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Brachypelma

B

Tierart – Spinnentiere > Vogelspinnen

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Brachypelma Simon, 1891
  • Ordnung: Webspinnen (Araneae)
  • Unterordnung: Vogelspinnenartige (Mygalomorphae)
  • Familie: Vogelspinnen (Theraphosidae)
  • Unterfamilie: Theraphosinae
  • Lebensraum: Trockenwälder, Halbwüsten und Dornbuschsavannen Mexikos und Mittelamerikas
  • Körperlänge: 5–7 cm (ohne Beine); Beinspannweite bis 15 cm
  • Gewicht: 15–30 g (adulte Weibchen)
  • Lebenserwartung: Weibchen bis 30 Jahre; Männchen 5–7 Jahre

Aussehen & Merkmale

Die Gattung Brachypelma umfasst mittelgroße bis große Vogelspinnen mit einem robusten, gedrungenen Körperbau. Der Vorderkörper (Prosoma) ist durch einen stabilen Carapax geschützt, der je nach Art dunkelbraun bis schwarz gefärbt sein kann. Der Hinterleib (Opisthosoma) ist dicht mit Brennhaaren besetzt, die bei Bedrohung abgestreift werden. Diese Urticae-Haare sind ein Abwehrmechanismus, der bei vielen neuweltlichen Vogelspinnen vorkommt.

Die bekannteste Art, Brachypelma hamorii (früher häufig als B. smithi geführt), zeigt eine auffällige Zeichnung aus schwarzer Grundfarbe mit leuchtend orangeroten bis roten Farbfeldern an den Beingelenken und auf dem Carapax. Andere Arten wie Brachypelma auratum tragen goldgelbe Flecken auf dunklem Grund, während Brachypelma vagans überwiegend schwarz erscheint mit rötlicher Behaarung am Opisthosoma.

Die Cheliceren (Kieferklauen) sind kräftig und nach unten gerichtet – typisch für die Unterordnung der Mygalomorphae, deren Cheliceren im Gegensatz zu den echten Webspinnen (Araneomorphae) parallel zueinander stehen. An den Pedipalpen lässt sich das Geschlecht adulter Tiere erkennen: Männchen besitzen kolbenförmig verdickte Bulbi an den Palpentarsen, die als Kopulationsorgane dienen.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Gattung Brachypelma erstreckt sich über Mexiko und Teile Mittelamerikas, von Sonora im Nordwesten bis Costa Rica im Süden. Der Verbreitungsschwerpunkt liegt in den pazifikseitigen Tiefebenen und Küstengebieten Mexikos.

Als Habitat bevorzugen die Arten trockene bis halbaride Biotope: Dornbuschsavannen, laubabwerfende Trockenwälder, Strauchland und gelegentlich landwirtschaftlich genutzte Flächen. B. vagans besiedelt als anpassungsfähigste Art auch feuchtere Lebensräume bis in die Peripherie tropischer Regenwälder. Die Tiere leben bodenbewohnend und graben selbst Wohnröhren in lockeres Erdreich oder nutzen bestehende Hohlräume unter Steinen, Wurzeln und in Erdböschungen. Die Röhren können bis zu 40 cm tief in den Boden reichen und werden mit Spinnseide ausgekleidet.

Ernährung

Brachypelma-Arten sind opportunistische Räuber mit einem breiten Nahrungsspektrum. Auf dem Speiseplan stehen vorwiegend Wirbellose wie Grillen, Heuschrecken, Schaben, Käfer und andere Arthropoden. Gelegentlich erbeuten größere Exemplare auch kleine Wirbeltiere – junge Eidechsen oder nestjunge Mäuse. Die Beutetiere werden durch einen Giftbiss überwältigt und anschließend extraintestinal verdaut: Die Spinne injiziert Verdauungssekret in die Beute und saugt den vorverdauten Nahrungsbrei auf. Das Gift von Brachypelma ist für den Menschen medizinisch weitgehend unbedeutend und vergleichbar mit einem Bienenstich.

Verhalten & Lebensweise

Alle Brachypelma-Arten leben einzelgängerisch und überwiegend nachtaktiv. Tagsüber verbleiben die Tiere in ihren Wohnröhren oder unter Verstecken. Bei Einbruch der Dämmerung werden sie aktiv und suchen in der näheren Umgebung ihres Unterschlupfs nach Beute. Ein ausgedehntes Revier wird nicht verteidigt; die Tiere sind jedoch standorttreu und nutzen eine Wohnröhre oft über Jahre.

Bei Bedrohung zeigen Brachypelma-Arten ein gestuftes Abwehrverhalten. Zunächst streifen sie mit den Hinterbeinen Brennhaare vom Opisthosoma ab und schleudern sie in Richtung des Angreifers. Diese Haare verursachen bei Säugetieren starken Juckreiz und Schleimhautreizungen. Erst bei anhaltender Störung nehmen die Tiere eine Drohstellung ein, bei der sie den Vorderkörper aufrichten und die Cheliceren spreizen. Tatsächliche Bisse sind selten.

Das Wachstum erfolgt über regelmäßige Häutungen (Ecdysis). Juvenile Tiere häuten sich alle vier bis sechs Wochen, adulte Weibchen etwa einmal jährlich. Adulte Männchen häuten sich nach Erreichen der Geschlechtsreife in der Regel nicht mehr.

Fortpflanzung & Aufzucht

Nach der Reifehäutung begeben sich die Männchen auf Wanderschaft, um paarungsbereite Weibchen zu finden. Die Balz folgt einem ritualisierten Ablauf: Das Männchen trommelt mit den Pedipalpen und dem ersten Beinpaar auf den Untergrund, um das Weibchen aus der Wohnröhre zu locken. Spezielle Tibiaapophysen (Schienbeinhaken) am ersten Beinpaar dienen dazu, die Cheliceren des Weibchens während der Kopulation zu fixieren und so das Risiko eines Angriffs zu reduzieren.

Einige Wochen nach der Paarung spinnt das Weibchen einen Eikokon, der je nach Art zwischen 200 und 800 Eier enthält. Der