Fleischmehl
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Definition & Überblick
Fleischmehl ist ein tierisches Futtermittel, das durch Trocknung und anschließende Vermahlung von Schlachtnebenprodukten warmblütiger Landtiere gewonnen wird. Es zählt zu den ältesten industriell hergestellten Einzelfuttermitteln und dient in der Tierernährung vor allem als konzentrierte Proteinquelle. Der Wassergehalt liegt in der Regel unter 10 %, was dem Produkt eine lange Haltbarkeit verleiht und die Einmischung in Trocken- und Mischfutterrezepturen erleichtert.
Rechtlich ist Fleischmehl in der EU durch die Verordnung (EG) Nr. 1069/2009 über tierische Nebenprodukte geregelt. Es darf ausschließlich aus Material der Kategorie 3 hergestellt werden – also aus Teilen, die grundsätzlich für den menschlichen Verzehr geeignet wären, aber aus kommerziellen Gründen nicht dafür verwendet werden. Seit der BSE-Krise gelten strenge Verarbeitungs- und Verwendungsvorschriften. So ist der Einsatz von Fleischmehl in der Fütterung von Wiederkäuern in der EU nach wie vor verboten, während es in der Fütterung von Heimtieren, Fischen und seit 2021 unter strengen Auflagen auch wieder bei Schweinen und Geflügel zugelassen ist.
Zusammensetzung & Inhaltsstoffe
Die Nährstoffzusammensetzung von Fleischmehl variiert je nach Ausgangsmaterial und Herstellungsverfahren, bewegt sich aber typischerweise in folgenden Bereichen:
- Rohprotein: 50–70 % – damit zählt Fleischmehl zu den proteinreichsten Einzelfuttermitteln überhaupt. Das Aminosäureprofil ist biologisch hochwertig, mit relevanten Gehalten an Lysin, Methionin und Threonin.
- Rohfett: 8–18 % – der Fettgehalt liefert konzentrierte Energie und enthält sowohl gesättigte als auch einfach ungesättigte Fettsäuren.
- Rohasche: 15–30 % – der Mineralstoffanteil ist hoch, insbesondere Calcium und Phosphor liegen in einem für die Knochengesundheit günstigen Verhältnis vor.
- Rohfaser: unter 3 % – Fleischmehl ist praktisch faserfrei, was bei der Rationsgestaltung zu berücksichtigen ist.
- Vitamine: Nennenswerte Gehalte an B-Vitaminen (vor allem B12, Niacin, Riboflavin). Fettlösliche Vitamine wie Vitamin A und D sind in geringeren Mengen vorhanden.
- Mineralstoffe und Spurenelemente: Neben Calcium und Phosphor enthält Fleischmehl Eisen, Zink, Mangan und Kupfer in verwertbarer Form.
Wichtig ist die Abgrenzung zu verwandten Produkten: Tiermehl enthält neben Muskel- und Organfleisch auch höhere Knochenanteile und weist daher einen höheren Rohaschegehalt auf. Fleischknochenmehl nimmt eine Zwischenstellung ein. Reines Fleischmehl zeichnet sich durch einen vergleichsweise niedrigeren Aschegehalt und höheren Proteinanteil aus.
Für welche Tiere geeignet?
Fleischmehl findet in der Ernährung verschiedener Tierarten Verwendung:
- Hunde und Katzen: In industriellen Alleinfuttermitteln und Ergänzungsfuttermitteln ist Fleischmehl eine der meistverwendeten Proteinquellen. Es eignet sich besonders für Trockenfutter und halbfeuchte Produkte.
- Geflügel: Legehennen, Masthähnchen und Puten profitieren vom hohen Proteingehalt und der guten Aminosäureverfügbarkeit. Die Fütterung unterliegt allerdings dem sogenannten Intra-Spezies-Verbot – Geflügel darf kein Geflügelmehl erhalten.
- Schweine: Unter Beachtung der geltenden Restriktionen kann Fleischmehl als Proteinkomponente in Schweinemischfutter eingesetzt werden.
- Fische (Aquakultur): In Forellen- und Lachsfutter ersetzt Fleischmehl teilweise das teurere Fischmehl.
- Reptilien und Amphibien: In spezialisierten Futtermischungen wird Fleischmehl gelegentlich als Proteinträger genutzt.
Nicht geeignet ist Fleischmehl für Wiederkäuer (Rinder, Schafe, Ziegen) sowie für rein herbivore Tiere wie Kaninchen, Meerschweinchen oder Pferde.
Fütterungsempfehlung
Fleischmehl wird in der Regel nicht als alleiniges Futter angeboten, sondern als Bestandteil einer ausgewogenen Futterration. Der Anteil richtet sich nach Tierart, Alter, Leistungsstadium und den übrigen Rationskomponenten:
- Hunde- und Katzenfutter: In kommerziellen Trockenfuttern beträgt der Fleischmehlanteil häufig 15–35 % der Gesamtrezeptur. Die genaue Futtermenge orientiert sich am Körpergewicht, Aktivitätsniveau und Gesundheitszustand des Tieres.
- Geflügel: In Mastfutterrezepturen werden üblicherweise 3–8 % Fleischmehl eingemischt. Bei Legehennen liegt der Anteil bei 2–5 % der Gesamtration.
- Schweine: Der Einsatz beschränkt sich meist auf 3–6 % der Futterration, wobei die Einmischung vor allem in der Ferkelaufzucht und Anfangsmast sinnvoll ist.
Das Fütterungsintervall ändert sich durch den Einsatz von Fleischmehl nicht grundsätzlich – entscheidend bleibt die bedarfsgerechte Gesamtration. Bei Selbstmischern empfiehlt sich eine professionelle Rationsberechnung, um Nährstoffüberschüsse oder -defizite zu vermeiden.
Vorteile & Nachteile
Vorteile:
- Sehr hoher Proteingehalt mit biologisch wertvollem Aminosäureprofil
- Hohe Verdaulichkeit bei sachgerechter Herstellung (Pepsinlöslichkeit über 80