Bachflohkrebse
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Definition & Überblick
Bachflohkrebse (Gammarus pulex) sind kleine, seitlich abgeflachte Süßwasserkrebse aus der Ordnung der Flohkrebse (Amphipoda). Sie besiedeln bevorzugt saubere, sauerstoffreiche Fließgewässer in Mitteleuropa und ernähren sich dort von Falllaub, Algen und organischem Material. Ausgewachsene Tiere erreichen eine Körperlänge von etwa 10 bis 20 Millimetern.
In der Tierernährung haben Bachflohkrebse seit Jahrzehnten einen festen Platz als hochwertiges Ergänzungsfuttermittel. Sie werden in getrockneter Form als Einzelfuttermittel angeboten oder als Bestandteil von Futtermischungen verarbeitet. Die kommerzielle Verfügbarkeit ist ganzjährig gegeben, wobei die Ware überwiegend aus osteuropäischen Gewässern stammt. Gelegentlich werden unter der Handelsbezeichnung „Bachflohkrebse" auch verwandte Arten wie Gammarus fossarum oder größere Gammarus-Spezies aus Brackwasser angeboten. Der Begriff ist im Futterhandel nicht streng auf eine einzelne Art beschränkt.
Zusammensetzung & Inhaltsstoffe
Getrocknete Bachflohkrebse zeichnen sich durch ein charakteristisches Nährstoffprofil aus, das sie von vielen anderen tierischen Futtermitteln unterscheidet. Typische Analysewerte in der Trockenmasse:
- Rohprotein: 40–55 % – überwiegend hochwertige Aminosäuren, darunter Methionin und Lysin
- Rohfett: 5–8 % – mit einem nennenswerten Anteil an Omega-3-Fettsäuren
- Rohfaser: 6–10 % – bedingt durch das Chitin des Exoskeletts
- Rohasche: 20–30 % – spiegelt den hohen Mineralstoffgehalt wider
- Calcium: 8–15 % – gebunden im Kalkpanzer, hervorragendes Calcium-Phosphor-Verhältnis
- Phosphor: 1–2 %
- Carotinoide: natürliches Astaxanthin und Canthaxanthin, verantwortlich für die typisch orange-rote Färbung
Der hohe Gehalt an Chitin liefert nicht nur Rohfaser, sondern fördert bei vielen Tierarten die Verdauungsmotilität. Die natürlich enthaltenen Carotinoide wirken als Provitamin A und unterstützen die Farbausprägung bei Zierfischen, Reptilien und Wasservögeln. Vitamine der B-Gruppe sowie Spurenelemente wie Zink, Kupfer und Eisen ergänzen das Nährstoffspektrum.
Für welche Tiere geeignet?
Bachflohkrebse kommen als Futtermittel für eine Vielzahl von Tierarten in Betracht:
- Zierfische: Besonders Cichliden, Goldfische und größere Salmler nehmen getrocknete Gammariden bereitwillig auf. Die Carotinoide intensivieren die Farbgebung.
- Schildkröten: Wasser- und Sumpfschildkröten profitieren vom hohen Calciumgehalt, der den Panzeraufbau unterstützt. Für viele omnivore und karnivore Arten gehören Bachflohkrebse zur Standardfütterung.
- Amphibien: Axolotl, Molche und größere Froschlarven fressen Bachflohkrebse lebend oder getrocknet.
- Wasservögel und Ziergeflügel: Enten, Teichhühner und andere wassergebundene Vogelarten nehmen Gammariden als Bestandteil einer abwechslungsreichen Futterration gerne an.
- Wildvögel: Insbesondere während der Brutzeit dienen getrocknete Bachflohkrebse als proteinreiches Zusatzfutter.
- Igel: Als Ergänzungsfuttermittel geeignet, da Igel in freier Natur regelmäßig Krebstiere und Wirbellose aufnehmen.
- Koi: Zur Farbförderung und als willkommene Futterabwechslung im Gartenteich.
Nicht geeignet sind Bachflohkrebse als alleiniges Futtermittel für rein herbivore Tierarten. Auch für Säugetiere mit empfindlichem Verdauungssystem, etwa Kaninchen oder Meerschweinchen, stellen sie kein sinnvolles Futtermittel dar.
Fütterungsempfehlung
Bachflohkrebse sind kein Alleinfuttermittel, sondern ein Ergänzungsfuttermittel. Die Futtermenge und das Fütterungsintervall richten sich nach Tierart, Körpergröße und Gesamtfutterration:
- Zierfische: Zwei- bis dreimal pro Woche eine kleine Prise als Ergänzung zum Hauptfutter reichen. Die Gammariden vor der Fütterung kurz in Wasser einweichen, um die Aufnahme zu erleichtern und Verschmutzung des Aquarienwassers zu reduzieren.
- Wasserschildkröten: Je nach Größe der Schildkröte täglich bis jeden zweiten Tag einige Bachflohkrebse anbieten. Bei juvenilen Tieren darf der Anteil an der Gesamtration höher ausfallen als bei adulten, überwiegend herbivor lebenden Arten.
- Koi und Teichfische: Als Leckerli ein- bis zweimal wöchentlich eine Handvoll auf die Wasseroberfläche streuen. Nicht gefressene Reste nach 10 Minuten abschöpfen.
- Wildvögel: Getrocknete Bachflohkrebse unter das übliche Weichfutter mischen, besonders während der Aufzuchtphase im Frühjahr.
Grundsätzlich gilt: Bachflohkrebse sollten maximal 10–25 % der gesamten Futterration ausmachen. Eine einseitige Fütterung ausschließlich mit Gammariden führt trotz des hohen Proteingehalts zu Nährstoffimbalancen, insbesondere bei fettlöslichen Vitaminen und essenziellen Fettsäuren.
Vorteile & Nachteile