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Deutscher-widder

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Rassen > Kaninchenrassen

Steckbrief

  • Herkunft: Deutschland (auf Basis französischer und englischer Widderkaninchen)
  • Rassestandard: Zentralverband Deutscher Rasse-Kaninchenzüchter (ZDRK), Abteilung V – Widderkaninchen
  • Gewicht: Idealgewicht 5,5–9,0 kg (Mindestgewicht 5,5 kg, Höchstgewicht 9,0 kg)
  • Körperlänge: ca. 60–70 cm
  • Lebenserwartung: 8–12 Jahre bei artgerechter Haltung
  • Fell: Dicht, mittellang, mit guter Unterwolle; zahlreiche anerkannte Farbenschläge, darunter wildfarben, blau, schwarz, havannafarbig, thüringer, weiß mit blauen oder roten Augen, madagaskar, gelb, eisengrau und verschiedene Scheckenvarianten
  • Besonderheit: Größte deutsche Widderkaninchenrasse mit charakteristischen Hängeohren (Behang)

Herkunft & Geschichte

Der Deutsche Widder entstand Ende des 19. Jahrhunderts durch gezielte Kreuzungszucht in Deutschland. Die Grundlage bildeten vor allem der Französische Widder (Bélier) sowie das Englische Widderkaninchen, die beide bereits für ihre imposante Größe und die typischen Schlappohren bekannt waren. Deutsche Züchter verfolgten das Ziel, ein schweres, fleischreiches Widderkaninchen mit gedrungener Körperform zu schaffen, das sich gleichzeitig durch ein ruhiges Temperament auszeichnet.

Im Laufe der Jahrzehnte wurde die Rasse im Rassestandard des ZDRK fest etabliert. Der Deutsche Widder gehört zur Abteilung V der anerkannten Kaninchenrassen und zählt zu den großen Rassen. Auf Kaninchenausstellungen ist er seit jeher ein Publikumsmagnet – nicht zuletzt wegen seiner beeindruckenden Erscheinung. Die Zucht wird in Deutschland von zahlreichen Zuchtverbänden betreut, die auf Landes- und Bundesebene organisiert sind und streng nach dem Rassestandard bewerten.

Aussehen & Rassemerkmale

Der Deutsche Widder ist ein massiges, walzenförmig gebautes Kaninchen mit breiter Brust, kräftigem Rücken und gut ausgeprägter Hinterpartie. Die Rückenlinie verläuft leicht geschwungen, wobei die gut abgerundete Beckenpartie ein wesentliches Rassemerkmal darstellt. Der Kopf ist kräftig, breit und mit einer ausgeprägten Ramsnase versehen – dem typischen „Widderkopf", der der Rasse ihren Namen gibt.

Das markanteste Merkmal ist der Behang: Die Ohren hängen seitlich am Kopf herab, sind breit und gut abgerundet. Die ideale Behanglänge liegt bei 38–45 cm, gemessen von Ohrspitze zu Ohrspitze (sogenannte Spannweite). An der Ohrbasis befindet sich die charakteristische Krone – ein wulstartiger Ohrenansatz, der möglichst ausgeprägt sein soll.

Das Fell ist dicht, griffig und mit reichlich Unterwolle ausgestattet. Die Grannenhaarschicht liegt gleichmäßig an und verleiht dem Tier ein gepflegtes Erscheinungsbild. Die zahlreichen anerkannten Farbenschläge bieten eine große Vielfalt: Von einfarbigen Tieren in Schwarz, Blau, Havanna oder Gelb über Wildfarbige bis hin zu Schecken – hier gelten jeweils eigene Bewertungskriterien bezüglich Farbverteilung und Zeichnungsmuster.

Charakter & Wesen

Der Deutsche Widder gilt als eine der gutmütigsten und ausgeglichensten Kaninchenrassen überhaupt. Sein Wesen wird von Züchtern und Haltern gleichermaßen als ruhig, gelassen und menschenbezogen beschrieben. Er ist weder schreckhaft noch nervös, was ihn zu einem angenehmen Begleiter macht.

Trotz seiner Größe zeigt er sich verspielt und neugierig, nimmt gerne Kontakt zu seinen Bezugspersonen auf und lässt sich bei entsprechender Gewöhnung gut handhaben. Besonders auffällig ist seine Gutmütigkeit gegenüber Kindern – dennoch sollte der Umgang stets beaufsichtigt erfolgen, da das Tier durch sein hohes Gewicht nicht einfach hochgehoben werden sollte. In der Gruppe verhält sich der Deutsche Widder meist verträglich, wobei die Vergesellschaftung wie bei allen Kaninchenrassen mit Bedacht erfolgen muss.

Haltung & Pflege

Aufgrund seiner beachtlichen Größe stellt der Deutsche Widder besondere Anforderungen an den Platzbedarf. Ein geräumiger Stall mit einer Grundfläche von mindestens 1,5 m² pro Tier ist das absolute Minimum, empfohlen wird jedoch deutlich mehr Platz. Ideal ist eine Kombination aus großem Stall und täglichem Auslauf in einem gesicherten Freigehege. Bodenhaltung eignet sich besser als erhöhte Ställe, da die schweren Tiere Sprünge aus der Höhe vermeiden sollten, um Gelenkprobleme zu verhindern.

Die Fellpflege gestaltet sich unkompliziert. Regelmäßiges Bürsten – etwa einmal wöchentlich – genügt, um lose Haare zu entfernen und die Durchblutung der Haut anzuregen. Während des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst sollte häufiger gebürstet werden. Besonderes Augenmerk verdienen die Hängeohren: Da die Luft im Gehörgang weniger gut zirkuliert, können sich Verschmutzungen und Feuchtigkeit ansammeln. Eine regelmäßige Kontrolle der Ohren beugt Entzündungen vor.

Für Beschäftigung sorgen Tunnel, Versteckmöglichkeiten, erhöhte Liegeflächen und Nagematerial. Auch wenn der Deutsche Widder keine übermäßig aktive Rasse ist, braucht er täglichen Auslauf und geistige Anregung, um gesund und ausgeglichen zu bleiben.

Ernährung

Die Ernährung des Deutschen Widders entspricht den Grundprinzipien einer artgerechten Kaninchenfütterung, muss aber an das hohe Körpergewicht angepasst werden. Basis ist hochwertiges Heu, das rund um die Uhr zur Verfügung stehen muss – es fördert den Zahnabrieb und eine gesunde Verdauung. Ergänzt wird die Heuration durch frisches Grünfutter: Wiesenkräuter, Löwenzahn,