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Sydney-Trichternetzspinne

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Tierart – Spinnentiere > Giftspinnen

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Atrax robustus
  • Ordnung: Webspinnen (Araneae)
  • Unterordnung: Vogelspinnenartige (Mygalomorphae)
  • Familie: Atracidae (Trichternetzspinnen)
  • Gattung: Atrax
  • Lebensraum: Feuchte Wälder, Gärten und Siedlungsgebiete im Großraum Sydney, Australien
  • Körperlänge: 1,5–3,5 cm (ohne Beine); Weibchen größer als Männchen
  • Gewicht: ca. 1–2 g
  • Lebenserwartung: Weibchen bis zu 20 Jahre; Männchen ca. 4–6 Jahre

Aussehen & Merkmale

Die Sydney-Trichternetzspinne gehört zu den kräftig gebauten Vertretern der Vogelspinnenartigen. Der gesamte Körper ist glänzend schwarz bis dunkelbraun gefärbt. Der Vorderkörper (Prosoma) ist auffällig glatt und nahezu haarlos, was der Spinne ein lackartiges Erscheinungsbild verleiht. Der Hinterleib (Opisthosoma) ist dagegen samtig und mit feinen Härchen bedeckt.

Ein charakteristisches Merkmal sind die massiven, nach unten gerichteten Cheliceren (Kieferklauen). Diese sind so kräftig, dass sie menschliche Fingernägel und weiches Schuhwerk durchdringen können. Wie bei allen Vogelspinnenartigen schlagen die Cheliceren parallel nach unten – im Gegensatz zu den meisten Webspinnen, deren Kieferklauen zangenartig gegeneinander arbeiten. Die Spinne besitzt vier Paar Laufbeine, wobei die beiden vorderen Beinpaare deutlich kräftiger ausgebildet sind. Am hinteren Ende des Hinterleibs befinden sich auffällig lange Spinnwarzen, die bei der Bestimmung als diagnostisches Merkmal dienen.

Zwischen den Geschlechtern besteht ein deutlicher Dimorphismus: Weibchen erreichen Körperlängen von bis zu 3,5 cm und sind stämmiger gebaut. Männchen bleiben mit etwa 2,5 cm kleiner, besitzen aber längere Beine und einen schlankeren Körperbau. Am zweiten Beinpaar der Männchen befindet sich ein charakteristischer Sporn (Tibiaapophyse), der bei der Paarung eine Rolle spielt.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet von Atrax robustus beschränkt sich auf einen Radius von etwa 160 Kilometern rund um die australische Metropole Sydney im Bundesstaat New South Wales. Die Art besiedelt dort verschiedene Habitattypen – von feuchten Eukalyptuswäldern über felsige Hanglagen bis hin zu Gärten und Parks in Vororten. Entscheidend für die Biotopwahl ist eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit, da die Spinne gegenüber Austrocknung empfindlich ist.

Die Tiere legen ihre Wohnröhren bevorzugt unter Steinen, Baumstämmen, in Felsspalten oder zwischen Baumwurzeln an. In besiedelten Gebieten finden sie sich häufig in Kellern, Garagen, Schwimmbecken und unter Gartenabfällen. Die namensgebende trichterförmige Netzstruktur dient als Eingang zur Wohnröhre und funktioniert gleichzeitig als Stolperfalle für Beutetiere. Vom Trichter aus spannen sich Signalfäden strahlenförmig in die Umgebung.

Ernährung

Die Sydney-Trichternetzspinne ernährt sich von Insekten, kleinen Wirbellosen und gelegentlich von kleinen Fröschen oder Eidechsen. Zu den häufigsten Beutetieren zählen Käfer, Schaben, Tausendfüßer und Schnecken. Als typische Lauerjägerin verlässt sie ihre Wohnröhre selten aktiv zur Jagd. Stattdessen wartet sie am Eingang des Trichternetzes auf Erschütterungen der Signalfäden, die ein vorbeilaufendes Beutetier auslöst. Sobald die Spinne Vibrationen registriert, stürzt sie blitzschnell hervor und überwältigt die Beute mit einem Biss ihrer kräftigen Cheliceren. Das injizierte Gift lähmt die Beute rasch, anschließend wird sie in die Röhre gezogen und dort verzehrt.

Verhalten & Lebensweise

Atrax robustus ist überwiegend nachtaktiv. Tagsüber verbleibt die Spinne in ihrer mit Seide ausgekleideten Wohnröhre, die bis zu 30 cm tief in den Boden reichen kann. Die Röhre ist mit unregelmäßigen Seidenfäden verstärkt und bietet Schutz vor Fressfeinden und Austrocknung.

Weibchen sind ausgesprochen standorttreu und verbringen ihr gesamtes Leben in unmittelbarer Nähe ihrer Wohnröhre. Männchen hingegen verlassen nach Erreichen der Geschlechtsreife ihr Revier und wandern aktiv auf der Suche nach paarungsbereiten Weibchen umher. Diese Wanderungen finden vor allem in den feuchtwarmen Sommermonaten (November bis März) statt und führen die Männchen häufig in menschliche Siedlungen. In dieser Phase kommt es zu den meisten Begegnungen mit Menschen.

Bei Bedrohung nimmt die Sydney-Trichternetzspinne eine auffällige Drohstellung ein: Sie richtet den Vorderkörper steil auf, spreizt die Cheliceren weit auseinander und zeigt die Giftklauen. Dabei können an den Chelicerenspitzen Gifttropfen sichtbar werden. Diese Haltung ist keine Bluffgeste – die Spinne beißt bei weiterer Annäherung tatsächlich zu, häufig mehrfach hintereinander.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarungszeit fällt in die australischen Sommermonate. Das Männchen nähert sich dem Netzeingang des Weibchens und trommelt mit den Pedipalpen und dem ersten Beinpaar rhythmisch auf die Signalfäden, um sich als Artgenosse zu identifizieren. Bei der Kopulation nutzt das Männchen den Tibialsporn am zweiten Beinpaar, um die Cheliceren des Weibchens aufzuspreizen und so einen Biss zu verhindern.

Nach der Begattung stirbt das Männchen häufig innerhalb weniger Monate. Das Weibchen legt einige Wochen nach der Paarung einen Eikokon an, der r