällen sind sie auch tagsüber aktiv.

Die Fortbewegung erfolgt über rhythmische Muskelkontraktionen der Kriechsohle (Fuß), wobei eine kontinuierliche Schleimspur hinterlassen wird. Diese Schleimspur dient gleichzeitig als Kommunikationsmittel: Artgenossen können über den Schleim Informationen zu Geschlecht, Fortpflanzungsbereitschaft und Nahrungsquellen gewinnen. Ein ausgeprägtes Revierverhalten besteht nicht; allerdings zeigen manche Arten eine gewisse Standorttreue und kehren wiederholt zu denselben Tagesverstecken zurück.

Zu den natürlichen Fressfeinden gehören Igel, Kröten, Blindschleichen, Laufkäfer, Glühwürmchenlarven, Amseln, Stare und verschiedene Entenarten. Der unangenehm schmeckende Schleim vieler Wegschneckenarten bietet jedoch einen wirksamen Fraßschutz, der insbesondere viele Säugetiere und Vögel abschreckt.

Fortpflanzung & Aufzucht

Nacktsc