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Baumwanze

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Tierart – Insekten > Wanzen, Zikaden & Läuse

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Palomena prasina (Grüne Stinkwanze) – stellvertretend für die Familie
  • Ordnung: Schnabelkerfe (Hemiptera)
  • Unterordnung: Wanzen (Heteroptera)
  • Familie: Baumwanzen (Pentatomidae)
  • Lebensraum: Laubwälder, Waldränder, Hecken, Gärten, Obstplantagen, Kulturlandschaften
  • Größe: 8–17 mm je nach Art
  • Gewicht: ca. 50–200 mg
  • Lebenserwartung: etwa 12–14 Monate (eine Generation pro Jahr bei den meisten Arten)

Aussehen & Merkmale

Baumwanzen besitzen den für die Familie Pentatomidae typischen, breit-ovalen und dorsoventral abgeflachten Körperbau. Das auffälligste Merkmal ist das große, dreieckige Schildchen (Scutellum), das vom hinteren Rand des Halsschildes (Pronotum) bis zur Mitte des Hinterleibs reicht und bei manchen Gattungen sogar den gesamten Hinterleib bedecken kann. Die Vorderflügel sind als sogenannte Hemielytren ausgebildet: Ihre basale Hälfte ist verhärtet (Corium), während die Spitze häutig bleibt (Membran). Darunter liegen die durchsichtigen Hinterflügel, die dem Flug dienen.

Die Färbung variiert je nach Art erheblich. Die in Mitteleuropa häufige Grüne Stinkwanze (Palomena prasina) zeigt im Sommer eine leuchtend grüne Grundfarbe, die sich im Herbst durch Einlagerung brauner Pigmente in eine bräunliche Tarnfärbung wandelt. Andere Arten wie die Graue Gartenwanze (Rhaphigaster nebulosa) oder die Streifenwanze (Graphosoma italicum) tragen graubraune beziehungsweise auffällig rot-schwarz gestreifte Zeichnungen. Die Fühler bestehen aus fünf Gliedern, die Mundwerkzeuge sind zu einem stechend-saugenden Rüssel (Rostrum) umgebildet, der in Ruhestellung unter dem Körper nach hinten geklappt wird.

Lebensraum & Verbreitung

Die Familie Pentatomidae umfasst weltweit über 5.000 beschriebene Arten und ist auf allen Kontinenten außer der Antarktis vertreten. In Mitteleuropa kommen rund 70 Arten vor. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich von tropischen Regenwäldern bis in gemäßigte Breiten. Als Habitat bevorzugen die meisten einheimischen Arten sonnige, vegetationsreiche Biotope: Waldränder, Hecken, Streuobstwiesen, Gärten und landwirtschaftliche Flächen. Die Tiere halten sich überwiegend auf krautigen Pflanzen, Sträuchern und Laubbäumen auf, wo sie sowohl Nahrung als auch Deckung finden.

Seit den frühen 2000er-Jahren breitet sich die aus Ostasien stammende Marmorierte Baumwanze (Halyomorpha halys) als invasive Art in Europa und Nordamerika aus. Sie besiedelt dort sowohl urbane als auch ländliche Lebensräume und verursacht erhebliche Schäden im Obst- und Gemüseanbau.

Ernährung

Die Mehrzahl der Baumwanzen ernährt sich phytophag, also pflanzlich. Mit ihrem Stechrüssel durchstoßen sie die Epidermis von Blättern, Stängeln, Knospen und Früchten und saugen den Pflanzensaft. Dabei injizieren sie enzymhaltigen Speichel, der das Pflanzengewebe vorverdaut. An Früchten hinterlässt dies typische Einstichstellen mit eingesunkenem, korkartig verändertem Gewebe – ein wirtschaftlich relevanter Schaden bei Äpfeln, Birnen, Tomaten und Paprika.

Einige Gattungen innerhalb der Familie, etwa Zicrona, ernähren sich räuberisch von anderen Insekten, insbesondere von Blattläusen und Käferlarven. Diese zoophagen Arten spielen eine Rolle als natürliche Gegenspieler von Pflanzenschädlingen.

Verhalten & Lebensweise

Baumwanzen sind überwiegend tagaktiv und nutzen warme Sonnenstunden zur Nahrungsaufnahme und Partnersuche. Sie bewegen sich eher langsam und setzen bei Bedrohung auf chemische Abwehr statt auf Flucht. Namensgebend ist die Fähigkeit, bei Störung ein stark riechendes Sekret aus Metathorakaldrüsen an der Unterseite des Brustabschnitts abzusondern. Dieses Sekret enthält Aldehyde wie trans-2-Decenal und trans-2-Octenal, die auf Fressfeinde wie Vögel und Eidechsen abschreckend wirken. Beim Menschen wird dieser Geruch gemeinhin als unangenehm empfunden – daher der volkstümliche Name „Stinkwanze".

Im Herbst suchen viele Arten geschützte Überwinterungsplätze auf: unter Baumrinde, in Laubstreu, in Mauerspalten oder auch in menschlichen Behausungen. Besonders die Marmorierte Baumwanze dringt dabei in großer Zahl in Gebäude ein, was zu Konflikten mit Hausbewohnern führt. Die Überwinterung erfolgt in einer Kältestarre (Diapause), aus der die Tiere im Frühjahr bei steigenden Temperaturen erwachen.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarung findet im späten Frühjahr oder Frühsommer statt. Die Geschlechter finden sich über artspezifische Vibrationen zusammen, die die Tiere über die Pflanze als Substrat übertragen – ein Kommunikationsweg, der als Substratschall bezeichnet wird. Die Weibchen legen ihre Eier in regelmäßigen Gelegen ab, typischerweise in Gruppen von 20 bis 30 tonnenförmigen Eiern auf der Blattunterseite. Die Eier sind häufig durch eine harte Schale und einen Deckel (Operculum) geschützt.

Die Entwicklung verläuft hemimetabol, also über eine unvollständige Metamorphose. Aus den Eiern schlüpfen Nymphen, die in ihrem Grundbauplan den adulten Tieren ähneln, jedoch kleiner sind und keine funktionsfähigen Flügel besitzen. Die Nymphen durchlaufen fünf Larvenstadien (Instare), wobei sie sich bei jeder Häutung der Adultform annähern. Flü