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Brachse

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Tierart – Fische > Süßwasserfische – heimisch

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Abramis brama
  • Ordnung: Karpfenartige (Cypriniformes)
  • Familie: Karpfenfische (Cyprinidae)
  • Gattung: Abramis
  • Lebensraum: Stehende und langsam fließende Gewässer, Seen, Altarme, Flussunterläufe
  • Größe: 30–50 cm, maximal bis 80 cm
  • Gewicht: 1–3 kg, Einzelexemplare bis 9 kg
  • Lebenserwartung: 15–20 Jahre, in Ausnahmefällen über 25 Jahre

Aussehen & Merkmale

Die Brachse, auch als Brasse, Brassen, Blei oder Brachsmen bekannt, ist ein hochrückiger Süßwasserfisch mit seitlich stark abgeflachtem Körper. Diese typische Körperform unterscheidet sie deutlich von den meisten anderen heimischen Karpfenfischen. Der Rücken ist dunkelgrün bis bräunlich gefärbt, die Flanken schimmern silbrig bis messingfarben, und die Bauchseite ist weißlich bis gelblich. Ältere, großwüchsige Exemplare – sogenannte Brachsen-Kapitale – nehmen häufig eine insgesamt bronzefarbene Tönung an, weshalb der Fisch regional auch als „Bronzebrassen" bezeichnet wird.

Die Schuppen sind mittelgroß und sitzen fest in der Haut. Auffällig ist die lange Afterflosse mit 23 bis 30 Weichstrahlen, die als sicheres Bestimmungsmerkmal gegenüber ähnlichen Arten wie der Güster (Blicca bjoerkna) dient. Die Güster besitzt eine deutlich kürzere Afterflosse und rötlich gefärbte Brustflossen. Die Rückenflosse der Brachse ist kurz und hoch, die Schwanzflosse tief gegabelt. Das Maul ist leicht unterständig und vorstülpbar, was dem Fisch das Gründeln am Gewässerboden erleichtert. Jungfische, die als Brachsenbrut oder „Plieten" bezeichnet werden, sind deutlich silbriger gefärbt und schlanker gebaut als adulte Tiere.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Brachse erstreckt sich über weite Teile Europas – von Südskandinavien und den Britischen Inseln im Westen bis zum Ural und dem Kaspischen Meer im Osten. In den Alpen fehlt sie oberhalb von etwa 600 Metern Höhe weitgehend. In Mitteleuropa ist sie einer der häufigsten Süßwasserfische und in nahezu allen geeigneten Gewässern vertreten.

Ihr bevorzugtes Habitat sind nährstoffreiche, stehende oder langsam fließende Gewässer mit weichem, schlammigem Grund. Sie besiedelt Seen, Stauseen, Teiche, Altarme, Kanäle und die Unterläufe großer Flüsse. Die nach ihr benannte Brachsenregion (auch Bleiregion) bezeichnet einen Gewässerabschnitt in der Fließgewässerzonierung, der sich durch geringe Strömung, warmes Wasser und schlammigen Boden auszeichnet. In Brackwasserzonen der Ostsee kommt die Art ebenfalls vor und toleriert dabei Salzgehalte von bis zu 5 Promille.

Ernährung

Die Brachse ist ein typischer Bodenfresser (benthivor). Mit ihrem vorstülpbaren Maul durchwühlt sie den Gewässergrund nach Nahrung und nimmt dabei Zuckmückenlarven (Chironomiden), Röhrenwürmer (Tubificiden), kleine Muscheln, Schnecken und andere Wirbellose auf. Beim Gründeln entstehen charakteristische Sedimentwolken, die an der Wasseroberfläche als aufsteigende Blasen sichtbar werden können.

Jungfische ernähren sich zunächst von Zooplankton – insbesondere Wasserflöhen (Daphnien) und Hüpferlingen (Copepoden). Mit zunehmender Größe erfolgt die Umstellung auf die bodenorientierte Ernährungsweise. In nährstoffreichen Gewässern kann die Brachse durch ihre intensive Wühltätigkeit das Sediment erheblich aufwirbeln und so zur Remobilisierung von Nährstoffen beitragen, was Auswirkungen auf die gesamte Gewässerökologie hat.

Verhalten & Lebensweise

Brachsen sind ausgesprochen gesellige Fische und bilden häufig große Schwärme, die mehrere hundert bis tausend Individuen umfassen können. Besonders Jungfische und mittelgroße Exemplare leben in dichten Gruppen zusammen. Kapitale Altfische sind dagegen oft in kleineren Trupps oder gelegentlich einzeln unterwegs.

Die Art ist vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Tagsüber halten sich die Schwärme meist in tieferen Gewässerbereichen auf, während sie in der Dämmerung und nachts in flacheres Wasser ziehen, um dort nach Nahrung zu suchen. Im Winter reduzieren Brachsen ihre Aktivität stark und ziehen sich in tiefe Gewässerzonen zurück, wo sie in dichten Gruppen die kalte Jahreszeit überdauern. Diese winterliche Versammlung in sogenannten Winterlagern ist ein typisches Verhaltensmuster der Art.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Laichzeit der Brachse erstreckt sich in Mitteleuropa von Mai bis Juni, wenn die Wassertemperatur etwa 15 bis 20 °C erreicht. Zur Fortpflanzung ziehen die Schwärme in flache, krautreiche Uferzonen. Die Männchen entwickeln während der Laichzeit einen deutlich spürbaren Laichausschlag – kleine, weiße Höcker auf Kopf, Körper und Flossen, die als sekundäres Geschlechtsmerkmal dienen.

Das Laichgeschehen selbst verläuft äußerst lebhaft. Die Fische vollführen an der Wasseroberfläche heftige Bewegungen, begleitet von lautem Platschen, was das Laichen der Brachse auch aus der Distanz gut erkennbar macht. Ein Weibchen gibt je nach Größe zwischen 100.000 und 300.000 klebrige Eier ab, die an Wasserpflanzen, überfluteten Gräsern oder Wurzeln haften bleiben. Nach etwa drei bis fünf Tagen schlüpfen die Larven. Eine aktive Brutpflege findet nicht statt. Die Jungfische ernähren sich in den ersten Lebenswochen von ihrem Dottersack und anschließend von Kleinstplankton. Die Geschlechtsreife erreichen