Geweihschnecke
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Clithon spp. (häufigste Art: Clithon corona, Syn. Clithon diadema)
- Ordnung: Cycloneritimorpha
- Familie: Neritidae (Schwimmschnecken)
- Gattung: Clithon
- Lebensraum: Süß- und Brackwasser, tropische und subtropische Fließgewässer
- Größe: Gehäuse 1,5–2,5 cm Durchmesser
- Gewicht: ca. 1–3 g
- Lebenserwartung: 2–5 Jahre
Aussehen & Merkmale
Geweihschnecken verdanken ihren deutschen Trivialnamen den markanten, hornartigen Fortsätzen auf dem Gehäuse, die an die Sprossen eines Geweihs erinnern. Diese Auswüchse – zoologisch als Dornen oder Spinae bezeichnet – sind aus Periostracum gebildet, der äußeren organischen Schalenschicht. Ihre Anzahl, Länge und Krümmung variieren erheblich zwischen Individuen und Populationen. Bei manchen Exemplaren fehlen sie nahezu vollständig, bei anderen ragen sie bis zu einem Zentimeter vom Gehäuse ab.
Das halbkugelige Gehäuse selbst zeigt eine enorme Farbvielfalt. Es treten Varianten in Schwarz, Olivgrün, Gelb, Orange und Braun auf, häufig mit Streifen, Zickzackmustern oder Punkten. Diese Variabilität innerhalb einer Art ist für die Gattung Clithon typisch und erschwert die taxonomische Zuordnung anhand rein äußerlicher Merkmale. Die Gehäusemündung wird von einem kalkigen Operculum verschlossen, das als Schutzdeckel dient und bei Neritidae charakteristisch halbrund geformt ist.
Der weiche Körper der Schnecke ist dunkelgrau bis schwarz pigmentiert. Der breite Fuß ermöglicht ein sicheres Haften auf Steinen und Hartsubstraten auch in stärkerer Strömung. Die Fühler sind fadenförmig, die Augen sitzen an deren Basis.
Lebensraum & Verbreitung
Das natürliche Verbreitungsgebiet der Geweihschnecken erstreckt sich über Südostasien und den westlichen Pazifikraum. Populationen sind unter anderem auf den Philippinen, in Indonesien, Malaysia, Thailand und auf verschiedenen pazifischen Inseln dokumentiert. Die Tiere besiedeln bevorzugt flache, sauerstoffreiche Fließgewässer mit steinigem oder felsigem Untergrund. Als Habitat dienen Bäche, Flussunterläufe und Ästuare, wobei manche Populationen auch in leicht brackigen Bereichen nahe der Küste vorkommen.
Im Biotop bevorzugen Geweihschnecken gut beleuchtete Bereiche, in denen sich ein dichter Aufwuchs aus Algen und Biofilm auf Hartsubstraten bildet. Sie halten sich vorwiegend auf Steinen, Felsen und Totholz auf. Weiches Sediment wie Sand oder Schlamm wird gemieden.
Ernährung
Geweihschnecken sind spezialisierte Aufwuchsfresser (Weidegänger). Mit ihrer Radula – einer mit feinen Zähnchen besetzten Raspelzunge – schaben sie gezielt Algenbeläge, Kieselalgen, Cyanobakterien und Biofilm von harten Oberflächen ab. Höhere Pflanzen werden in der Regel nicht angefressen, was die Art in der Süßwasseraquaristik zu einem geschätzten Algenfresser macht.
Die Nahrungsaufnahme erfolgt langsam und methodisch. Die Schnecken grasen eine Fläche systematisch ab, bevor sie weiterziehen. Der Nahrungsbedarf ist vergleichsweise gering, doch bei unzureichendem Algenaufkommen können die Tiere abmagern und in ihrer Vitalität nachlassen.
Verhalten & Lebensweise
Geweihschnecken sind überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv, zeigen aber auch tagsüber Aktivität, insbesondere in beschatteten oder trüben Gewässerbereichen. Sie leben solitär, ohne erkennbare soziale Strukturen oder Revierverhalten. Mehrere Individuen können dennoch auf engem Raum nebeneinander grasen, ohne agonistische Interaktionen.
Die Fortbewegung erfolgt durch wellenförmige Kontraktionen des Fußes. Geweihschnecken sind gute Kletterer und verlassen gelegentlich den Wasserbereich, um oberhalb der Wasserlinie auf feuchten Oberflächen zu grasen. In Aquarien ist ein lückenlos schließender Deckel daher empfehlenswert, da die Tiere sonst das Becken verlassen können.
Bei Bedrohung ziehen sich Geweihschnecken in ihr Gehäuse zurück und verschließen die Mündung mit dem Operculum. Die Dornen auf dem Gehäuse erschweren es Fressfeinden – vor allem Fischen und Krebsen – die Schnecke zu verschlucken oder aus Spalten zu ziehen.
Fortpflanzung & Aufzucht
Geweihschnecken sind getrenntgeschlechtlich (gonochoristisch). Eine äußerliche Unterscheidung der Geschlechter ist für den Laien kaum möglich, wobei Weibchen tendenziell einen etwas breiteren Fuß aufweisen. Die Paarung findet im Wasser statt, ohne ausgeprägte Balzrituale.
Weibchen legen kleine, weiße, halbkugelige Eikapseln auf Hartsubstraten ab – bevorzugt auf Steinen, Gehäusen anderer Schnecken oder Holz. Jede Kapsel enthält zahlreiche Eier, aus denen zunächst Veliger-Larven schlüpfen. Diese planktonischen Larven benötigen für ihre vollständige Entwicklung Brackwasser oder Meerwasser. In reinem Süßwasser können die Larven ihren Entwicklungszyklus nicht abschließen und sterben ab. Eine erfolgreiche Nachzucht in Aquarien gelingt daher nur unter aufwändiger Simulation wechselnder Salinitäten, was in der Praxis selten durchgeführt wird.
Diese Abhängigkeit vom Salzwasser in der Larvalphase ist ein gemeinsames Merkmal vieler Neritidae und spiegelt die evolutionäre Herkunft der Familie aus dem marinen Bereich wider.
Bedrohung & Schutzstatus
Für die meisten