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Barbe

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Tierart – Fische > Süßwasserfische – heimisch

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Barbus barbus
  • Ordnung: Karpfenartige (Cypriniformes)
  • Familie: Karpfenfische (Cyprinidae)
  • Gattung: Barbus
  • Lebensraum: Fließgewässer mit kiesigem bis sandigem Grund, bevorzugt die mittleren Flussabschnitte (Barbenregion)
  • Größe: 30–80 cm, in Ausnahmefällen bis über 100 cm
  • Gewicht: 1–8 kg, Maximalgewichte bis etwa 12 kg dokumentiert
  • Lebenserwartung: 15–20 Jahre

Aussehen & Merkmale

Die Barbe besitzt einen langgestreckten, im Querschnitt nahezu drehrunden Körper, der ideal an das Leben in strömungsreichen Gewässern angepasst ist. Die Unterseite ist abgeflacht, was dem Fisch ein typisch bodenorientiertes Profil verleiht. Das unterständige Maul ist rüsselartig nach unten gerichtet und trägt vier kräftige Barteln – zwei kürzere an der Oberlippe und zwei längere an den Mundwinkeln. Diese Barteln dienen als Tastorgane bei der Nahrungssuche am Gewässergrund.

Die Schuppen sind mittelgroß und fest sitzend. Die Körperfärbung variiert je nach Gewässer: Der Rücken zeigt sich olivgrün bis bräunlich, die Flanken schimmern goldgelb bis messingfarben, und die Bauchseite ist weißlich. Die Rückenflosse ist relativ kurz und hoch, ihr letzter Hartstrahl ist am Hinterrand deutlich gesägt – ein wichtiges Bestimmungsmerkmal. Die Schwanzflosse ist tief gegabelt, die Bauch- und Afterflossen zeigen häufig eine rötliche bis orangefarbene Tönung.

Jungfische weisen oft dunkle Flecken auf Rücken und Flanken auf, die mit zunehmendem Alter verblassen. Von der verwandten Nase (Chondrostoma nasus), die ähnliche Habitate besiedelt, unterscheidet sich die Barbe durch das bartelntragende Maul und die abweichende Körperform.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Barbe erstreckt sich über weite Teile Mittel- und Südeuropas. Sie kommt von Frankreich und England ostwärts bis in die Einzugsgebiete des Schwarzen Meeres vor. In Mitteleuropa besiedelt sie die großen Flusssysteme von Rhein, Elbe, Donau, Weser und Oder. In Skandinavien und im Mittelmeerraum fehlt sie weitgehend; in letzterem wird sie durch nah verwandte Arten der Gattung Barbus ersetzt, etwa die Mittelmeerbarbe (Barbus meridionalis).

Ihr bevorzugtes Habitat sind die mittleren Flussabschnitte mit mäßiger bis starker Strömung, kiesigem oder steinigem Substrat und ausreichender Wassertiefe. Dieser Gewässerabschnitt wird in der Fischökologie als Barbenregion bezeichnet – ein Begriff, der die ökologische Bedeutung dieser Art als Leitfisch unterstreicht. Die Barbenregion liegt typischerweise zwischen der oberen Äschenregion und der unteren Brachsenregion. Stehende Gewässer, Seen oder stark verschlammte Flussabschnitte meidet die Barbe. Sie benötigt sauerstoffreiches, sommerwarmes Wasser und ist auf eine gewisse Strukturvielfalt im Flussbett angewiesen – Kolke, Rauschen und unterspülte Uferbereiche bilden ihr bevorzugtes Biotop.

Ernährung

Die Barbe ist ein ausgesprochener Grundfisch und ernährt sich überwiegend von wirbellosen Organismen, die sie mit ihren Barteln am Gewässergrund aufspürt. Zum Nahrungsspektrum gehören Insektenlarven – insbesondere Zuckmücken-, Eintagsfliegen- und Köcherfliegenlarven –, Kleinkrebse, Würmer und Schnecken. Dabei wühlt sie mit ihrem rüsselartigen Maul im Sediment und dreht gezielt Steine um, um darunter verborgene Beutetiere freizulegen.

Größere Exemplare nehmen gelegentlich auch Fischlaich, kleine Fische und pflanzliches Material wie Algenaufwuchs auf. Die Nahrungsaufnahme findet vorwiegend in den Dämmerungsstunden und nachts statt. Tagsüber verharren Barben oft in Ruhezonen hinter Strömungshindernissen und werden erst mit einsetzender Dunkelheit aktiver.

Verhalten & Lebensweise

Barben leben gesellig und bilden außerhalb der Laichzeit Schwärme unterschiedlicher Größe, wobei die Gruppen oft aus Tieren ähnlicher Größenklasse bestehen. Diese Schwärme halten sich tagsüber bevorzugt in tiefen, strömungsberuhigten Bereichen auf – hinter großen Steinen, in Kolken oder unter überhängenden Uferstrukturen. Die Art ist überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Erst in der Abenddämmerung wandern die Tiere auf die flacheren Kiesbänke und Rauschen, um dort zu fressen.

Die Barbe ist ein standorttreuer Fisch, der zwar kein festes Revier verteidigt, aber über längere Zeiträume bestimmte Flussabschnitte bewohnt. Im Winter ziehen sich die Tiere in tiefere Gewässerabschnitte zurück und reduzieren ihre Aktivität deutlich. Saisonale Wanderungen unternehmen sie vor allem zur Laichzeit, wenn sie flussaufwärts zu geeigneten Kieslaichplätzen ziehen. Diese Wanderungen können je nach Gewässer mehrere Kilometer betragen.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Laichzeit erstreckt sich von Mai bis Juli, wenn die Wassertemperatur etwa 15–18 °C erreicht. Zur Fortpflanzung versammeln sich die Barben an flachen, stark überströmten Kiesbänken. Die Geschlechtsreife tritt bei Männchen mit drei bis vier Jahren ein, bei Weibchen ein bis zwei Jahre später. Während der Laichzeit entwickeln die Männchen einen feinen Laichausschlag auf Kopf und Körper.

Ein Weibchen legt je nach Körpergröße zwischen 3.000 und 30.000 gelbliche, klebrige Eier in mehreren Schüben direkt auf den Kiesgrund ab. Die Eier heften sich an Steine und Kiesel und entwickeln sich innerhalb von 10–15 Tagen,