Daphnien
DFutter & Ernährung > Futtermittel – tierisch
Definition & Überblick
Daphnien, im Volksmund als Wasserflöhe bezeichnet, gehören zur Ordnung der Blattfußkrebse (Cladocera) und zählen zu den ältesten und bewährtesten Futtertieren in der Aquaristik und Terraristik. Die kleinen Krebstiere mit einer Körpergröße von 0,5 bis 5 Millimetern besiedeln stehende und langsam fließende Süßgewässer weltweit. Besonders verbreitet als Futterorganismen sind die Arten Daphnia magna (Großer Wasserfloh) und Daphnia pulex (Gemeiner Wasserfloh).
Als tierisches Futtermittel sind Daphnien in mehreren Darreichungsformen erhältlich: lebend, gefriergetrocknet (FD – freeze-dried) und tiefgefroren (Frostfutter). Lebende Daphnien gelten dabei als besonders wertvoll, da sie durch ihre zappelnden Schwimmbewegungen den natürlichen Jagdinstinkt der Fische stimulieren. Daphnien sind kein Alleinfuttermittel, sondern ein hochwertiges Ergänzungsfuttermittel, das eine abwechslungsreiche Ernährung sinnvoll bereichert.
Zusammensetzung & Inhaltsstoffe
Die Nährstoffzusammensetzung von Daphnien variiert je nach Nahrungsangebot im Herkunftsgewässer, Jahreszeit und Art. Typische Durchschnittswerte bezogen auf die Trockenmasse lauten:
- Rohprotein: 50–70 % – ein hervorragender Proteingehalt, der Daphnien zu einem proteinreichen Futtermittel macht
- Rohfett: 5–15 % – moderate Fettgehalte mit einem günstigen Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren (Omega-3, Omega-6)
- Rohfaser: 5–10 % – stammt vorwiegend aus dem Chitinpanzer der Krebstiere, der als Ballaststoff eine verdauungsfördernde Wirkung entfaltet
- Rohasche (Mineralstoffe): 10–20 % – enthält Kalzium, Phosphor, Magnesium und Spurenelemente
- Vitamine: Natürliche Gehalte an Vitamin A, Vitamin D, B-Vitaminen und Carotinoiden, die zur Farbintensivierung bei Zierfischen beitragen
Der hohe Feuchtigkeitsgehalt lebender Daphnien (rund 90 %) bedeutet, dass der absolute Nährstoffgehalt pro Portion geringer ausfällt als bei Trockenfutter. Diese Eigenschaft macht lebende Daphnien jedoch zu einem kalorienarmen Futter, das sich besonders für übergewichtige oder verfettete Fische eignet.
Für welche Tiere geeignet?
Daphnien eignen sich als Futtermittel für eine breite Palette von Tieren:
- Süßwasser-Zierfische: Nahezu alle kleinen bis mittelgroßen Arten – Guppys, Platys, Neonsalmler, Barben, Kampffische (Betta splendens), Zwergbuntbarsche und viele weitere. Besonders Jungfische (ab etwa 2 Wochen) profitieren von frisch geschlüpften, kleineren Daphnien als Aufzuchtfutter.
- Killifische und Labyrinthfische: Daphnien gehören zum natürlichen Beutespektrum dieser Arten und werden gierig angenommen.
- Axolotl und aquatische Amphibien: Vor allem Jungtiere nehmen Daphnien als erste Nahrung nach der Dottersackphase bereitwillig auf.
- Zwergkrallenfrösche (Hymenochirus): Lebende Daphnien regen das natürliche Jagdverhalten an.
- Garnelen und Zwergkrebse: Gefriergetrocknete oder gefrorene Daphnien werden gelegentlich als proteinreiche Ergänzung angeboten.
Für große Raubfische, marine Fischarten und rein pflanzenfressende Arten sind Daphnien weniger geeignet oder nur von untergeordneter Bedeutung in der Futterration.
Fütterungsempfehlung
Da Daphnien als Ergänzungsfuttermittel eingestuft werden, sollten sie nicht als alleinige Nahrungsquelle dienen. Folgende Richtwerte haben sich in der Praxis bewährt:
- Fütterungsintervall: 2–4 Mal pro Woche als Bestandteil einer abwechslungsreichen Futterration, die zusätzlich Flockenfutter, Granulat, Artemia oder pflanzliche Komponenten enthält.
- Futtermenge: Pro Fütterung nur so viel anbieten, wie die Tiere innerhalb von 3–5 Minuten vollständig aufnehmen. Lebende Daphnien haben den Vorteil, dass Überschüsse im Aquarium überleben und bei Bedarf später gefressen werden.
- Aufzucht von Jungfischen: Kleine Daphnien oder frisch geschlüpfte Jungtiere (Neonaten) können täglich verfüttert werden, um den erhöhten Proteinbedarf wachsender Fische zu decken.
- Fastenersatz: An Fastentagen können Daphnien als leichtverdauliches, kalorienarmes Futter gereicht werden, ohne den Verdauungstrakt übermäßig zu belasten.
Vorteile & Nachteile
Vorteile:
- Hoher Proteingehalt bei gleichzeitig niedrigem Fettanteil – ideal zur Konditionierung vor der Zucht
- Chitinanteil wirkt als natürlicher Ballaststoff und fördert die Verdauung (Rohfaser-Effekt)
- Carotinoide unterstützen die natürliche Farbgebung bei Zierfischen
- Lebende Daphnien stimulieren den Jagdtrieb und fördern artgerechtes Verhalten
- Lebendfutter verschmutzt das Wasser kaum, da nicht gefressene Tiere weiterleben
- Einfache Eigenzucht möglich – kostengünstig und kontrollierbar
Nachteile:
- Als