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Java-Nashorn

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Tierart – Säugetiere > Huftiere – Nashörner & Tapire

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Rhinoceros sondaicus
  • Ordnung: Unpaarhufer (Perissodactyla)
  • Familie: Nashörner (Rhinocerotidae)
  • Gattung: Rhinoceros
  • Lebensraum: Tropischer Tieflandregenwald, dichte Sekundärwälder
  • Größe: Kopf-Rumpf-Länge 3,0–3,5 m; Schulterhöhe 1,4–1,7 m
  • Gewicht: 900–2.300 kg
  • Lebenserwartung: Geschätzt 35–45 Jahre in freier Wildbahn

Aussehen & Merkmale

Das Java-Nashorn – auch Sunda-Nashorn genannt – ist neben dem Indischen Panzernashorn (Rhinoceros unicornis) die zweite rezente Art der Gattung Rhinoceros. Beide Arten tragen nur ein einzelnes Horn, was sie von den afrikanischen Nashornarten mit zwei Hörnern unterscheidet. Beim Java-Nashorn bleibt dieses Horn jedoch vergleichsweise klein und erreicht selten mehr als 25 cm Länge. Bei Weibchen fehlt es häufig ganz oder ist nur als stumpfer Höcker ausgebildet.

Die Haut ist graubraun und in große, plattenartige Abschnitte gegliedert, die den Eindruck einer Panzerung erwecken – ähnlich wie beim nahe verwandten Indischen Panzernashorn, jedoch weniger stark ausgeprägt. Die Hautfalten verlaufen am Nacken, an den Schultern und am Ansatz der Hinterläufe. Die Hautoberfläche weist eine mosaikartige Textur auf, die an Schuppen erinnert. Das Fell ist spärlich und beschränkt sich auf die Ohrkanten und die Schwanzspitze.

Der Körperbau ist massig und tonnig, die Beine sind kurz und kräftig mit je drei Zehen. Die Oberlippe ist als spitz zulaufende Greiflippe ausgebildet, die beim Ergreifen von Blättern und Zweigen eine wichtige Rolle spielt. Die Augen sind klein, das Sehvermögen gilt als schwach. Geruchs- und Gehörsinn sind dagegen sehr gut entwickelt.

Lebensraum & Verbreitung

Das historische Verbreitungsgebiet des Java-Nashorns erstreckte sich einst über weite Teile Südostasiens – von Bengalen und Myanmar über Thailand, die Malaiische Halbinsel, Sumatra und Java bis in den Süden Chinas und nach Vietnam. Drei Unterarten wurden beschrieben: R. s. sondaicus auf Java, R. s. annamiticus auf dem südostasiatischen Festland und R. s. inermis in Myanmar und dem nordöstlichen Indien. Die Festland-Unterarten gelten heute als ausgestorben; das letzte Individuum von R. s. annamiticus wurde 2010 im vietnamesischen Cat-Tien-Nationalpark tot aufgefunden.

Heute beschränkt sich das gesamte Verbreitungsgebiet auf den Ujung-Kulon-Nationalpark an der westlichen Spitze der Insel Java in Indonesien. Diese letzte Population umfasst nach aktuellen Schätzungen etwa 70 bis 80 Individuen. Das Habitat besteht aus dichtem tropischem Tieflandregenwald mit reichlich Unterwuchs, Sekundärwald und sumpfigen Niederungen. Die Tiere bevorzugen Gebiete in der Nähe von Wasserquellen und Salzlecken.

Ernährung

Das Java-Nashorn ist ein reiner Pflanzenfresser (Herbivor) und ernährt sich überwiegend von Blättern, Trieben, Zweigen und Früchten. Als Laubäser (Browser) nimmt es bevorzugt Nahrung aus niedrigem Baumbestand und Sträuchern auf. Mit seiner beweglichen Greiflippe streift es Blätter und junge Triebe ab oder knickt dünne Bäumchen mit seinem Gewicht um, um an höhergelegene Pflanzenteile zu gelangen.

Die Nahrungspalette umfasst nach bisherigen Untersuchungen über 200 Pflanzenarten. Salzlecken spielen eine wesentliche Rolle für die Mineralstoffversorgung und werden regelmäßig aufgesucht. Der Wasserbedarf ist hoch; die Tiere suchen täglich Gewässer oder Suhlen auf, die auch zur Thermoregulation und zum Schutz vor Hautparasiten dienen.

Verhalten & Lebensweise

Java-Nashörner sind Einzelgänger. Außerhalb der Paarungszeit vermeiden die Tiere den Kontakt zu Artgenossen. Die Aktivitätsphasen liegen überwiegend in der Dämmerung und Nacht; tagsüber ruhen die Tiere in dichter Vegetation oder in Schlammsuhlen. Die Art gilt daher als vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv.

Bullen etablieren Reviere, die sie durch Kotplätze, Harnmarkierungen und das Umknicken von Vegetation abgrenzen. Die Reviergröße wird auf 15 bis 25 km² geschätzt, kann je nach Nahrungsverfügbarkeit jedoch variieren. Kühe bewegen sich in überlappenden Streifgebieten, die tendenziell kleiner ausfallen als die der Bullen. Die Kommunikation erfolgt vorwiegend über Duftmarken; Lautäußerungen sind selten dokumentiert.

Aufgrund der extremen Seltenheit der Art und der dichten Vegetation ihres Lebensraums gehört das Java-Nashorn zu den am wenigsten erforschten Großsäugern der Erde. Vieles, was über sein Verhalten bekannt ist, stammt aus Kamerafallen-Aufnahmen und indirekten Beobachtungen wie Fährten und Kotanalysen.

Fortpflanzung & Aufzucht

Über die Fortpflanzung des Java-Nashorns ist nur wenig gesichert. Die Tragzeit wird auf etwa 16 Monate geschätzt, vergleichbar mit anderen Nashornarten. Pro Wurf wird ein einzelnes Kalb geboren. Das Geburtsgewicht ist nicht genau dokumentiert, dürfte aber bei etwa 40 bis 50 kg liegen.

Das Kalb bleibt über einen Zeitraum von vermutlich zwei bis drei Jahren bei der Mutter und wird während dieser Phase gesäugt und an feste Nahrung herangeführt. Die Geschlechtsreife tritt bei Weibchen mit etwa vier bis fünf Jahren ein, bei Bullen wahrscheinlich etwas später. Die Geburtenrate ist gering – eine Kuh bringt schätzungsweise alle vier bis f