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Breitmaulnashorn

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Tierart – Säugetiere > Huftiere – Nashörner & Tapire

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Ceratotherium simum
  • Ordnung: Unpaarhufer (Perissodactyla)
  • Familie: Nashörner (Rhinocerotidae)
  • Gattung: Ceratotherium
  • Unterarten: Südliches Breitmaulnashorn (C. s. simum), Nördliches Breitmaulnashorn (C. s. cottoni)
  • Lebensraum: Offene Gras- und Buschsavannen im östlichen und südlichen Afrika
  • Größe: Kopf-Rumpf-Länge 340–420 cm, Schulterhöhe 150–185 cm
  • Gewicht: 1.800–2.500 kg, einzelne Bullen bis über 3.600 kg
  • Lebenserwartung: 40–50 Jahre in freier Wildbahn, in Gefangenschaft bis zu 50 Jahre

Aussehen & Merkmale

Das Breitmaulnashorn ist nach dem Afrikanischen Elefanten das zweitgrößte Landsäugetier der Erde. Sein massiger, tonnenförmiger Körper ruht auf vier kurzen, säulenartigen Beinen, die jeweils drei Zehen tragen – ein typisches Merkmal der Unpaarhufer. Die Haut ist nahezu haarlos, grau bis graubraun gefärbt und bis zu zwei Zentimeter dick. Sie bildet an Schultern und Flanken ausgeprägte Hautfalten, die dem Tier ein gepanzertes Erscheinungsbild verleihen.

Auf der Nase sitzen zwei Hörner hintereinander, die aus verdichtetem Keratin bestehen – dem gleichen Stoff, aus dem menschliche Fingernägel aufgebaut sind. Das vordere Horn ist deutlich länger und kann bei ausgewachsenen Tieren 60 bis 90 Zentimeter erreichen; in Ausnahmefällen wurden Hörner von über 150 Zentimetern dokumentiert. Das hintere Horn bleibt wesentlich kürzer.

Das namensgebende Merkmal ist das breite, flache Maul. Im Gegensatz zum Spitzmaulnashorn (Diceros bicornis), dessen Oberlippe zu einem greifenden Fingerfortsatz verlängert ist, besitzt das Breitmaulnashorn eine gerade abgeschnittene Oberlippe. Diese Anpassung spiegelt die unterschiedliche Ernährungsweise beider Arten wider. Die englische Bezeichnung „White Rhinoceros" geht vermutlich auf eine Verballhornung des niederländischen Wortes „wijd" (breit) zurück und bezieht sich nicht auf die Hautfarbe.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Breitmaulnashorns beschränkt sich auf den afrikanischen Kontinent. Das Südliche Breitmaulnashorn besiedelt Savannen, offene Graslandschaften und lichte Buschgebiete im östlichen und südlichen Afrika. Wichtige Populationen finden sich in Südafrika, Namibia, Simbabwe, Kenia und Uganda. Als bevorzugtes Habitat dienen flache bis leicht hügelige Grassavannen mit ausreichend Wasserstellen und Schattenbäumen.

Das Nördliche Breitmaulnashorn bewohnte ursprünglich Grasländer in Zentralafrika, unter anderem in der Demokratischen Republik Kongo, im Tschad, in der Zentralafrikanischen Republik und im Südsudan. In freier Wildbahn gilt diese Unterart seit etwa 2008 als ausgestorben. Die letzten beiden überlebenden Individuen – beides Weibchen – leben unter strenger Bewachung im Ol Pejeta Conservancy in Kenia.

Ernährung

Das Breitmaulnashorn ist ein reiner Grasfresser und damit der größte Weidegänger unter den Nashörnern. Mit seinem breiten Maul rupft es kurze und mittelhohe Gräser dicht über dem Boden ab. Die Tiere verbringen täglich etwa die Hälfte ihrer aktiven Zeit mit der Nahrungsaufnahme und konsumieren rund 50 bis 70 Kilogramm Pflanzenmasse pro Tag. Wasser benötigen sie regelmäßig; sie suchen Wasserstellen mindestens alle ein bis zwei Tage auf. In Trockenzeiten können sie jedoch auch mehrere Tage ohne Wasser auskommen und decken einen Teil ihres Flüssigkeitsbedarfs über taufeuchtes Gras.

Verhalten & Lebensweise

Breitmaulnashörner sind im Vergleich zu anderen Nashornarten relativ gesellig. Weibchen bilden mit ihren Jungtieren kleine Gruppen von zwei bis fünf Individuen, gelegentlich auch größere Verbände. Ausgewachsene Bullen leben dagegen überwiegend einzelgängerisch und beanspruchen ein festes Revier, das sie mit Kotplätzen und Urinmarkierungen kennzeichnen. Diese Reviere können eine Fläche von einem bis über 20 Quadratkilometern umfassen, abhängig von der Qualität des Habitats.

Die Tiere sind vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv, verbringen die heißen Mittagsstunden ruhend im Schatten oder in Suhlen. Schlammbäder dienen der Thermoregulation und dem Schutz vor Parasiten und Sonnenbrand. Trotz ihres schwerfälligen Erscheinungsbilds können Breitmaulnashörner Geschwindigkeiten von bis zu 40 km/h erreichen. Ihr Sehvermögen ist schwach entwickelt; sie kompensieren dies durch einen ausgezeichneten Geruchssinn und ein gutes Gehör.

Die Kommunikation erfolgt über ein breites Repertoire an Lautäußerungen, darunter Schnauben, Grunzen und keuchende Kontaktrufe zwischen Mutter und Kalb. Gegenüber Menschen verhalten sich Breitmaulnashörner in der Regel weniger aggressiv als Spitzmaulnashörner, können bei Bedrohung aber durchaus angreifen.

Fortpflanzung & Aufzucht

Weibchen erreichen die Geschlechtsreife mit etwa sechs bis sieben Jahren, Bullen mit zehn bis zwölf Jahren. Eine feste Paarungszeit gibt es nicht; die Fortpflanzung findet ganzjährig statt. Paarungsbereite Bullen folgen brünstigen Weibchen über Tage und es kann zu rituellen Kämpfen zwischen rivalisierenden Männchen kommen, bei denen die Hörner als Waffen eingesetzt werden.

Die Tragzeit beträgt rund 16 Monate. In der Regel wird ein einzelnes Kalb geboren, das bei der Geburt bereits 40 bis 65 Kilogramm wiegt. Das Jungtier kann innerhalb weniger Stunden stehen und der Mutter folgen. Die Stillzeit dauert etwa zwölf bis 18