Blaür-wiener
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Steckbrief
- Herkunft: Österreich (Wien)
- Rassestandard: ZDRK-Standard, anerkannt durch den Zentralverband Deutscher Rasse-Kaninchenzüchter; internationale Anerkennung durch die EE (Europäische Vereinigung der Geflügel-, Tauben-, Vogel-, Kaninchen- und Caviazüchter)
- Größe: Mittelgroße Rasse
- Gewicht: 3,5 bis 5,25 kg (Idealgewicht ca. 4,25–4,75 kg)
- Lebenserwartung: 8 bis 12 Jahre
- Fell/Farben: Dichtes, gleichmäßig blaugraues Fell mit seidigem Glanz; Unterwolle etwas heller, Deckfarbe ein reines Mittelblau ohne Rostanflug oder weiße Stichelhaare
Herkunft & Geschichte
Der Blaue Wiener gehört zu den ältesten und traditionsreichsten Kaninchenrassen Europas. Seine Abstammung geht auf den Wiener Eisenbahnangestellten Johann Constantin Schultz zurück, der in den 1890er-Jahren in Wien begann, Kaninchen mit einheitlich blaugrauer Fellfarbe systematisch zu züchten. Schultz kreuzte dazu verschiedene damals verfügbare Landrassen – darunter vermutlich Belgische Riesen und kleinere, fellfarbig blaue Tiere – miteinander, bis ein stabiler Phänotyp mit gleichmäßiger Blaufärbung entstand.
Bereits 1895 wurden die ersten Tiere auf Ausstellungen in Wien präsentiert und erregten großes Aufsehen. Die Rasse verbreitete sich rasch in der gesamten österreichisch-ungarischen Monarchie und gelangte kurz darauf nach Deutschland, wo sie vom damals noch jungen Zuchtverband offiziell anerkannt wurde. Bis heute zählt der Blaue Wiener zu den beliebtesten Mittelrassen in der organisierten Rassekaninchenzucht. Im ZDRK-Standard ist er fest verankert und wird auf Bundes- und Landesschauen regelmäßig in beachtlicher Stückzahl gezeigt. Die Rasse bildete außerdem die Grundlage für die Entstehung weiterer Wiener-Farbenschläge – darunter der Weiße Wiener, der Schwarze Wiener und der Graue Wiener.
Aussehen & Rassemerkmale
Der Blaue Wiener präsentiert sich als walzenförmiges, gut bemuskeltes Kaninchen mit einem leicht gedrungenen, harmonisch proportionierten Körperbau. Der Rumpf ist breit und gleichmäßig gerundet, die Hinterpartie kräftig und gut abgerundet. Der Kopf sitzt dicht am Körper, ist kräftig und bei Rammlern deutlich breiter als bei Häsinnen. Die Ohren sind fleischig, gut behaart und erreichen eine Ideallänge von etwa 11,5 bis 13,5 Zentimetern.
Das Fell ist das eigentliche Markenzeichen dieser Rasse. Es besitzt eine dichte, feine Unterwolle und ein gleichmäßig langes Grannenhaar, das dem Pelz einen seidigen Glanz verleiht. Die Deckfarbe zeigt ein reines, sattes Mittelblau ohne jeglichen Rostanflug, Braunstich oder weiße Stichelhaare. Die Bauchfarbe ist nur geringfügig heller als die Deckfarbe. Die Augen sind dunkelblaugrau, die Krallen dunkel pigmentiert. Im Rassestandard wird besonderer Wert auf die Reinheit und Gleichmäßigkeit der Fellfarbe gelegt – schon geringe Abweichungen führen bei Ausstellungsbewertungen zu Punktabzügen.
Charakter & Wesen
Der Blaue Wiener gilt als ausgeglichenes, gutmütiges und ruhiges Kaninchen. Erfahrene Züchter schätzen sein freundliches Wesen und seine unkomplizierte Art. Die Tiere sind neugierig, aber nicht hektisch, und lassen sich bei regelmäßigem Umgang schnell zähmen. Im Vergleich zu manchen Zwergrassen zeigen sie deutlich weniger Schreckhaftigkeit und ein insgesamt gelasseneres Temperament.
Blaue Wiener sind sozialverträglich und vertragen sich in der Regel gut mit Artgenossen, sofern die Vergesellschaftung korrekt durchgeführt wird. Sie zeigen ein gewisses Maß an Verspieltheit, besonders als Jungtiere, ohne dabei übermäßig fordernd zu sein. Ihre ruhige, zutrauliche Art macht sie auch im Umgang mit Kindern angenehm – vorausgesetzt, die Kinder werden im respektvollen Umgang mit Tieren angeleitet.
Haltung & Pflege
Als mittelgroße Rasse benötigt der Blaue Wiener ausreichend Platz. Die Mindestgrundfläche für ein Paar sollte bei 4 bis 6 Quadratmetern liegen, idealerweise ergänzt durch täglichen Auslauf in einem gesicherten Freigehege. Die Tiere eignen sich sowohl für die Außenhaltung als auch für die Haltung in geräumigen Innenställen. Bei ganzjähriger Außenhaltung entwickeln sie ein besonders dichtes Winterfell und zeigen sich robust gegenüber Kälte.
Die Fellpflege ist beim Blauen Wiener vergleichsweise unkompliziert. Regelmäßiges Bürsten – etwa einmal wöchentlich – genügt, um lose Haare zu entfernen und die Fellstruktur in gutem Zustand zu halten. Während des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst empfiehlt sich häufigeres Bürsten, um einer übermäßigen Haaraufnahme beim Putzen vorzubeugen. Krallen sollten regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf gekürzt werden. Für die artgerechte Beschäftigung eignen sich Tunnel, Plattformen, Zweige zum Benagen und Buddelkisten.
Ernährung
Die Grundlage der Ernährung bildet hochwertiges Heu, das rund um die Uhr zur Verfügung stehen muss. Es sichert die Rohfaserversorgung und ist entscheidend für eine gesunde Verdauung und den notwendigen Zahnabrieb. Ergänzend werden täglich frisches Grünfutter, Gemüse und Kräuter gereicht – Löwenzahn, Petersilie, Fenchel, Chicorée, Möhrengrün und Brokkoli sind gut geeignet. Obst sollte aufgrund des hohen Zuckergehalts nur in kleinen Mengen als gelegentliche Beigabe dienen.
Pelletiertes Fertigfutter kann in Maßen angeboten werden, ist bei einer