Bielefelder-kennhuhn
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Steckbrief
- Herkunft: Bielefeld, Deutschland
- Rassestandard: BDRG (Bund Deutscher Rassegeflügelzüchter), anerkannt seit 1980
- Gewicht Hahn: 3,5 – 4,0 kg
- Gewicht Henne: 2,5 – 3,25 kg
- Legeleistung: ca. 200 – 230 Eier pro Jahr
- Eigewicht: ca. 60 – 70 g, braun bis dunkelbraun
- Lebenserwartung: 5 – 9 Jahre
- Gefieder/Farben: Kennsperber (silber-kennsperber und gold-kennsperber)
- Besonderheiten: Kennfarbigkeit – Geschlecht der Küken ab dem ersten Lebenstag erkennbar
Herkunft & Geschichte
Das Bielefelder Kennhuhn ist eine vergleichsweise junge deutsche Hühnerrasse, die in den 1970er-Jahren von dem Züchter Gerd Roth in Bielefeld (Nordrhein-Westfalen) erzüchtet wurde. Roth verfolgte das ehrgeizige Ziel, ein schweres, legefreudiges und robustes Zweinutzungshuhn zu schaffen, dessen Küken bereits am Schlupftag anhand der Daunenfarbe nach Geschlecht unterschieden werden können – die sogenannte Kennfarbigkeit.
In die Abstammung des Bielefelder Kennhuhns flossen verschiedene leistungsstarke Rassen ein. Zu den Ausgangsrassen gehören Amrock, Mechelnder Huhn, Welsumer, New Hampshire und Deutsche Lachshühner. Diese gezielte Kreuzungszucht vereinte die gewünschten Eigenschaften: hohe Legeleistung, guter Fleischansatz, Wetterfestigkeit und eben die namensgebende Kennfarbigkeit.
Bereits 1976 wurde die Rasse unter dem Namen „Deutsches Kennhuhn" erstmals auf einer Geflügelausstellung in Hannover vorgestellt und erregte sofort großes Aufsehen. Die offizielle Anerkennung durch den BDRG erfolgte 1980 in der Farbvariante Kennsperber. Der zuständige Zuchtverband – der Sonderverein der Züchter des Bielefelder Kennhuhns – setzt sich seither für den Erhalt und die Weiterentwicklung der Rasse ein. Inzwischen genießt das Bielefelder Kennhuhn auch international einen hervorragenden Ruf und wird in zahlreichen europäischen Ländern sowie in Nordamerika gehalten.
Aussehen & Rassemerkmale
Das Bielefelder Kennhuhn ist ein großes, kräftiges Huhn mit einer gestreckten, leicht gedrungenen Körperform. Der Rumpf ist breit und tief, die Brust voll und gut gerundet. Die Haltung ist waagerecht bis leicht aufgerichtet, was dem Tier ein imposantes, aber harmonisches Erscheinungsbild verleiht.
Das Gefieder zeigt das rassetypische Kennsperber-Muster: Hähne tragen ein Gefieder mit ockergelben bis rotbraunen Grundfarben, durchzogen von schwarzen Sperberstreifen, vor allem an Brust und Schwanz. Hennen wirken insgesamt etwas gedeckter mit einer gold- bis rotbraunen Grundfarbe und feiner, dunkler Sperberung. Die Farbvariante Silber-Kennsperber zeigt ein ähnliches Muster auf weißlich-silbernem Grund.
Der Kopf ist mittelgroß mit einem aufrechten, einfachen Kamm, der bei Hähnen gut entwickelt und gleichmäßig gezackt ist. Die Ohrscheiben sind rot, die Augen orangerot. Die Läufe sind gelb und unbefiedert. Der Schwanz ist mittellang und wird bei Hähnen leicht aufgerichtet getragen mit gut ausgebildeten Sicheln.
Das auffälligste Rassemerkmal ist die Kennfarbigkeit der Küken: Hahnküken schlüpfen mit hellem, gelblichem Flaum und einem markanten hellen Fleck auf dem Kopf. Hennenküken dagegen zeigen einen deutlich dunkleren, bräunlichen Flaum mit klar erkennbaren dunklen Streifen am Rücken. Diese Geschlechtsbestimmung ist ab dem ersten Tag mit bloßem Auge und einer Treffsicherheit von nahezu 100 Prozent möglich.
Charakter & Wesen
Das Bielefelder Kennhuhn gilt als ausgesprochen ruhig, friedlich und zutraulich. Es zeigt kaum Aggressionen gegenüber Artgenossen oder anderen Tieren, was die Vergesellschaftung auch mit anderen Hühnerrassen unkompliziert macht. Selbst Hähne dieser Rasse sind im Vergleich zu vielen anderen Rassen bemerkenswert gelassen und wenig streitsüchtig.
Gegenüber ihren Haltern werden Bielefelder Kennhühner schnell zahm und zeigen sich neugierig und menschenbezogen. Viele Halter berichten, dass die Tiere regelrecht zutraulich werden und sich gerne aus der Hand füttern lassen. Ihr gutmütiges, ausgeglichenes Wesen macht sie zu idealen Hühnern für Familien mit Kindern.
Trotz ihrer Gelassenheit sind Bielefelder Kennhühner durchaus aktiv und gute Futtersucher. Im Freilauf zeigen sie einen gesunden Beschäftigungsdrang und durchstreifen ihr Revier aufmerksam, ohne dabei hektisch oder flugfreudig zu sein. Ihre geringe Flugneigung erleichtert die Haltung auch mit niedrigeren Einzäunungen erheblich.
Haltung & Pflege
Das Bielefelder Kennhuhn ist durch seine Robustheit und Anspruchslosigkeit prädestiniert für die Freilandhaltung. Die Tiere sind ausgesprochen wetterfest und kommen auch mit dem mitteleuropäischen Klima – einschließlich kalter Winter – problemlos zurecht. Ein trockener, zugfreier Stall mit ausreichend Sitzstangen und Nestern ist dennoch unverzichtbar. Pro Tier sollten mindestens 0,5 Quadratmeter Stallfläche eingeplant werden.
Der Auslauf sollte großzügig bemessen sein. Mindestens 10 Quadratmeter pro Huhn sind empfehlenswert, wobei die Tiere bei noch mehr Platz ihre Stärken als hervorragende Futtersucher voll entfalten können. Strukturen wie Büsche, Bäume oder Unterstände bieten Schutz vor Greifvögeln und laden zur Beschäftigung ein.
Die Gefiederpflege übernehmen die Tiere weitgehend