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Hornviper

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Tierart – Reptilien > Schlangen – Giftschlangen

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Vipera ammodytes
  • Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
  • Unterordnung: Schlangen (Serpentes)
  • Familie: Vipern (Viperidae)
  • Unterfamilie: Echte Vipern (Viperinae)
  • Gattung: Echte Ottern (Vipera)
  • Lebensraum: Trockene, felsige Hänge, Steinmauern, Karstlandschaften, lichte Trockenwälder
  • Größe: 60–90 cm, selten bis 95 cm Gesamtlänge
  • Gewicht: 100–200 g
  • Lebenserwartung: 15–20 Jahre in freier Wildbahn, in Gefangenschaft bis 25 Jahre

Aussehen & Merkmale

Das auffälligste Merkmal der Hornviper ist das namensgebende, weiche Nasenhorn – ein mit kleinen Schuppen bedeckter, kegelförmiger Auswuchs auf der Schnauzenspitze. Dieses Horn erreicht eine Länge von etwa 5 mm und besteht aus 10 bis 20 übereinander angeordneten Schuppen. Es ist nicht verknöchert, sondern biegsam und dient vermutlich der Tarnung, indem es die Kopfsilhouette auflöst. Die genaue Funktion ist bis heute nicht abschließend geklärt.

Der Körperbau ist gedrungen und kräftig, typisch für bodenbewohnende Vipern. Der dreieckige, deutlich vom Hals abgesetzte Kopf trägt vertikal geschlitzte Pupillen. Die Grundfärbung variiert je nach Unterart und Population erheblich: Sie reicht von Grau über Gelbbraun und Rötlichbraun bis hin zu einem blassen Kupferton. Über den Rücken verläuft ein dunkles, gewelltes oder zickzackförmiges Zeichnungsmuster, das an die verwandte Kreuzotter (Vipera berus) erinnert, jedoch breiter und kontrastreicher ausgeprägt ist. Die Bauchseite ist gelblich bis grau, häufig dunkel gesprenkelt. Melanistische (vollständig schwarze) Exemplare kommen vor, sind jedoch selten.

Weibchen sind in der Regel etwas länger und massiger als Männchen, während Männchen oft eine kontrastreichere Zeichnung aufweisen.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Hornviper erstreckt sich über weite Teile Südosteuropas und reicht von Nordostitalien über den gesamten Balkan bis nach Kleinasien. Sie kommt in Österreich (Kärnten, Steiermark, südliches Burgenland), Slowenien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Serbien, Montenegro, Nordmazedonien, Albanien, Griechenland, Bulgarien, Rumänien und der westlichen Türkei vor. In Österreich erreicht die Art die Nordwestgrenze ihrer Verbreitung.

Als Habitat bevorzugt die Hornviper trockene, sonnige Biotope mit reichlich Steinstrukturen: felsige Hänge, Geröllhalden, aufgelassene Steinbrüche, Trockenmauern und mediterrane Buschlandschaften (Macchie und Garrigue). In gebirgigen Regionen besiedelt sie Höhenlagen bis etwa 2.000 Meter. Entscheidend für die Standortwahl sind das Vorhandensein von Versteckplätzen in Felsspalten, ausreichende Besonnung und ein trockenes Mikroklima. Dichte, geschlossene Wälder und feuchte Niederungen meidet sie.

Derzeit werden vier Unterarten anerkannt: V. a. ammodytes (Nominatform), V. a. montandoni, V. a. meridionalis und V. a. transcaucasiana, wobei die taxonomische Gliederung in der Fachliteratur teilweise umstritten ist.

Ernährung

Die Hornviper ist ein Lauerjäger. Sie verharrt oft stundenlang reglos an geeigneten Stellen – etwa neben Mauslöchern oder auf von Eidechsen frequentierten Steinen – und wartet auf vorbeikommende Beute. Der Biss erfolgt blitzschnell: Die langen, beweglichen Giftzähne (Solenoglyphen) werden vorgeschlagen, in die Beute gestoßen und das Gift injiziert. Anschließend wird das Beutetier losgelassen und mithilfe der Zungenspürnase verfolgt, bis es der Giftwirkung erlegen ist.

Das Nahrungsspektrum umfasst vor allem kleine Säugetiere wie Mäuse, Spitzmäuse und junge Ratten. Daneben werden Eidechsen, kleine Vögel und gelegentlich auch Frösche erbeutet. Jungtiere ernähren sich vorwiegend von Eidechsen und großen Insekten. Wie alle Vipern verschlingt die Hornviper ihre Beute im Ganzen, wobei der stark dehnbare Kiefer die Aufnahme von Beutetieren ermöglicht, die den eigenen Kopfdurchmesser deutlich übertreffen.

Verhalten & Lebensweise

Die Hornviper lebt einzelgängerisch und ist standorttreu. In den Sommermonaten zeigt sie ein vorwiegend dämmerungs- und nachtaktives Verhalten, während sie im Frühjahr und Herbst – wenn die Nachttemperaturen zu tief sinken – auch tagsüber aktiv ist und ausgiebig Sonnenbäder auf Felsen nimmt (Thermoregulation).

Die Winterruhe dauert je nach Höhenlage und Klima von Oktober/November bis März/April. Als Winterquartier dienen tiefe Felsspalten, Erdlöcher oder Mauerspalten, in denen die Temperaturen nicht unter den Gefrierpunkt fallen. Gelegentlich überwintern mehrere Individuen gemeinsam.

Bei Bedrohung reagiert die Hornviper zunächst mit Flucht oder Einrollen. Wird sie in die Enge getrieben, zischt sie laut und stößt rasch zu. Sie gilt als die giftigste Schlange Europas: Ihr Biss ist für den Menschen äußerst schmerzhaft und kann ohne Behandlung in seltenen Fällen tödlich verlaufen. Das Gift enthält hämotoxische und zytotoxische Komponenten, die Gewebezerstörung, Schwellungen und Gerinnungsstörungen verursachen. Wirksame Antivenine sind verfügbar.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paar