Burgunder
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Steckbrief
- Herkunft: Frankreich (Region Burgund)
- Rassestandard: Zentralverband Deutscher Rasse-Kaninchenzüchter (ZDRK), Abteilung Mittelgroße Rassen
- Gewicht: 3,75 – 5,5 kg (Idealgewicht ca. 4,25 – 5,0 kg)
- Körperlänge: ca. 45 – 50 cm
- Lebenserwartung: 8 – 10 Jahre
- Fell: Kurz, dicht, mit guter Unterwolle; gleichmäßige Begrannung
- Farbe: Ausschließlich gelbrot (fauve), gleichmäßig am gesamten Körper
Herkunft & Geschichte
Das Burgunderkaninchen – im französischen Original als Fauve de Bourgogne bekannt – stammt aus der namensgebenden Region Burgund im Osten Frankreichs. Bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurden dort rotbraune Kaninchen in bäuerlichen Beständen gehalten, die als Grundlage der heutigen Rasse gelten. Eine gezielte züchterische Selektion begann jedoch erst Anfang des 20. Jahrhunderts, als französische Züchter das Ziel verfolgten, ein robustes, frühreifes und fleischreiches Wirtschaftskaninchen mit einheitlich gelbroter Fellfarbe zu etablieren.
Die Anerkennung als eigenständige Rasse erfolgte in Frankreich 1928. Von dort verbreitete sich der Burgunder rasch über ganz Europa. In Deutschland führte der Zentralverband Deutscher Rasse-Kaninchenzüchter (ZDRK) die Rasse unter den mittelgroßen Rassen in den Standard ein. Die Abstammung geht vermutlich auf Einkreuzungen von Neuseeländer Rot, Wiener und regionalen Landschlägen zurück, wobei die genaue Rassezusammensetzung historisch nicht lückenlos dokumentiert ist. Heute zählt der Burgunder weltweit zu den bekanntesten mittelgroßen Kaninchenrassen und erfreut sich sowohl in der Rassekaninchenzucht als auch in der Hobbyhaltung großer Beliebtheit.
Aussehen & Rassemerkmale
Der Burgunder verkörpert das Idealbild eines kompakten, gut bemuskelten Mittelgewichtskaninchens. Der Körperbau ist gedrungen, walzenförmig und zeigt eine breite Brust sowie eine gut entwickelte Hinterhand mit kräftiger Bemuskelung. Die Rückenlinie verläuft leicht gewölbt und geht fließend in eine abgerundete Kruppe über.
Der Kopf ist kräftig und breit, bei Rammlern ausgeprägter als bei Häsinnen, die ein etwas feineres Profil zeigen. Die Ohren sind fleischig, gut behaart und mit einer Ideallänge von etwa 12 bis 13 cm proportional zum Körper. Löffel, die deutlich über 14 cm messen, gelten im Rassestandard als fehlerhaft.
Das wohl auffälligste Rassemerkmal ist die charakteristische gelbrote Fellfarbe, die im Französischen als „fauve" bezeichnet wird. Sie soll möglichst gleichmäßig am gesamten Körper auftreten – einschließlich Bauch, Innenseiten der Läufe und Blumenunterseite. Aufhellungen im Bauchbereich oder ein zu dunkler, bräunlicher Farbton werden bei Ausstellungen als Fehler gewertet. Das Fell selbst ist kurz, dicht anliegend und verfügt über eine gute Unterwolle, was dem Tier einen natürlichen Witterungsschutz bietet. Die Augen sind dunkelbraun, die Krallen hornfarbig bis dunkel.
Charakter & Wesen
Burgunder gelten als ausgeglichene, ruhige und gutmütige Kaninchen. Sie zeigen ein freundliches Wesen gegenüber ihren Haltern und lassen sich bei regelmäßigem, behutsamen Umgang gut an den Menschen gewöhnen. Im Vergleich zu manchen anderen mittelgroßen Rassen sind sie weniger schreckhaft und reagieren gelassen auf Alltagsgeräusche.
Gleichzeitig bringen Burgunder eine gewisse Neugier und Lebhaftigkeit mit. Sie erkunden ihr Gehege aufmerksam und zeigen sich bei ausreichendem Platzangebot durchaus verspielt. Gegenüber Artgenossen verhalten sie sich in der Regel sozialverträglich, sofern die Vergesellschaftung sorgfältig durchgeführt wird. Rammler können untereinander territorial reagieren – eine frühzeitige Kastration empfiehlt sich daher bei der gemeinsamen Haltung.
Ihre Umgänglichkeit und Robustheit machen Burgunder auch für Familien mit Kindern interessant, wobei Kinder selbstverständlich den respektvollen Umgang mit dem Tier lernen müssen.
Haltung & Pflege
Als mittelgroße, aktive Rasse benötigt der Burgunder ausreichend Platz. Eine Außenhaltung im großzügigen Gehege mit wetterfester Schutzhütte ist ideal und entspricht den natürlichen Bedürfnissen. Mindestens 6 Quadratmeter Grundfläche für zwei Tiere sollten nicht unterschritten werden – je mehr, desto besser. Täglicher Auslauf in einem gesicherten Freilaufgehege fördert die Gesundheit und beugt Übergewicht vor.
Da Kaninchen grundsätzlich Gruppentiere sind, sollte der Burgunder niemals allein gehalten werden. Die Vergesellschaftung mit einem kastrierten Partner des anderen Geschlechts hat sich bewährt.
Die Fellpflege ist beim Burgunder unkompliziert. Das kurze, dichte Fell muss unter normalen Umständen nicht gebürstet werden. Während des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst kann gelegentliches Bürsten helfen, lose Haare zu entfernen und die Bildung von Haarballen im Verdauungstrakt zu reduzieren. Die regelmäßige Kontrolle von Krallen, Zähnen, Ohren und der Analregion gehört zur Routinepflege.
Ernährung
Die Ernährung des Burgunders unterscheidet sich nicht grundlegend von der anderer Kaninchenrassen, erfordert aber Sorgfalt. Heu bildet die Basis und muss rund um die Uhr in unbegrenzter Menge zur Verfügung stehen. Es sichert die Rohfaserversorgung und den lebenswichtigen Zahnabrieb.
Ergänzend wird täglich frisches