Castorrex
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Steckbrief
- Herkunft: Frankreich
- Rassestandard: ZDRK (Zentralverband Deutscher Rasse-Kaninchenzüchter), anerkannt in der Abteilung Kurzhaarrassen (Rex)
- Größe: Mittelgroß, gedrungener Körperbau
- Gewicht: 3,5 – 4,5 kg (Idealgewicht ca. 4,0 kg)
- Lebenserwartung: 8 – 12 Jahre bei artgerechter Haltung
- Fell/Farben: Kurzes, samtiges Rexfell mit etwa 17–20 mm Haarlänge; Farbschlag Biber (castorfarben) – braune Decke mit blaugrauer Unterfarbe, dunkle Grannenspitzen, heller Bauch
Herkunft & Geschichte
Die Bezeichnung Castorrex setzt sich aus dem lateinischen Wort castor (Biber) und rex (König) zusammen – ein Hinweis auf das außergewöhnliche Fell, das in seiner Textur an Biberpelz erinnert. Die Rasse geht auf eine Genmutation zurück, die Anfang der 1920er-Jahre in Frankreich bei Stallkaninchen beobachtet wurde. Der französische Genetiker Désiré Caillon erkannte das Potenzial dieser Mutation, bei der die Grannenhaare auf die Länge der Unterwolle verkürzt sind, was dem Fell seinen charakteristischen samtartigen Griff verleiht.
Aus den ersten Rex-Mutanten wurden gezielt verschiedene Farbschläge herausgezüchtet. Der Castorrex als biber- bzw. wildfarbener Farbschlag gehört zu den ältesten und bekanntesten Vertretern der Rex-Kaninchen. Bereits 1924 wurden Rex-Kaninchen auf einer Ausstellung in Paris einem breiten Publikum vorgestellt und erregten enormes Aufsehen. In den folgenden Jahrzehnten gelangte die Rasse nach Deutschland, wo sie vom ZDRK als eigenständiger Farbschlag innerhalb der Rex-Rassen anerkannt wurde. Bis heute genießt der Castorrex sowohl in der Rassekaninchenzucht als auch als Heimtier eine treue Anhängerschaft.
Aussehen & Rassemerkmale
Der Castorrex ist ein mittelgroßes Kaninchen mit einem gedrungenen, walzenförmigen Körperbau. Der Rumpf wirkt kompakt und gut bemuskelt, die Rückenlinie verläuft leicht gewölbt. Die Läufe sind mittellang und kräftig, der Kopf ist breit mit gut ausgeprägten Backen. Die aufrecht stehenden Ohren erreichen eine Ideallänge von etwa 11 bis 13 cm und sind fleischig sowie gut behaart.
Das eigentliche Markenzeichen der Rasse ist das Fell. Das Rexfell unterscheidet sich grundlegend von dem normalhaariger Kaninchenrassen: Die Grannenhaare sind auf die Länge der Unterwolle zurückgebildet, wodurch ein gleichmäßig dichter, samtiger Pelz entsteht. Streicht man mit der Hand über das Fell, richtet es sich sofort wieder auf – ein typisches Merkmal, das bei der Bewertung auf Ausstellungen besonders geprüft wird. Die Haarlänge liegt bei etwa 17 bis 20 mm.
Der Farbschlag Castor zeigt eine satte braune Deckfarbe mit einem warmen, kastanienartigen Ton. Die einzelnen Haare weisen eine zonenweise Färbung auf: Die Unterfarbe ist intensiv blaugrau, darüber liegt eine gelblich-braune Zwischenzone, abgeschlossen von dunklen Grannenspitzen, die dem Fell einen dezenten Schleier verleihen. Die Bauchfarbe ist deutlich heller, die Augenfarbe dunkelbraun. Krallen sind dunkel pigmentiert.
Charakter & Wesen
Der Castorrex gilt als ruhiges, ausgeglichenes Kaninchen mit einem freundlichen Wesen. Im Vergleich zu einigen anderen Rassen zeigt er sich besonders zutraulich und lässt sich bei regelmäßigem, behutsamen Umgang gut an den Menschen gewöhnen. Viele Halter beschreiben ihn als neugierig und aufmerksam, ohne dabei nervös oder schreckhaft zu sein.
In der Gruppe verhält sich der Castorrex meist sozialverträglich. Wie bei allen Kaninchenrassen sollte eine Einzelhaltung unbedingt vermieden werden, da die Tiere als soziale Wesen den Kontakt zu Artgenossen brauchen. Besonders in gemischten Gruppen mit kastrierten Rammlern und Häsinnen zeigen die Tiere ein harmonisches Sozialverhalten. Jüngere Castorrex sind durchaus verspielt und erkunden ihre Umgebung mit sichtlicher Freude, während ältere Tiere eher die gemütliche Seite bevorzugen.
Haltung & Pflege
Für den Castorrex eignet sich die Haltung in geräumigen Außengehegen ebenso wie in gut strukturierten Innengehegen. Als Mindestfläche sollten pro Tier mindestens zwei Quadratmeter dauerhaft zur Verfügung stehen, zuzüglich eines täglichen Auslaufs in einem gesicherten Bereich. Versteckmöglichkeiten, erhöhte Ebenen und verschiedene Beschäftigungsmöglichkeiten wie Tunnel, Weidenbrücken oder Knabberäste sorgen für Abwechslung und beugen Langeweile vor.
Die Fellpflege beim Castorrex ist vergleichsweise unkompliziert. Das kurze Rexfell neigt weniger zum Verfilzen als das langer Haarrassen. Dennoch empfiehlt sich während des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst ein regelmäßiges, sanftes Bürsten, um lose Haare zu entfernen und die Verdauung nicht durch verschluckte Haarballen zu belasten. Die Krallen müssen je nach Abnutzung alle vier bis sechs Wochen kontrolliert und gegebenenfalls gekürzt werden.
Wichtig zu beachten: Die verkürzte Behaarung an den Läufen macht Castorrex anfälliger für wunde Läufe (Pododermatitis), besonders auf harten oder feuchten Untergründen. Eine weiche, trockene Einstreu ist daher unerlässlich.
Ernährung
Die Grundlage der Ernährung bildet hochwertiges Heu, das rund um die Uhr in unbegrenzter Menge zur Verfügung stehen sollte. Heu fördert den Zahnabrieb und unterstützt die empfindliche Verdauung. Ergänzend kommen frisches Grünfutter wie Kräuter, Gräser, Blattgemüse und Gemüse (Fenchel,