Blättermagen
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Definition & Überblick
Der Blättermagen (lat. Omasum) ist der dritte der insgesamt vier Mägen von Wiederkäuern wie Rind, Schaf und Ziege. Seinen Namen verdankt er den charakteristischen, blattartigen Schleimhautfalten im Inneren, die an übereinanderliegende Buchseiten erinnern – weshalb er regional auch als Psalter oder Buchmagen bezeichnet wird. In der Tierernährung hat sich Blättermagen als hochwertiges tierisches Futtermittel etabliert, das vor allem in der Rohfütterung (BARF) von Hunden und Katzen eine zentrale Rolle spielt.
Im Gegensatz zum gereinigten, weißen Pansen, der häufig für den menschlichen Verzehr aufbereitet wird, kommt Blättermagen als Tierfutter in der Regel ungewaschen und grün in den Handel. Der grünliche Farbton stammt von vorverdauten Grasresten und Pflanzenfasern, die sich zwischen den Schleimhautfalten befinden. Genau dieser Inhalt macht den Blättermagen ernährungsphysiologisch so wertvoll: Er liefert neben tierischem Protein auch pflanzliche Bestandteile, Enzyme und Mikroorganismen aus dem Verdauungstrakt des Wiederkäuers.
Zusammensetzung & Inhaltsstoffe
Blättermagen gehört zu den nährstoffreichen Innereien mit einem günstigen Verhältnis von Protein zu Fett. Die genauen Werte schwanken je nach Tierart und Fütterungszustand des Schlachttieres, bewegen sich aber typischerweise in folgenden Bereichen:
- Protein: 11–14 % – biologisch hochwertiges Eiweiß mit guter Aminosäurenverteilung
- Fett: 3–6 % – vergleichsweise fettarm, dadurch gut für übergewichtige Tiere geeignet
- Rohfaser: 1–2 % – stammt aus den eingeschlossenen Pflanzenresten
- Feuchtigkeit: ca. 78–82 %
- Rohasche: ca. 1 %
Besonders hervorzuheben ist der Gehalt an Vitaminen und Mineralstoffen. Grüner Blättermagen enthält nennenswerte Mengen an B-Vitaminen (insbesondere B1, B2 und B12), fettlöslichen Vitaminen (A, D, E und K) sowie Spurenelementen wie Eisen, Zink und Mangan. Die vorverdauten Pflanzenbestandteile liefern zusätzlich natürliche Enzyme und probiotische Bakterienkulturen, die die Darmflora des Futtertieres positiv beeinflussen können.
Für welche Tiere geeignet?
Blättermagen wird hauptsächlich an folgende Tierarten verfüttert:
- Hunde: Die häufigste Anwendung. Blättermagen gilt in der BARF-Fütterung als eine der besten Futterkomponenten überhaupt. Er wird von den meisten Hunden mit großer Begeisterung gefressen und eignet sich für alle Rassen und Altersgruppen – vom Welpen bis zum Senior.
- Katzen: Grundsätzlich geeignet, wird aber aufgrund des intensiven Geruchs nicht von allen Katzen akzeptiert. Gewolfte oder fein zerkleinerte Ware wird meist besser angenommen.
- Frettchen: Als obligate Karnivoren profitieren auch Frettchen vom Nährstoffprofil des Blättermagens.
Für reine Pflanzenfresser wie Kaninchen oder Meerschweinchen ist Blättermagen nicht geeignet. Auch Vögel sollten nicht damit gefüttert werden.
Fütterungsempfehlung
Blättermagen ist kein Alleinfuttermittel, sondern wird als Ergänzungsfuttermittel innerhalb einer ausgewogenen Futterration eingesetzt. In der BARF-Fütterung für Hunde gelten folgende Richtwerte:
- Anteil an der Gesamtfutterration: Blättermagen kann 15–20 % des tierischen Anteils ausmachen. Manche Ernährungspläne sehen ihn als Hauptkomponente im Pansenanteil vor, der insgesamt etwa 20 % der Gesamtfuttermenge betragen sollte.
- Fütterungsintervall: Blättermagen kann täglich gegeben werden, eine Fütterung an 3–5 Tagen pro Woche ist jedoch ebenso sinnvoll, um Abwechslung zu gewährleisten.
- Futtermenge: Orientiert sich an der Gesamtration, die beim adulten Hund in der Regel 2–3 % des Körpergewichts beträgt. Ein 25-kg-Hund erhält demnach 500–750 g Futter pro Tag, wovon etwa 100–150 g auf Blättermagen entfallen können.
Bei Katzen sollte die Menge deutlich geringer ausfallen – etwa 10–15 % des tierischen Futteranteils. Wichtig ist, Blättermagen stets mit Muskelfleisch, anderen Innereien und gegebenenfalls rohen fleischigen Knochen zu kombinieren, um eine bedarfsgerechte Versorgung mit allen Nährstoffen sicherzustellen.
Vorteile & Nachteile
Vorteile:
- Hervorragendes Protein-Fett-Verhältnis – ideal auch für Hunde mit Übergewicht oder Bauchspeicheldrüsenproblemen
- Natürliche Quelle für Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente
- Enthält probiotische Mikroorganismen und Verdauungsenzyme, die die Darmgesundheit fördern
- Die enthaltene Rohfaser unterstützt die Verdauung auf sanfte Weise
- Hohe Akzeptanz bei Hunden – selbst mäkelige Fresser nehmen Blättermagen meist bereitwillig an
- Vergleichsweise günstig in der Anschaffung
- Auch für empfindliche Tiere und Allergiker gut verträglich, sofern keine Rindfleischallergie vorliegt
Nachteile:
- Intensiver Geruch: Grüner, ungewaschener Blättermagen riecht für menschliche Nasen äußerst unangenehm.