Bänderschnecke
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Cepaea (Gattung); häufigste Arten: Hain-Bänderschnecke (Cepaea nemoralis) und Garten-Bänderschnecke (Cepaea hortensis)
- Ordnung: Lungenschnecken (Pulmonata)
- Familie: Schnirkelschnecken (Helicidae)
- Gattung: Cepaea
- Lebensraum: Hecken, Waldränder, Gärten, Wiesen, Gebüsche, Dünen
- Gehäusegröße: 18–25 mm Durchmesser (C. nemoralis); 14–20 mm (C. hortensis)
- Gewicht: ca. 2–5 g
- Lebenserwartung: 3–7 Jahre, in Ausnahmefällen bis zu 9 Jahre
Aussehen & Merkmale
Bänderschnecken gehören zu den auffälligsten einheimischen Landschnecken. Ihr kugelig-gedrücktes Gehäuse zeigt eine enorme Variationsbreite in der Grundfärbung – von Zitronengelb über Rosa, Orange und Braun bis hin zu seltenem Weiß. Namensgebend sind bis zu fünf dunkle Längsbänder, die spiralförmig über die Gehäusewindungen verlaufen. Diese Bänder können einzeln oder vollständig fehlen, miteinander verschmelzen oder in ihrer Breite stark variieren. Die Bandformel, ein Zahlenschema von 1 bis 5, beschreibt, welche der fünf möglichen Bänder bei einem Individuum ausgebildet sind.
Ein sicheres Unterscheidungsmerkmal zwischen den beiden häufigsten Arten betrifft die Mündung des Gehäuses: Bei der Hain-Bänderschnecke (Cepaea nemoralis) ist der Mündungsrand (die sogenannte Lippe) dunkelbraun bis schwarzbraun gefärbt, während er bei der Garten-Bänderschnecke (Cepaea hortensis) weiß oder allenfalls leicht gelblich erscheint. Der Weichkörper ist bei C. nemoralis in der Regel dunkler graubraun, bei C. hortensis heller gelblichgrau. Wie alle Lungenschnecken besitzt die Bänderschnecke zwei Paar Fühler – das obere, längere Paar trägt die Augen an den Spitzen, das untere dient als Tast- und Geruchsorgan.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet der Gattung Cepaea erstreckt sich über weite Teile Europas. Die Hain-Bänderschnecke kommt von der Iberischen Halbinsel über Mitteleuropa bis nach Südskandinavien und in die Britischen Inseln vor. Durch menschliche Verschleppung hat sie sich zudem in Nordamerika etabliert. Die Garten-Bänderschnecke zeigt ein ähnliches, teils etwas nördlicheres Verbreitungsgebiet und dringt in Skandinavien weiter vor als ihre Schwesterart.
Als Habitat bevorzugen Bänderschnecken halboffene, krautreiche Biotope. Typische Fundorte sind Hecken, Waldränder, lichte Laubwälder, Gärten, Parks, Böschungen und Ruderalflächen. Cepaea nemoralis gilt als etwas wärmeliebender und besiedelt gerne trockenere Standorte, während C. hortensis feuchtere und kühlere Lebensräume toleriert. Beide Arten leben in unmittelbarer Bodennähe, klettern bei Feuchtigkeit jedoch regelmäßig an Pflanzenstängeln, Zäunen und Mauern empor.
Ernährung
Bänderschnecken ernähren sich überwiegend pflanzlich. Ihre Nahrung besteht aus welken und frischen Pflanzenteilen, Blättern, Algenbelägen auf Steinen und Baumrinde sowie absterbendem organischem Material. Gelegentlich werden auch Pilzmyzel und verrottende Pflanzenreste aufgenommen. Die Nahrung wird mit der Radula, einer zungenartigen Raspel mit tausenden feinen Zähnchen, zerkleinert. In Gärten können Bänderschnecken an Salat, Kräutern und Zierstauden fressen, richten aber deutlich weniger Schaden an als die größere Spanische Wegschnecke (Arion vulgaris).
Verhalten & Lebensweise
Bänderschnecken sind vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Tagsüber ruhen sie in geschützten Verstecken unter Laub, Steinen, Totholz oder an der Unterseite von Pflanzenblättern. Bei Regen und hoher Luftfeuchtigkeit sind sie auch tagsüber aktiv und unternehmen Nahrungsstreifzüge. In Trockenperioden können sie sich mit einem dünnen Schleimhäutchen (Epiphragma) an Pflanzenstängel oder Mauern heften und dort in eine Trockenstarre verfallen, die den Wasserverlust minimiert.
Im Winter halten Bänderschnecken eine Kältestarre (Hibernation). Sie graben sich dazu einige Zentimeter in lockeren Boden ein oder verkriechen sich unter Laub und Totholz. Das Gehäuse wird mit einem kalkigen Deckel verschlossen, der den Weichkörper vor Austrocknung und Frost schützt. Die Überwinterung erstreckt sich in Mitteleuropa etwa von Oktober bis März, je nach Witterung.
Fortpflanzung & Aufzucht
Bänderschnecken sind Zwitter (Hermaphroditen). Jedes Individuum verfügt über männliche und weibliche Geschlechtsorgane. Zur Paarung, die vorwiegend im späten Frühjahr und Frühsommer stattfindet, suchen sich zwei Tiere gegenseitig auf. Dem eigentlichen Kopulationsakt geht ein ausgedehntes Paarungsvorspiel voraus, bei dem sich die Partner mit ihren Fühlern betasten und umkreisen. Ein artspezifisches Merkmal vieler Heliciden ist der sogenannte Liebespfeil – ein kalkiges Stilett, das vor der Kopulation in den Partner gestoßen wird. Dieses Stilett überträgt ein Sekret, das die Überlebensrate der eigenen Spermien im Empfänger erhöht.
Nach der Paarung legen Bänderschnecken 30 bis 80 we