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Curlyhair-Vogelspinne

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Tierart – Spinnentiere > Vogelspinnen

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Tliltocatl albopilosus (Synonym: Brachypelma albopilosum)
  • Ordnung: Webspinnen (Araneae)
  • Unterordnung: Vogelspinnenartige (Mygalomorphae)
  • Familie: Vogelspinnen (Theraphosidae)
  • Unterfamilie: Theraphosinae
  • Gattung: Tliltocatl
  • Lebensraum: Tropische Regenwälder und Savannen Mittelamerikas
  • Körperlänge: 6–7 cm (ohne Beine), Beinspannweite bis 15 cm
  • Gewicht: ca. 15–20 g (adulte Weibchen)
  • Lebenserwartung: Weibchen bis 20 Jahre, Männchen 4–5 Jahre

Aussehen & Merkmale

Die Curlyhair-Vogelspinne verdankt ihren deutschen und englischen Trivialnamen den auffällig gekräuselten Haaren, die den gesamten Körper und die Beine bedecken. Diese Behaarung – bei Spinnen als Setae bezeichnet – ist überwiegend dunkelbraun bis schwarz gefärbt, durchsetzt mit längeren, hellen bis goldbraunen Haaren, die dem Tier sein charakteristisches, leicht „wolliges" Erscheinungsbild verleihen. Die Dichte und Kräuselung der Haare variiert individuell und je nach Zeitpunkt im Häutungszyklus: Frisch gehäutete Exemplare zeigen eine besonders volle und gleichmäßige Behaarung.

Der Körperbau entspricht dem typischen Bauplan der Theraphosidae. Der Vorderkörper (Prosoma) trägt die vier Beinpaare, die Cheliceren mit den Giftklauen sowie die Pedipalpen. Der Hinterkörper (Opisthosoma) ist rundlich und enthält die inneren Organe sowie die Spinnwarzen. Die Cheliceren sind kräftig ausgebildet und können bei ausgewachsenen Tieren eine Klauenlänge von etwa 1,5 cm erreichen. Adulte Männchen sind schlanker gebaut als Weibchen und besitzen an den Pedipalpen die für die Begattung notwendigen Bulbi sowie an den Vorderbeinen kleine Tibiaapophysen (Schienbeinhaken), mit denen sie bei der Paarung die Giftklauen des Weibchens fixieren.

Lebensraum & Verbreitung

Das natürliche Verbreitungsgebiet von Tliltocatl albopilosus erstreckt sich über Mittelamerika, mit Schwerpunkt in Costa Rica, Honduras und Nicaragua. Die Art besiedelt dort tropische und subtropische Tieflandregenwälder, lichte Waldränder sowie angrenzende Savannengebiete vom Meeresniveau bis in Höhenlagen von etwa 1.100 Metern.

Als bodenbewohnende (terrestrische) Art bevorzugt die Curlyhair-Vogelspinne Habitate mit lockerem, grabfähigem Substrat. Sie legt Wohnhöhlen unter Wurzeln, Steinen oder in selbst gegrabenen Erdröhren an, die sie mit Spinnseide auskleidet. Die Umgebung dieser Biotope zeichnet sich durch hohe Luftfeuchtigkeit und relativ stabile Temperaturen zwischen 24 und 28 °C aus. Gelegentlich findet man Exemplare auch in der Nähe menschlicher Siedlungen, etwa an Wegrändern oder in Plantagen.

Ernährung

Die Curlyhair-Vogelspinne ist ein opportunistischer Lauerjäger. Sie verlässt ihre Wohnhöhle vorwiegend nachts und erbeutet Wirbellose, die in ihre unmittelbare Nähe gelangen. Zum Beutespektrum zählen Grillen, Schaben, Käfer, Heuschrecken und andere Gliederfüßer passender Größe. Gelegentlich werden auch kleine Wirbeltiere wie junge Eidechsen oder nestjunge Mäuse überwältigt.

Die Beute wird mit einem schnellen Vorstoß der Cheliceren gepackt und durch einen Giftbiss immobilisiert. Das Gift von Tliltocatl albopilosus ist für den Menschen medizinisch unbedeutend – die Wirkung eines Bisses wird in der Regel mit einem Bienen- oder Wespenstich verglichen. Nach dem Biss injiziert die Spinne Verdauungssekrete in die Beute, die das Gewebe verflüssigen (extraintestinale Verdauung). Die vorverdaute Nahrung wird anschließend aufgesaugt.

Verhalten & Lebensweise

Tliltocatl albopilosus ist überwiegend nachtaktiv und verbringt den Großteil des Tages in ihrer Wohnröhre. Die Art gilt als ausgesprochen ruhig und wenig aggressiv. Bei Bedrohung setzt sie bevorzugt auf passive Verteidigungsstrategien: Sie streift mit den Hinterbeinen Brennhaare (Urticae-Setae) vom Opisthosoma ab und schleudert diese in Richtung des Angreifers. Diese feinen Haare besitzen Widerhaken und verursachen bei Hautkontakt Juckreiz und Entzündungen, bei Kontakt mit Schleimhäuten stärkere Reizungen. Nach dem Abstreifen zeigt das Opisthosoma an der betroffenen Stelle eine kahle, dunkle Fläche, die erst nach der nächsten Häutung wieder behaart ist.

Die Curlyhair-Vogelspinne lebt einzelgängerisch. Jedes Tier unterhält eine eigene Wohnröhre, deren Eingang häufig mit Spinnfäden und Substratpartikeln getarnt wird. Die Spinnseide dient nicht dem Netzbau zum Beutefang, sondern primär der Auskleidung der Höhle, der Verankerung im Substrat und – bei Männchen – der Anlage eines Spermanetzes vor der Paarung.

Fortpflanzung & Aufzucht

Geschlechtsreife Männchen verlassen nach ihrer Reifehäutung die eigene Wohnröhre und begeben sich aktiv auf die Suche nach paarungsbereiten Weibchen. Die Balz besteht aus arttypischen Vibrationssignalen: Das Männchen trommelt mit Pedipalpen und Vorderbeinen auf den Boden und den Spinnfäden am Höhleneingang des Weibchens. Reagiert das Weibchen rezeptiv, hebt es den Vorderkörper, sodass das Männchen seine Tibiaapophysen einsetzen