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Blattfloh

B

Tierart – Insekten > Wanzen, Zikaden & Läuse

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Psylloidea (Überfamilie), zahlreiche Arten, z. B. Cacopsylla pyri (Birnblattsauger), Psylla alni (Erlenblattsauger)
  • Ordnung: Schnabelkerfe (Hemiptera)
  • Unterordnung: Pflanzenläuse (Sternorrhyncha)
  • Familie: u. a. Psyllidae, Triozidae, Aphalaridae, Liviidae
  • Lebensraum: Laubwälder, Obstplantagen, Gärten, Hecken, Auenwälder – weltweit verbreitet
  • Größe: 1,5–5 mm (adulte Tiere)
  • Gewicht: wenige Milligramm (nicht systematisch erfasst)
  • Lebenserwartung: wenige Wochen bis Monate (je nach Art und Generation)

Aussehen & Merkmale

Blattflöhe, auch als Blattsauger oder Psylliden bezeichnet, sind kleine, zart gebaute Insekten, die auf den ersten Blick an winzige Zikaden erinnern. Ihr Körper ist seitlich leicht zusammengedrückt, die Grundfärbung variiert je nach Art von gelbgrün über bräunlich bis fast schwarz. Viele Arten zeigen saisonalen Farbwechsel: Sommerformen sind häufig heller als die überwinternden Individuen.

Charakteristisch sind die beiden Paar transparenter, dachförmig über dem Hinterleib gefalteter Flügel, die ein gut erkennbares Flügelgeäder aufweisen. Die Vorderflügel sind etwas derber als die zarten Hinterflügel. Am Kopf sitzen zwei auffällige, fadenförmige Fühler (Antennen) mit meist zehn Gliedern, an deren Spitzen sich häufig zwei kurze Sinnesborsten befinden. Die Mundwerkzeuge bestehen aus einem stechend-saugenden Rüssel (Rostrum), der typisch für die Unterordnung der Pflanzenläuse ist.

Namensgebend ist die Fähigkeit der Tiere, mithilfe kräftig verdickter Hinterbeine weite Sprünge zu vollführen – ähnlich wie Flöhe, mit denen sie jedoch nicht verwandt sind. Die Hinterschienen tragen an ihrer Spitze einen Kranz kräftiger Dornen, die beim Absprung Halt auf dem Pflanzenuntergrund geben.

Lebensraum & Verbreitung

Blattflöhe kommen weltweit vor, mit besonderer Artenvielfalt in gemäßigten und subtropischen Regionen. Die Überfamilie Psylloidea umfasst über 4.000 beschriebene Arten, von denen in Mitteleuropa rund 200 nachgewiesen sind. Ihr Habitat ist eng an bestimmte Wirtspflanzen gebunden: Die meisten Arten sind oligophag oder sogar monophag, nutzen also nur eine oder wenige eng verwandte Pflanzenarten.

Typische Biotope sind Streuobstwiesen, Laubmischwälder, Auenwälder, Feldhecken und Gärten. Einige Arten wie der Birnblattsauger (Cacopsylla pyri) oder der Apfelblattsauger (Cacopsylla mali) besiedeln bevorzugt Obstanlagen. Andere Gattungen, etwa Trioza, sind auf Doldenblütler, Möhren oder Brennnesseln spezialisiert. Der Asiatische Citrus-Psyllid (Diaphorina citri) ist in tropischen Gebieten als Überträger der Citrus-Greening-Krankheit (Huanglongbing) von großer wirtschaftlicher Bedeutung.

Ernährung

Blattflöhe ernähren sich ausschließlich von Pflanzensäften. Sowohl die adulten Tiere als auch die Larven (Nymphen) stechen mit ihrem Saugrüssel in das Phloem – das Leitgewebe der Pflanzen – und nehmen zuckerreiche Siebröhrensäfte auf. Da diese Nahrung einen hohen Zuckergehalt, aber einen niedrigen Proteinanteil besitzt, scheiden die Tiere große Mengen überschüssigen Zuckers als sogenannten Honigtau aus.

Dieser klebrige Honigtau überzieht befallene Blätter und Triebe und dient sekundär als Nährboden für Rußtaupilze, die das Blattgewebe schwärzen und die Photosynthese beeinträchtigen. Einige Blattfloh-Nymphen hüllen sich in wachsartige, weiße Fäden oder bilden schützende Honigtau-Tropfen, unter denen sie saugen – ein Verhalten, das sie vor Austrocknung und Fressfeinden schützt.

Verhalten & Lebensweise

Blattflöhe sind tagaktive Insekten, die sich vorwiegend auf der Blattunterseite oder an jungen Triebspitzen aufhalten. Ihre Sprungfähigkeit nutzen sie als schnelle Fluchtreaktion bei Störungen. Zusätzlich können adulte Tiere kurze Strecken fliegen und werden durch Wind auch über größere Distanzen verdriftet.

Die meisten mitteleuropäischen Arten durchlaufen ein bis drei Generationen pro Jahr. Einige Arten überwintern als adulte Tiere in der Borke von Bäumen, in Bodenstreu oder an immergrünen Gehölzen. Andere überdauern die kalte Jahreszeit als Ei auf den Wirtspflanzen. Im Frühjahr, sobald die Temperaturen steigen und die Wirtspflanzen austreiben, beginnt die Besiedlung der frischen Triebe.

Blattflöhe kommunizieren über substratgebundene Vibrationen: Männchen und Weibchen erzeugen artspezifische Signalmuster, indem sie ihren Hinterleib rhythmisch auf die Pflanzenoberfläche klopfen. Diese Vibrationen werden über die Pflanzenstängel übertragen und dienen der Partnerfindung – ein Kommunikationssystem, das auch von bestimmten Zikaden bekannt ist.

Fortpflanzung & Aufzucht

Nach der Paarung, die häufig schon im zeitigen Frühjahr auf den Wirtspflanzen stattfindet, legen die Weibchen ihre Eier einzeln oder in kleinen Gruppen an Knospen, Blattrippen oder junge Triebe. Die Eier sind oval, mit einem kurzen Stiel an der Pflanze befestigt und zunächst hell gefärbt; kurz vor dem Schlupf verfärben sie sich orange bis dunkel.

Die Lar