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Bachforelle

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Tierart – Fische > Süßwasserfische – heimisch

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Salmo trutta fario
  • Ordnung: Lachsartige (Salmoniformes)
  • Familie: Lachsfische (Salmonidae)
  • Gattung: Salmo
  • Lebensraum: Kühle, sauerstoffreiche Fließgewässer der Forellenregion
  • Größe: 25–50 cm, in Ausnahmefällen bis 80 cm
  • Gewicht: 0,2–2 kg, selten bis 5 kg
  • Lebenserwartung: 8–12 Jahre, in seltenen Fällen bis 18 Jahre

Aussehen & Merkmale

Die Bachforelle besitzt einen langgestreckten, seitlich leicht abgeflachten Körper, der stromlinienförmig gebaut ist und eine effiziente Fortbewegung in der Strömung ermöglicht. Der Kopf ist relativ groß, das Maul endständig und mit kräftigen Zähnen besetzt, die auch auf dem Pflugscharbein (Vomer) sitzen – ein wichtiges Bestimmungsmerkmal innerhalb der Familie der Lachsfische.

Die Grundfärbung der Schuppen variiert je nach Habitat erheblich: Der Rücken ist meist dunkelbraun bis olivgrün, die Flanken heller mit einem goldgelben bis messingfarbenen Schimmer. Charakteristisch sind die zahlreichen schwarzen und roten Punkte an den Körperseiten, wobei die roten Punkte häufig von einem hellen, bläulich-weißen Hof umgeben sind. Diese Zeichnung unterscheidet die Bachforelle deutlich von der Regenbogenforelle (Oncorhynchus mykiss), die stattdessen ein namensgebendes rosafarbenes Längsband trägt. Der Bauch ist gelblich-weiß bis cremefarben, bei laichreifen Milchnern oft intensiv orange gefärbt.

Wie alle Salmoniden trägt die Bachforelle eine Fettflosse zwischen Rücken- und Schwanzflosse. Die Schwanzflosse ist bei adulten Tieren nahezu gerade abgeschnitten, bei Jungfischen noch leicht eingebuchtet. Die Afterflosse ist kurz, Brust- und Bauchflossen sind abgerundet. Die Schuppen sind klein und zykloid, also glattrandig.

Lebensraum & Verbreitung

Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet der Bachforelle erstreckt sich über weite Teile Europas, von Skandinavien und Island bis zu den Mittelmeerinseln, ostwärts bis zum Ural und in die Gewässer Kleinasiens. In Mitteleuropa ist sie der Leitfisch der nach ihr benannten Forellenregion – dem obersten Abschnitt eines Flusssystems, der auch als Epirhithral und Metarhithral bezeichnet wird.

Ihr bevorzugtes Biotop sind kühle, sauerstoffreiche Bäche und Flüsse mit steinigem oder kiesigem Grund und Wassertemperaturen, die im Sommer selten über 18 °C steigen. Sie besiedelt auch klare Gebirgsseen und Quellregionen, sofern ausreichend Unterstände in Form von Wurzeln, unterspülten Ufern, Totholz und Steinen vorhanden sind. Die Art stellt hohe Ansprüche an die Wasserqualität: Verunreinigungen und niedrige Sauerstoffgehalte führen rasch zum Verschwinden lokaler Populationen. Dadurch gilt sie als verlässlicher Bioindikator für die Gewässergüte.

Durch Besatzmaßnahmen wurde die Bachforelle weltweit in zahlreiche Gewässer eingebracht, unter anderem in Nord- und Südamerika, Australien, Neuseeland und Teile Afrikas. In einigen dieser Regionen hat sie sich als invasive Art etabliert und steht dort in Konkurrenz zu einheimischen Fischarten.

Ernährung

Die Bachforelle ist ein opportunistischer Raubfisch mit einem breiten Nahrungsspektrum. Jungfische ernähren sich vorwiegend von Kleinkrebsen, Insektenlarven und Anflugnahrung – also Insekten, die auf die Wasseroberfläche fallen. Mit zunehmender Körpergröße verschiebt sich das Nahrungsspektrum hin zu größeren Beutetieren: Bachflohkrebse (Gammarus), Eintagsfliegen-, Köcherfliegen- und Steinfliegenlarven bilden die Hauptnahrung adulter Tiere.

Größere Bachforellen fressen regelmäßig auch kleine Fische wie Elritzen, Groppen und Jungfische anderer Arten, gelegentlich sogar den eigenen Nachwuchs. Daneben werden Würmer, Schnecken und kleine Amphibien erbeutet. Die Nahrungsaufnahme erfolgt überwiegend durch gezieltes Lauern in der Strömung hinter Hindernissen, von wo aus Beutetiere mit einem kurzen Vorstoß ergriffen werden.

Verhalten & Lebensweise

Die Bachforelle lebt als Einzelgänger und beansprucht ein festes Revier, das sie gegenüber Artgenossen energisch verteidigt. Die besten Standplätze – strömungsberuhigte Zonen hinter Steinen oder in Kolken, die zugleich eine gute Nahrungsdrift bieten – werden von den größten und dominantesten Individuen besetzt. Unterlegene Fische werden in suboptimale Bereiche verdrängt.

Die Art ist vorwiegend in den Dämmerungsstunden und nachts aktiv, insbesondere bei der Jagd auf Beutefische. Tagsüber verharrt sie häufig in ihren Unterständen und nimmt nur gelegentlich vorbeitreibende Nahrung auf. Bei trübem Wetter oder bedecktem Himmel kann die Aktivität auch tagsüber ansteigen. Bachforellen verfügen über ein ausgezeichnetes Sehvermögen und ein feines Seitenlinienorgan, mit dem sie Druckwellen und Wasserströmungen wahrnehmen können.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Laichzeit der Bachforelle fällt in Mitteleuropa in die Monate Oktober bis Januar, wobei regionale Unterschiede auftreten. Für die Fortpflanzung wandern die Tiere stromaufwärts in flache, kiesige Gewässerabschnitte mit guter Durchströmung des Sohlsubstrats. Das Weibchen (Rogner) schlägt mit kräftigen Schwanzschlägen eine flache Grube in den Kies – die sogenannte Laichgrube. In diese werden die Eier abgelegt und vom Männchen (Milchner) besamt. Anschließend deckt das Weibchen