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Buschviper

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Tierart – Reptilien > Schlangen – Giftschlangen

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Atheris (Gattung mit mehreren Arten, z. B. Atheris squamigera – Grüne Buschviper)
  • Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
  • Unterordnung: Schlangen (Serpentes)
  • Familie: Vipern (Viperidae)
  • Unterfamilie: Echte Vipern (Viperinae)
  • Gattung: Atheris
  • Lebensraum: Tropische Regenwälder, Bergwälder und Buschland in Zentral- und Westafrika
  • Größe: 40–80 cm, je nach Art
  • Gewicht: 100–300 g
  • Lebenserwartung: ca. 10–15 Jahre (in Gefangenschaft bis 20 Jahre)

Aussehen & Merkmale

Buschvipern der Gattung Atheris gehören zu den optisch auffälligsten Giftschlangen Afrikas. Ihr Körper ist schlank und seitlich leicht abgeflacht – eine Anpassung an das Leben in Bäumen und Sträuchern. Der Kopf ist breit, dreieckig und deutlich vom Hals abgesetzt, was typisch für Vipern ist. Die großen Augen besitzen vertikal geschlitzte Pupillen, die auf die vorwiegend dämmerungs- und nachtaktive Lebensweise hindeuten.

Das auffälligste Merkmal vieler Buschvipern sind ihre stark gekielten Schuppen, die der Haut ein raues, fast stacheliges Aussehen verleihen. Besonders ausgeprägt ist dies bei der Rauschuppigen Buschviper (Atheris hispida), deren abstehende Körperschuppen an kleine Dornen erinnern. Die Färbung variiert je nach Art erheblich: Die Grüne Buschviper (Atheris squamigera) zeigt ein leuchtendes Grün mit gelegentlicher gelber oder blauer Zeichnung, während andere Arten wie die Sedge-Viper (Atheris nitschei) eher olivfarben bis bräunlich gefärbt sind. Der Greifschwanz, der bei vielen Arten vorkommt, dient als fünftes Haltewerkzeug beim Klettern.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Buschvipern erstreckt sich über das tropische Afrika südlich der Sahara. Die meisten Arten bewohnen die Regenwälder des Kongobeckens, die Bergwälder Ostafrikas sowie die westafrikanischen Feuchtwaldgebiete. Einzelne Arten kommen in Höhenlagen bis über 3.000 Meter vor, etwa die Usambara-Buschviper (Atheris ceratophora) in den Gebirgswäldern Tansanias.

Das bevorzugte Habitat sind dichte, feuchte Wälder mit reichlich Unterwuchs und Strauchvegetation. Buschvipern sind ausgeprägte Baumbewohner (arboreal) und halten sich vorwiegend in Höhen zwischen einem und drei Metern auf. Sie nutzen Blätter, Astgabeln und Lianen als Ruhe- und Lauerplätze. Gelegentlich werden einzelne Arten auch in Sumpfgebieten, an Gewässerrändern oder in der Nähe menschlicher Siedlungen angetroffen, sofern dort ausreichende Vegetationsdeckung vorhanden ist. Ihr Biotop ist eng an feuchte, bewaldete Zonen gebunden – in offenen Savannen oder Trockengebieten fehlen sie vollständig.

Ernährung

Buschvipern ernähren sich überwiegend von kleinen Wirbeltieren. Zu ihrem Nahrungsspektrum zählen Frösche, Eidechsen, kleine Nagetiere und Jungvögel. Gelegentlich werden auch Schnecken und größere Insekten erbeutet, insbesondere von Jungtieren, deren Beutespektrum kleiner ausfällt.

Die Jagdstrategie entspricht der typischen Lauerprädation der Vipern: Die Schlange verharrt regungslos auf einem Ast oder Blatt und wartet, bis ein Beutetier in Reichweite kommt. Der Biss erfolgt blitzschnell, das Gift wird durch relativ lange, bewegliche Röhrenzähne (solenoglyphe Bezahnung) injiziert. Das hämotoxische Gift zerstört Gewebe und Blutgefäße der Beute, was deren rasche Immobilisierung bewirkt. Nach dem Biss verfolgt die Buschviper die getroffene Beute oder wartet, bis deren Fluchtfähigkeit durch das Gift erlischt, bevor sie das Tier im Ganzen verschlingt.

Verhalten & Lebensweise

Buschvipern sind einzelgängerisch lebende Schlangen, die kein Revier im engeren Sinne verteidigen, aber individuelle Aufenthaltsbereiche nutzen. Sie sind überwiegend nachtaktiv und verbringen die Tagesstunden zusammengerollt zwischen Blättern oder in dichtem Geäst. In der Dämmerung und Nacht begeben sie sich auf Nahrungssuche oder wechseln ihren Lauerplatz.

Bei Bedrohung reagieren Buschvipern zunächst mit Flucht oder Tarnung – ihre Färbung passt sich dem Blattwerk des Unterholzes hervorragend an. Wird die Schlange jedoch in die Enge getrieben, nimmt sie eine S-förmige Drohstellung ein und stößt blitzschnell zu. Bisse am Menschen kommen selten vor, sind aber medizinisch ernst zu nehmen, da kein spezifisches Antivenin für Atheris-Arten kommerziell verfügbar ist. Symptome eines Bisses umfassen starke lokale Schwellungen, Blutungen und in schweren Fällen Gerinnungsstörungen.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die meisten Buschvipern sind lebendgebärend (ovovivipar). Die Weibchen tragen die befruchteten Eier im Körper aus, bis die Jungtiere vollständig entwickelt schlüpfen. Die Paarungszeit fällt bei vielen Arten in die Regenzeit, wenn das Nahrungsangebot am höchsten ist. Männchen suchen paarungsbereite Weibchen vermutlich über Pheromone; rituelle Kommentkämpfe zwischen Männchen, wie sie bei anderen Vipernarten vorkommen, sind bei Atheris bisher kaum dokumentiert.

Nach einer Tragzeit von etwa zwei bis drei Monaten bringen die Weibchen zwischen 5 und 20 Jungt