Grüne Mamba
GTierart – Reptilien > Schlangen – Giftschlangen
Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Dendroaspis viridis (Westliche Grüne Mamba) / Dendroaspis angusticeps (Östliche Grüne Mamba)
- Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
- Unterordnung: Schlangen (Serpentes)
- Familie: Giftnattern (Elapidae)
- Gattung: Mambas (Dendroaspis)
- Lebensraum: Tropische Regenwälder, Küstenwälder, Mangrovensümpfe
- Größe: 150–250 cm, selten bis 270 cm
- Gewicht: 1,0–1,6 kg
- Lebenserwartung: ca. 12–15 Jahre in freier Wildbahn, bis 18 Jahre in Gefangenschaft
Aussehen & Merkmale
Die Grüne Mamba ist eine schlanke, langgestreckte Schlange mit einem deutlich abgesetzten, schmalen Kopf und großen Augen mit runden Pupillen. Die Grundfärbung der glatten, glänzenden Schuppen variiert je nach Art: Die Östliche Grüne Mamba (Dendroaspis angusticeps) zeigt ein leuchtendes, gleichmäßiges Grün auf der Oberseite, das zur Bauchseite hin in ein helles Gelbgrün übergeht. Die Westliche Grüne Mamba (Dendroaspis viridis) weist dagegen häufig eine gelbliche bis olivgrüne Färbung auf, wobei die einzelnen Schuppen teils dunkel gerändert sind, was ein netzartiges Muster ergibt.
Beide Arten besitzen den für Elapiden typischen proteroglyphen Giftzahn-Apparat: Die feststehenden Fangzähne im Oberkiefer sind relativ kurz und befinden sich weit vorne im Maul. Der Schwanz ist lang und greiffähig, was die baumbewohnende Lebensweise widerspiegelt. Jungtiere beider Arten sind häufig etwas dunkler gefärbt und nehmen erst mit zunehmender Größe die charakteristische Grünfärbung an.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet der Grünen Mambas erstreckt sich über weite Teile des subsaharischen Afrika. Die Östliche Grüne Mamba bewohnt die Küstenregionen Ostafrikas von Kenia über Tansania und Mosambik bis ins östliche Südafrika (KwaZulu-Natal). Ihr bevorzugtes Habitat sind tropische und subtropische Küstenwälder, Mangrovensümpfe und dicht bewachsene Sekundärwälder.
Die Westliche Grüne Mamba kommt in den tropischen Regenwäldern Westafrikas vor – von Gambia und Senegal über Guinea-Bissau bis nach Benin und Togo. Sie besiedelt vorwiegend geschlossene Waldgebiete, findet sich aber auch in degradierten Waldrändern und Plantagen.
Beide Arten sind ausgesprochen arboricol, also baumbewohnend. Sie halten sich bevorzugt in den oberen Stockwerken dichter Vegetation auf, wo das Blätterdach ausreichend Deckung bietet. In der Nähe menschlicher Siedlungen werden gelegentlich Dachböden, Hecken oder Obstbäume als Lebensraum genutzt – ein Umstand, der das Risiko zufälliger Begegnungen erhöht.
Ernährung
Die Grüne Mamba ernährt sich überwiegend von kleinen Wirbeltieren. Zu ihrem Nahrungsspektrum gehören Vögel und deren Eier, Fledermäuse, Nagetiere, Baumfrösche und Eidechsen. Die Jagd erfolgt als aktive Beutesuche im Geäst, wobei die Schlange ihre Beute mit einem schnellen Biss erfasst und das hochwirksame neurotoxische Gift injiziert. Anders als viele andere Giftschlangen hält die Grüne Mamba ihre Beute nach dem Biss häufig fest, bis die Wirkung des Giftes einsetzt. Kleine Beutetiere werden in der Regel im Ganzen und kopfvoran verschlungen.
Verhalten & Lebensweise
Grüne Mambas sind tagaktive Schlangen, die ihre Aktivitätsphasen vor allem in die Morgenstunden und den späten Nachmittag legen. Den Großteil ihres Lebens verbringen sie im Geäst von Bäumen und Sträuchern, wo sie sich dank ihrer Tarnung nahezu unsichtbar machen. Am Boden sind sie nur selten anzutreffen, etwa bei der Nahrungssuche oder auf der Wanderung zu einem neuen Revier.
Im Vergleich zur verwandten Schwarzen Mamba (Dendroaspis polylepis) gelten Grüne Mambas als weniger aggressiv. Bei Störung ziehen sie sich in der Regel zurück, statt anzugreifen. Wird ihnen jedoch der Fluchtweg abgeschnitten, können sie mit schnellen, wiederholten Bissen reagieren. Die Fortbewegung im Geäst ist geschmeidig und kontrolliert; am Boden bewegen sie sich überraschend schnell.
Grüne Mambas leben einzelgängerisch. Sie beanspruchen kein festes Territorium im engeren Sinne, nutzen aber über längere Zeiträume hinweg ein bestimmtes Streifgebiet, das sie nur bei Nahrungsknappheit oder zur Paarungszeit verlassen.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Paarungszeit fällt in der Regel in die Regenzeit, wenn das Nahrungsangebot am größten ist. Während der Balz suchen Männchen aktiv nach paarungsbereiten Weibchen, wobei sie deren Duftspur folgen. Treffen zwei Männchen aufeinander, kommt es zu ritualisierten Kommentkämpfen: Die Rivalen umschlingen sich, richten den Vorderkörper auf und versuchen, den Gegner zu Boden zu drücken. Gebissen wird dabei nicht.
Grüne Mambas sind ovipar, also eierlegend. Das Weibchen legt etwa 6 bis 17 Eier in feuchtes Substrat – häufig in Baumhöhlen, unter abgestorbener Rinde oder in Laubhaufen am Waldboden. Die Inkubationszeit beträgt je nach Umgebungstemperatur 70 bis 90 Tage. Die Schlüpflinge messen 30 bis 45 cm und sind vom ersten Lebenstag an selbstständig. Eine Brutpflege findet nicht statt.