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Bisamratte

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Tierart – Säugetiere > Nagetiere

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Ondatra zibethicus
  • Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
  • Familie: Wühler (Cricetidae)
  • Unterfamilie: Wühlmäuse (Arvicolinae)
  • Gattung: Ondatra (monotypisch)
  • Lebensraum: Süßgewässer – Seen, Teiche, Flüsse, Gräben, Sumpfgebiete
  • Größe: Kopf-Rumpf-Länge 25–40 cm, Schwanzlänge 19–28 cm
  • Gewicht: 0,8–1,8 kg, selten bis 2,3 kg
  • Lebenserwartung: 3–4 Jahre in freier Wildbahn, bis 10 Jahre in Gefangenschaft

Aussehen & Merkmale

Die Bisamratte ist das größte Mitglied der Unterfamilie der Wühlmäuse und erreicht etwa die Größe eines Kaninchens. Trotz ihres Namens handelt es sich nicht um eine echte Ratte der Gattung Rattus, sondern um eine Wühlmaus. Die Bezeichnung „Ratte" geht auf die oberflächliche Ähnlichkeit in Körperform und Schwanzgestalt zurück. Alternative Bezeichnungen sind Bisam, Zibetratte, Moschusratte oder im Englischen Muskrat – alle verweisen auf den moschusartigen Geruch, den Drüsen im Analbereich der Tiere absondern.

Das Fell ist dicht und wasserabweisend. Es besteht aus einer weichen, feinen Unterwolle und längeren, glänzenden Grannenhaaren. Die Fellfärbung variiert von dunkelbraun über rotbraun bis hin zu fast schwarz auf der Oberseite; die Bauchseite ist deutlich heller und geht ins Graubraune über. Die Hinterfüße tragen seitliche Schwimmborsten, die als steife Haarsäume die Zehen verbreitern und als effektive Paddelflächen dienen. Schwimmhäute zwischen den Zehen fehlen weitgehend oder sind nur rudimentär ausgebildet.

Ein auffälliges Merkmal ist der seitlich abgeflachte, fast haarlose Schwanz, der als Steuerruder beim Schwimmen dient. Die kleinen Ohren liegen eng am Kopf an und verschwinden nahezu im dichten Fell. Die Augen sind relativ klein, die Schnauze stumpf. Bisamratten besitzen wie alle Nagetiere kräftige, orange gefärbte Schneidezähne, die hinter den Lippen liegen – eine Anpassung, die es ihnen ermöglicht, unter Wasser Pflanzenmaterial abzunagen, ohne dabei Wasser zu schlucken.

Lebensraum & Verbreitung

Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet der Bisamratte umfasst Nordamerika, von Alaska und Kanada bis in den Süden der USA und nach Nordmexiko. Dort besiedelt sie nahezu alle Süßwasserhabitate in unterschiedlichen Klimazonen. Anfang des 20. Jahrhunderts wurden Bisamratten zur Pelzgewinnung nach Europa importiert. Im Jahr 1905 setzte Fürst Colloredo-Mannsfeld bei Prag einige Tiere aus, die sich rasch und unkontrolliert ausbreiteten. Heute erstreckt sich das europäische Verbreitungsgebiet von Frankreich bis nach Russland und Sibirien. Auch in Teilen Südamerikas und Ostasiens existieren eingeführte Populationen.

Das bevorzugte Habitat sind stehende oder langsam fließende Gewässer mit dichter Ufervegetation. Seen, Teiche, Altarme, Marschgebiete, Entwässerungsgräben und Kanäle bieten ideale Bedingungen. Entscheidend ist ein ausreichender Wasserstand, der das ganze Jahr über nicht vollständig austrocknet und im Winter nicht bis zum Grund durchfriert. Die Tiere meiden stark strömende Flüsse und Gewässer ohne pflanzlichen Bewuchs.

Ernährung

Bisamratten sind vorwiegend Pflanzenfresser. Ihre Nahrung besteht hauptsächlich aus Wasserpflanzen wie Rohrkolben, Schilf, Seerosen, Teichlinsen und Binsen. Wurzeln, Rhizome und Stängel machen den größten Anteil der Nahrung aus. Ergänzend fressen sie auch Feldfrüchte, Getreide und Gemüse, wenn Anbauflächen in der Nähe des Gewässers liegen.

Neben pflanzlicher Kost nehmen Bisamratten in geringem Umfang tierische Nahrung zu sich: Süßwassermuscheln, Schnecken, Krebse, Frösche und gelegentlich kleine Fische. Besonders in den Wintermonaten, wenn pflanzliches Material knapp wird, steigt der Anteil tierischer Beikost. In manchen Regionen gelten Bisamratten als bedeutende Prädatoren von Großmuscheln der Gattungen Unio und Anodonta.

Verhalten & Lebensweise

Bisamratten sind überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv, zeigen sich gelegentlich aber auch tagsüber. Sie leben semiaquatisch und verbringen einen Großteil ihres Lebens im oder am Wasser. Als geschickte Schwimmer und Taucher können sie bis zu 15 Minuten unter Wasser bleiben, obwohl die meisten Tauchgänge deutlich kürzer ausfallen.

Die Tiere legen zwei Typen von Behausungen an: In Uferbereichen graben sie ausgedehnte Erdbaue mit unter Wasser liegenden Eingängen. In flachen Gewässern ohne steile Uferböschung errichten sie aus Pflanzenmaterial und Schlamm freistehende Baue, sogenannte Bisamburgen, die an Biberbaue erinnern, jedoch kleiner sind. Der Wohnkessel im Inneren liegt stets über der Wasserlinie.

Bisamratten leben in Familiengruppen, bestehend aus einem Paar und dessen Nachkommen. Sie beanspruchen ein Revier entlang eines Gewässerabschnitts und markieren es mit dem Sekret ihrer Moschusdrüsen. Besonders zur Paarungszeit kommt es zu heftigen Revierkämpfen zwischen Männchen, die zu schweren Bissverletzungen führen können.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Fortpflanzungszeit erstreckt sich in Mitteleuropa von März bis September. Nach einer Tragzeit von 28 bis 30 Tagen bringt das Weibchen vier bis acht, mitunter bis zu elf Jungtiere zur Welt. In einer Saison sind