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Kopflaus

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Tierart – Insekten > Wanzen, Zikaden & Läuse

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Pediculus humanus capitis
  • Ordnung: Tierläuse (Phthiraptera)
  • Unterordnung: Echte Tierläuse (Anoplura)
  • Familie: Menschenläuse (Pediculidae)
  • Gattung: Pediculus
  • Lebensraum: Ausschließlich im Kopfhaar des Menschen
  • Größe: 2–3,5 mm (adulte Tiere)
  • Gewicht: Unter 1 mg
  • Lebenserwartung: Etwa 30 Tage auf dem Wirt; ohne Wirt maximal 2–3 Tage

Aussehen & Merkmale

Die Kopflaus ist ein flügelloses Insekt mit einem dorsoventral abgeflachten, langgestreckten Körper. Wie alle Insekten besitzt sie drei Beinpaare, die jeweils in einer kräftigen, hakenförmigen Klaue enden. Diese Klammerbeine sind perfekt an das Festhalten an menschlichen Haaren angepasst – die Klaue kann gegen einen Daumfortsatz der Tibia geschlossen werden, sodass ein Haar wie von einer Zange umschlossen wird.

Der Körper ist im nüchternen Zustand grau-weißlich und nahezu durchscheinend. Nach einer Blutmahlzeit nimmt das Abdomen eine rötlich-braune Färbung an. Der Kopf trägt zwei kurze, fünfgliedrige Antennen sowie stechend-saugende Mundwerkzeuge, die im Ruhezustand in den Kopf zurückgezogen werden. Facettenaugen fehlen; stattdessen besitzt die Kopflaus lediglich rudimentäre Punktaugen (Ocellen), die nur Hell-Dunkel-Unterschiede wahrnehmen können.

Die Eier, als Nissen bezeichnet, sind oval, etwa 0,8 mm lang und werden mit einem wasserunlöslichen Sekret dicht am Haaransatz an einzelne Haare gekittet. Frische Nissen erscheinen bräunlich-gelblich, leere Hüllen nach dem Schlupf weißlich.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Kopflaus ist kosmopolitisch – sie kommt überall dort vor, wo Menschen leben. Ihr Habitat ist streng auf den menschlichen Kopf beschränkt. Die Kopflaus ist ein obligater Ektoparasit, der außerhalb des menschlichen Körpers nicht dauerhaft überleben kann. Die Temperatur- und Feuchtigkeitsverhältnisse im Kopfhaar, nahe an der Kopfhaut, bieten ihr optimale Bedingungen: Temperaturen zwischen 28 und 32 °C bei hoher Luftfeuchtigkeit.

Besonders bevorzugt werden die Bereiche hinter den Ohren, am Nacken und an den Schläfen, da die Haut dort gut durchblutet ist und das Haar dicht wächst. Die Kopflaus besiedelt weder andere Körperregionen noch andere Wirte. Sie ist streng wirtsspezifisch – nicht einmal Menschenaffen werden befallen. Die nah verwandte Kleiderlaus (Pediculus humanus humanus) wird von manchen Taxonomen als Unterart derselben Spezies betrachtet, hat aber ein anderes Biotop: Sie lebt vorwiegend in Kleidungsnähten und sucht den Körper nur zur Nahrungsaufnahme auf.

Ernährung

Die Kopflaus ernährt sich ausschließlich von menschlichem Blut. Sie nimmt pro Tag mehrere Blutmahlzeiten zu sich, in der Regel alle zwei bis vier Stunden. Zum Saugen sticht sie mit ihren stilettartigen Mundwerkzeugen die Kopfhaut an und injiziert gleichzeitig Speichel, der gerinnungshemmende und gefäßerweiternde Substanzen enthält. Dieser Speichel ist es, der beim Wirt die typische allergische Reaktion mit Juckreiz auslöst.

Eine einzelne Blutmahlzeit dauert etwa 15 bis 30 Minuten. Ohne Nahrungszufuhr trocknet die Kopflaus rasch aus und stirbt innerhalb von ein bis zwei Tagen, unter günstigen Bedingungen maximal nach drei Tagen. Diese starke Abhängigkeit vom Wirt macht das Überleben abseits des Kopfes praktisch unmöglich.

Verhalten & Lebensweise

Die Kopflaus ist sowohl tag- als auch nachtaktiv, zeigt jedoch bei Dunkelheit eine erhöhte Mobilität. Sie bewegt sich ausschließlich krabbelnd fort; springen oder fliegen kann sie nicht. Ihre Fortbewegungsgeschwindigkeit beträgt etwa 23 cm pro Minute auf Haaren. Auf glatten Oberflächen hingegen ist sie nahezu hilflos, da ihre Klammerbeine für das Greifen zylindrischer Strukturen optimiert sind.

Die Übertragung von Wirt zu Wirt erfolgt fast ausschließlich durch direkten Haar-zu-Haar-Kontakt. Entgegen weit verbreiteter Annahmen spielen Mützen, Kämme oder Kopfkissen als Übertragungsweg eine untergeordnete Rolle. Kopfläuse leben nicht in Gruppen mit sozialer Organisation. Sie bilden keine Reviere und zeigen keinerlei Balzverhalten oder Territorialität.

Die Kopflaus orientiert sich vorwiegend über Thermotaxis (Wärmewahrnehmung) und über chemische Reize. Licht meidet sie tendenziell, was das Auffinden bei der Untersuchung erschwert – befallene Tiere fliehen rasch in tiefere Haarschichten.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Fortpflanzung erfolgt geschlechtlich. Nach der Begattung legt das Weibchen über einen Zeitraum von rund 20 Tagen täglich etwa vier bis acht Eier, insgesamt bis zu 150 Nissen während seines Lebens. Die Nissen werden stets in unmittelbarer Nähe der Kopfhaut an einzelne Haare angeklebt, da nur dort die Temperatur für die Embryonalentwicklung ausreicht.

Nach sieben bis zehn Tagen schlüpft aus der Nisse eine Larve, die als Nymphe bezeichnet wird. Die Nymphe durchläuft drei Larvenstadien (L1, L2, L3), wobei sie sich bei jeder Häutung der alten Kutikula entledigt. Nach etwa neun bis zwölf Tagen erreicht sie das Adultstadium und ist selbst fortpflanzungsfähig. Der gesamte Entwicklungszyklus vom Ei bis zum geschlechtsreifen Tier dauert somit rund drei Wochen.

Bedrohung & Schutzstatus