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Apulische Tarantel

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Tierart – Spinnentiere > Giftspinnen

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Lycosa tarantula
  • Ordnung: Webspinnen (Araneae)
  • Familie: Wolfspinnen (Lycosidae)
  • Gattung: Lycosa
  • Lebensraum: Trockenwarme, offene Landschaften Südeuropas
  • Körperlänge: 20–30 mm (Weibchen), 15–20 mm (Männchen)
  • Beinspannweite: Bis ca. 70 mm
  • Gewicht: Ca. 3–5 g (Weibchen)
  • Lebenserwartung: 3–5 Jahre (Weibchen), Männchen meist nur 1–2 Jahre

Aussehen & Merkmale

Die Apulische Tarantel ist eine kräftig gebaute Wolfspinne mit einem gedrungenen Körperbau. Der Prosoma (Vorderkörper) ist dunkelbraun bis graubraun gefärbt und trägt eine helle Mittellinie, die von dunkleren Seitenstreifen flankiert wird. Das Opisthosoma (Hinterkörper) zeigt eine variable Zeichnung aus helleren und dunkleren Brauntönen, häufig mit einer gezackten Herzmarkierung auf der Oberseite und einer charakteristischen schwarz-weißen Unterseite.

Die acht Augen sind in drei Reihen angeordnet, wobei die beiden großen, nach vorn gerichteten Hauptaugen typisch für Wolfspinnen sind und auf eine visuelle Jagdstrategie hindeuten. Die Chelizeren (Kieferklauen) sind kräftig ausgebildet und dienen dem Ergreifen und Töten der Beute. Die Beine sind robust, relativ kurz im Verhältnis zur Körpergröße und dicht mit feinen Haaren (Setae) bedeckt, die als Sinnesorgane dienen. Weibchen sind deutlich größer und massiger als Männchen, ein bei Wolfspinnen weit verbreiteter Geschlechtsdimorphismus.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Apulischen Tarantel erstreckt sich über den gesamten Mittelmeerraum. Die Art kommt in Süditalien – insbesondere in der namensgebenden Region Apulien –, auf der Iberischen Halbinsel, in Südfrankreich, Griechenland, der Türkei sowie in Teilen Nordafrikas vor. Vereinzelte Populationen werden auch aus dem Balkanraum gemeldet.

Als Habitat bevorzugt Lycosa tarantula trockene, sonnige Offenlandschaften mit lockerem, grabfähigem Boden. Typische Biotope sind Macchia, Garrigue, lichte Kiefernwälder, Kulturlandschaften, Trockenrasen, Brachflächen und steinige Hänge. Die Spinne ist eng an ihr Erdloch gebunden, das sie selbst gräbt und das eine Tiefe von 20 bis 30 Zentimetern erreichen kann. Der Eingang wird häufig mit einem Wall aus kleinen Steinchen, Pflanzenmaterial oder Gespinstfäden verstärkt, was den Bau stabilisiert und als Stolperfalle für vorbeilaufende Beutetiere dienen kann.

Ernährung

Die Apulische Tarantel ist ein reiner Fleischfresser und ein aktiver Lauerjäger. Sie baut kein Fangnetz, sondern wartet am Eingang ihrer Wohnröhre auf vorbeilaufende Beutetiere, die sie mit einem schnellen Vorstoß überwältigt. Das Beutespektrum umfasst verschiedene Insekten wie Käfer, Grillen, Heuschrecken, Schaben und Ameisen sowie andere Gliederfüßer wie Asseln und kleinere Spinnen. Gelegentlich werden auch kleine Eidechsen oder Skorpione erbeutet.

Die Beute wird mit den Chelizeren gepackt und durch einen Giftbiss getötet. Anschließend injiziert die Spinne Verdauungsenzyme in das Beutetier und saugt die vorverdaute Nahrung auf – eine für Spinnen typische extraintestinale Verdauung. Die Jagd findet überwiegend in der Dämmerung und Nacht statt; tagsüber zieht sich die Spinne in ihre Wohnröhre zurück.

Verhalten & Lebensweise

Lycosa tarantula lebt solitär und ist überwiegend nachtaktiv. Jedes Individuum bewohnt eine eigene Wohnröhre, die es aggressiv gegen Artgenossen und Eindringlinge verteidigt. Die Röhre dient als Jagdrevier, Rückzugsort bei Hitze oder Kälte und als Schutz vor Fressfeinden wie Wegwespen der Gattung Pompilus, die auf die Jagd nach Spinnen spezialisiert sind.

Bei Bedrohung nimmt die Spinne eine Drohstellung ein: Sie richtet den Vorderkörper auf und präsentiert die gespreizten Chelizeren. Ein Biss erfolgt nur bei direkter Bedrängung. Obwohl die Art zur Gruppe der sogenannten Giftspinnen zählt, ist ihr Gift für den Menschen vergleichsweise harmlos. Die Bisswirkung entspricht in etwa einem Bienen- oder Wespenstich mit lokaler Schwellung und Schmerzen, die nach wenigen Stunden abklingen. Systemische Vergiftungen sind nicht dokumentiert.

In den Wintermonaten verschließt die Spinne den Eingang ihrer Wohnröhre mit Gespinst und Erdmaterial und verfällt in eine Kältestarre, aus der sie im Frühjahr bei steigenden Temperaturen wieder erwacht.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarungszeit fällt in die Sommermonate, typischerweise von Mai bis Juli. Das Männchen nähert sich der Wohnröhre des Weibchens und leitet die Balz durch rhythmisches Trommeln mit den Pedipalpen und Vorderbeinen auf den Boden ein. Diese Vibrationen signalisieren dem Weibchen die Paarungsbereitschaft und verhindern, dass es das Männchen als Beute behandelt. Akzeptiert das Weibchen den Partner, erfolgt die Kopulation am Röhreneingang oder in der Röhre selbst. Das Männchen überträgt dabei sein Sperma mithilfe der Bulbi an den Pedipalpen.

Nach der Befruchtung spinnt das Weibchen einen kugelförmigen Eikokon, der zwischen 100 und 200 Eier enthält. Diesen Kokon heftet es an seine Spinnwarzen und trägt ihn über mehrere Wochen mit sich. Nach dem Schlupf klettern die Jungsp