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Fischmehl

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Futter & Ernährung > Futtermittel – tierisch

Definition & Überblick

Fischmehl ist ein proteinreiches Futtermittel tierischen Ursprungs, das durch Trocknung und Vermahlung von ganzen Fischen oder Fischresten (Köpfe, Gräten, Innereien, Flossen) gewonnen wird. Es zählt zu den ältesten und weltweit am häufigsten eingesetzten tierischen Einzelfuttermitteln und wird vorwiegend als Ergänzungsfuttermittel in der Nutztierhaltung, Aquakultur sowie in der Heimtierfütterung verwendet.

Die Herstellung erfolgt in mehreren Schritten: Die Rohware wird zunächst gekocht, anschließend gepresst, um Öl und Wasser zu entziehen, und schließlich getrocknet und gemahlen. Je nach Ausgangsmaterial und Verarbeitungsqualität unterscheidet man zwischen Vollmehl (aus ganzen Fischen) und Abfallmehl (aus Verarbeitungsrückständen). Als Rohstoff dienen häufig Sardinen, Sardellen, Heringe, Menhaden oder Verarbeitungsreste aus der Speisefischindustrie.

Innerhalb der Europäischen Union unterliegt Fischmehl strengen futtermittelrechtlichen Vorschriften. Seit der BSE-Krise gelten besondere Regelungen: Der Einsatz in der Wiederkäuerfütterung ist verboten, während die Verwendung in der Schweine-, Geflügel- und Fischfütterung unter bestimmten Bedingungen zulässig ist.

Zusammensetzung & Inhaltsstoffe

Die Nährstoffzusammensetzung von Fischmehl variiert je nach Fischart, Frischegrad der Rohware und Herstellungsverfahren erheblich. Typische Richtwerte für hochwertiges Fischmehl lauten:

  • Rohprotein: 60–72 % – Das Protein ist biologisch hochwertig, da es ein nahezu vollständiges Aminosäurenprofil aufweist. Besonders die essenziellen Aminosäuren Lysin, Methionin, Threonin und Tryptophan liegen in hohen Konzentrationen vor.
  • Rohfett: 5–12 % – Der Fettanteil enthält einen hohen Anteil an Omega-3-Fettsäuren (EPA und DHA), die eine bedeutende Rolle für Zellstoffwechsel, Fellqualität und Entzündungsprozesse spielen.
  • Rohasche (Mineralstoffe): 12–22 % – Fischmehl ist eine hervorragende Quelle für Calcium und Phosphor in einem günstigen Verhältnis. Daneben finden sich relevante Mengen an Selen, Jod, Zink und Eisen.
  • Rohfaser: unter 1 % – Da Fische kein Fasergewebe enthalten, ist der Rohfasergehalt vernachlässigbar.
  • Vitamine: Nennenswerte Gehalte an fettlöslichen Vitaminen, insbesondere Vitamin A und Vitamin D3, sowie Vitamin B12 und weitere B-Vitamine (Niacin, Cholin).
  • Wassergehalt: 6–10 % im fertigen Produkt.

Die hohe Verdaulichkeit des Proteins (über 90 % bei guter Qualität) macht Fischmehl zu einem der effektivsten Proteinträger im Futterbereich.

Für welche Tiere geeignet?

Fischmehl wird in verschiedenen Bereichen der Tierfütterung eingesetzt:

  • Geflügel (Hühner, Puten, Enten): Besonders in der Aufzuchtphase und bei Legehennen geschätzt, da der hohe Lysin- und Methioningehalt die Eiproduktion und das Wachstum fördert.
  • Schweine: Vor allem in der Ferkelaufzucht bewährt sich Fischmehl wegen seiner hohen Proteinverdaulichkeit und Schmackhaftigkeit. Es verbessert die Futteraufnahme bei Absetzferkeln nachweislich.
  • Fische und Krebstiere (Aquakultur): Das traditionelle Haupteinsatzgebiet. Für Raubfischarten wie Lachs, Forelle oder Steinbutt ist Fischmehl nach wie vor ein zentraler Bestandteil der Futterration.
  • Hunde und Katzen: In der Heimtiernahrung dient Fischmehl als Protein- und Omega-3-Quelle. Zahlreiche industrielle Alleinfuttermittel enthalten Fischmehl als Zutat.
  • Reptilien und Ziervögel: In geringem Umfang als Proteinergänzung einsetzbar.

Nicht geeignet ist Fischmehl für Wiederkäuer (Rinder, Schafe, Ziegen) – dies ist in der EU gesetzlich untersagt. Auch für rein herbivore Tierarten ist es nicht vorgesehen.

Fütterungsempfehlung

Fischmehl wird in der Regel nicht als Alleinfuttermittel, sondern als Ergänzungsfuttermittel innerhalb einer ausgewogenen Futterration eingesetzt. Die empfohlene Futtermenge richtet sich nach Tierart, Leistungsstadium und Rationsgestaltung:

  • Legehennen: 3–8 % der Gesamtration
  • Mastgeflügel: 5–10 % der Gesamtration
  • Ferkel (Absetzphase): 5–8 % der Gesamtration, mit abnehmendem Anteil bei steigendem Alter
  • Mastschweine: 2–5 % der Gesamtration; in der Endmast Reduktion auf unter 2 %, um Fischgeschmack im Fleisch zu vermeiden
  • Aquakultur: je nach Fischart 15–50 % der Gesamtration; bei Forellen und Lachsen traditionell höher als bei Karpfen oder Tilapia

Das Fütterungsintervall entspricht dem normalen Fütterungsrhythmus der jeweiligen Tierart. Fischmehl wird in die tägliche Mischration eingearbeitet und nicht separat verabreicht. Eine schrittweise Einführung über mehrere Tage empfiehlt sich, um die Akzeptanz zu prüfen und Verdauungsprobleme zu vermeiden.

Vorteile & Nachteile

Vorteile:

  • Extrem hoher Proteingehalt mit ausgezeichnetem Aminosäurenprofil
  • Hohe biologische Verdau