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Filzlaus

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Tierart – Insekten > Wanzen, Zikaden & Läuse

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Pthirus pubis
  • Ordnung: Tierläuse (Phthiraptera)
  • Unterordnung: Echte Tierläuse (Anoplura)
  • Familie: Filzläuse (Pthiridae)
  • Gattung: Pthirus
  • Lebensraum: Ausschließlich auf dem menschlichen Körper, vorwiegend im Schamhaar
  • Größe: 1,0–1,7 mm (Adulte)
  • Gewicht: Unter 1 mg
  • Lebenserwartung: Etwa 3–4 Wochen (auf dem Wirt); ohne Wirt maximal 24–48 Stunden

Aussehen & Merkmale

Die Filzlaus unterscheidet sich deutlich von der nahe verwandten Kopflaus (Pediculus humanus capitis) und der Kleiderlaus (Pediculus humanus corporis). Ihr Körper ist gedrungen, annähernd rund bis trapezförmig und dorsoventral stark abgeflacht. Im Vergleich zur langgestreckten Gestalt der Kopflaus wirkt die Filzlaus beinahe krabbenartig – ein Umstand, der ihr im Englischen den Namen „crab louse" eingebracht hat.

Der Körper ist gelblich-braun bis graubraun gefärbt und teilweise durchscheinend, sodass nach einer Blutmahlzeit der dunkelrote Darminhalt sichtbar wird. Wie alle Insekten besitzt die Filzlaus drei Beinpaare. Das erste Beinpaar ist auffallend schlanker als die beiden hinteren, die kräftige Greifklauen tragen. Diese Klauen sind zusammen mit daumenartigen Fortsätzen am Schienbein (Tibia) zu einem effektiven Klammerorgan ausgebildet, das dem Tier festen Halt an den relativ groben Scham- und Körperhaaren gibt. Am Kopf sitzen kurze, fünfgliedrige Antennen sowie stechend-saugende Mundwerkzeuge, die zur Nahrungsaufnahme in die Haut des Wirts eingestochen werden.

Die Eier, als Nissen bezeichnet, sind oval, etwa 0,8 mm lang und werden mit einer wasserunlöslichen Kittsubstanz an der Haarbasis befestigt. Sie sind mit bloßem Auge als kleine, bräunliche Punkte erkennbar.

Lebensraum & Verbreitung

Die Filzlaus ist ein obligater Ektoparasit des Menschen. Ihr Habitat beschränkt sich nahezu ausschließlich auf behaarte Körperregionen mit apokrinen Schweißdrüsen – vorwiegend die Schambehaarung. In selteneren Fällen besiedelt sie auch die Behaarung der Achselhöhlen, des Brustkorbs, des Bauchs, der Oberschenkel sowie der Augenbrauen und Wimpern. Letzteres tritt vor allem bei Kindern auf, die durch engen Körperkontakt mit befallenen Erwachsenen infiziert werden. Das Kopfhaar wird in der Regel nicht befallen, da die Haarstruktur dort zu fein ist und die Greifklauen der Filzlaus für gröbere Haardurchmesser angepasst sind.

Das Verbreitungsgebiet der Filzlaus ist weltweit. Sie kommt in allen Klimazonen und auf allen Kontinenten vor, wo Menschen leben. In den vergangenen Jahrzehnten wurde in einigen Industrieländern ein Rückgang der Befallsraten beobachtet, der mit der zunehmenden Verbreitung der Intimrasur in Verbindung gebracht wird. Dennoch bleibt die Art global verbreitet und keineswegs selten.

Ernährung

Die Filzlaus ernährt sich ausschließlich von menschlichem Blut. Sie nimmt mehrmals täglich kleine Blutmahlzeiten zu sich, indem sie ihre stilettartigen Mundwerkzeuge durch die Epidermis in oberflächliche Blutgefäße einführt. Während des Saugvorgangs injiziert sie Speichel, der gerinnungshemmende und gefäßerweiternde Substanzen enthält. Diese Speichelproteine lösen beim Wirt eine lokale Immunreaktion aus, die den charakteristischen starken Juckreiz verursacht. Ohne regelmäßige Blutaufnahme stirbt die Filzlaus innerhalb von ein bis zwei Tagen, was sie zu einem der am stärksten wirtsabhängigen Parasiten unter den Läusen macht.

Verhalten & Lebensweise

Die Filzlaus ist ein ausgesprochen standorttreuer Parasit. Im Gegensatz zur Kopflaus, die sich relativ zügig durch das Haar bewegt, verbringt die Filzlaus häufig Stunden bis Tage an derselben Stelle, fest an einen Haarschaft geklammert und mit den Mundwerkzeugen in der Haut des Wirts verankert. Ihre Fortbewegungsgeschwindigkeit beträgt nur etwa 10 cm pro Tag – deutlich weniger als bei anderen Menschenläusen.

Sowohl tags als auch nachts ist die Filzlaus aktiv; ein ausgeprägter Tag-Nacht-Rhythmus wurde nicht nachgewiesen. Die Übertragung von Mensch zu Mensch erfolgt überwiegend durch engen, längeren Körperkontakt, vor allem beim Geschlechtsverkehr. Der Befall mit Filzläusen, medizinisch als Pediculosis pubis oder Phthiriasis bezeichnet, gilt daher als sexuell übertragbare Parasitose. Eine Übertragung über gemeinsam genutzte Handtücher, Bettwäsche oder Kleidung ist theoretisch möglich, spielt aber aufgrund der geringen Überlebensdauer abseits des Wirts eine untergeordnete Rolle.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Fortpflanzung der Filzlaus erfolgt geschlechtlich. Nach der Paarung legt das Weibchen über seine gesamte Lebensspanne etwa 15–50 Eier (Nissen), die einzeln und dicht an der Haarbasis befestigt werden. Die Embryonalentwicklung dauert bei Körpertemperatur etwa 6–8 Tage. Die schlüpfende Nymphe durchläuft drei Nymphenstadien über einen Zeitraum von etwa 13–17 Tagen, bevor sie das Adultstadium erreicht und selbst geschlechtsreif wird. Der gesamte Entwicklungszyklus vom Ei bis zum fortpflanzungsfähigen Tier beträgt somit rund drei Wochen. Wie bei allen Läusen gibt es kein Puppenstadium – die Entwicklung ist hemimetabol. Die Nymphen ähneln bereits den Adulten, sind jedoch kleiner und noch nicht fortpflanzungsfähig.