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Fleischknochen

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Futter & Ernährung > Futtermittel – tierisch

Definition & Überblick

Als Fleischknochen werden Knochen bezeichnet, an denen noch ein nennenswerter Anteil an Muskelfleisch, Sehnen und Bindegewebe haftet. Sie stammen überwiegend von Rind, Lamm, Wild, Geflügel oder Schwein und fallen als Nebenprodukte der Fleischverarbeitung an. In der Tierernährung gelten Fleischknochen als natürliches Ergänzungsfuttermittel, das sowohl als Beschäftigungsmaterial als auch als wertvolle Nährstoffquelle dient. Sie sind kein Alleinfuttermittel, da sie allein keinen bedarfsdeckenden Nährstoffmix liefern, sondern gezielt in eine ausgewogene Futterration integriert werden müssen.

Fleischknochen haben eine jahrtausendealte Tradition in der Fütterung von Hunden und werden heute vor allem im Rahmen der biologisch artgerechten Rohfütterung (BARF) eingesetzt. Darüber hinaus finden sie in der Fütterung von Greifvögeln, Zoocarnivoren und teilweise bei Katzen Verwendung. Die korrekte Auswahl und Zubereitung entscheidet maßgeblich darüber, ob Fleischknochen einen gesundheitlichen Vorteil oder ein Risiko darstellen.

Zusammensetzung & Inhaltsstoffe

Die Nährstoffzusammensetzung von Fleischknochen variiert stark je nach Tierart, Knochenstück und dem verbliebenen Fleischanteil. Grundsätzlich liefern sie ein breites Spektrum an Nährstoffen:

  • Protein: Der Fleischanteil liefert hochwertiges tierisches Eiweiß mit einem günstigen Aminosäureprofil. Der Knochen selbst besteht zu etwa 20–25 % aus Kollagenprotein (Ossein), das besonders reich an Glycin, Prolin und Hydroxyprolin ist.
  • Fett: Je nach Fleischbesatz und Knochenmark kann der Fettgehalt zwischen 10 und 25 % der Trockenmasse liegen. Knochenmark ist besonders energiereich und enthält einfach ungesättigte Fettsäuren.
  • Mineralstoffe: Knochen bestehen zu rund 45–50 % aus anorganischer Substanz – überwiegend Calcium und Phosphor im Verhältnis von etwa 2:1. Daneben finden sich Magnesium, Zink, Eisen und Mangan in relevanten Mengen.
  • Vitamine: Im Knochenmark und anhaftenden Fleisch sind fettlösliche Vitamine (A, D, E, K) sowie B-Vitamine enthalten.
  • Rohfaser: Fleischknochen enthalten praktisch keine Rohfaser. Bei der Rationsgestaltung muss diese über pflanzliche Komponenten ergänzt werden.
  • Wasser: Rohe Fleischknochen weisen einen Wassergehalt von etwa 30–45 % auf.

Die Knochenmineralsubstanz – Hydroxylapatit – stellt eine natürliche und gut bioverfügbare Calcium-Phosphor-Quelle dar, die bei korrekter Dosierung eine sinnvolle Ergänzung zur fleischbetonten Futterration sein kann.

Für welche Tiere geeignet?

  • Hunde: Fleischknochen sind für die meisten gesunden, erwachsenen Hunde geeignet. Sie kommen besonders in der Rohfütterung zum Einsatz und bedienen das natürliche Kaubedürfnis. Welpen ab dem Zahnwechsel können an weichere Knochen (z. B. Hühnerhälse) herangeführt werden.
  • Katzen: Kleine, weiche Fleischknochen wie Hühnerflügel oder Wachteln können roh verfüttert werden. Harte Rinderknochen sind für Katzen ungeeignet.
  • Greifvögel und Eulen: In der Falknerei und Zootierhaltung gehören Fleischknochen zum natürlichen Nahrungsspektrum und liefern wichtige Mineralstoffe.
  • Frettchen: Als obligate Carnivoren profitieren Frettchen von rohen Fleischknochen passender Größe.
  • Nicht geeignet: Für Pflanzenfresser (Kaninchen, Meerschweinchen, Pferde) und omnivore Heimtiere ohne entsprechende Zahnstruktur sind Fleischknochen nicht vorgesehen. Auch für Hunde mit Vorerkrankungen des Magen-Darm-Trakts, Pankreatitis oder fehlenden Zähnen sind sie kontraindiziert.

Fütterungsempfehlung

Fleischknochen ersetzen keine vollständige Mahlzeit, sondern ergänzen die tägliche Futterration. Folgende Richtwerte haben sich in der Praxis bewährt:

  • Futtermenge: Der Knochenanteil in einer BARF-Ration sollte etwa 10–15 % der Gesamtfuttermenge ausmachen. Bei Fleischknochen mit hohem Fleischbesatz (z. B. Lammrippen mit 50 % Fleisch) muss der tatsächliche Knochenanteil herausgerechnet werden.
  • Fütterungsintervall: Zwei bis drei Knochenfütterungen pro Woche sind für die meisten Hunde ausreichend. Tägliche Knochenfütterung kann zu Verstopfung führen – erkennbar am sogenannten „Knochenkot" (weiß, hart, krümelig).
  • Gewöhnung: Tiere, die erstmals Knochen erhalten, sollten langsam an kleine, weiche Fleischknochen herangeführt werden. Die Verdauung muss sich an die veränderte Calciumzufuhr anpassen.
  • Darreichung: Fleischknochen sollten ausschließlich roh verfüttert werden. Gekochte, gebratene oder anderweitig erhitzte Knochen verlieren ihre elastische Struktur, werden spröde und splittern. Knochensplitter können Speiseröhre, Magen und Darm perforieren.

Vorteile & Nachteile

Vorteile:

  • Natürliche Calcium- und Phosphorquelle mit hoher Bioverfügbarkeit
  • Mechanische Zahnreinigung durch intensives Kauen – Reduktion von Zahnstein und Zahnbelag
  • Befriedigung des arttypischen Kaubedürfnisses und geistige Beschäftigung